Klimafreundlicher Reisen

Deutsche Bahn statt Flugzeug: Luftfahrtbranche will jeden fünften Inlandsflug streichen

Flugzeug im Landeanflug, am Flughafen Frankfurt.
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In Zukunft soll jeder fünfte Inlandsflug in Deutschland gestrichen und durch eine Zugverbindung ersetzt werden. (Symbolbild)

Um klimafreundlichere Inlandsreisen anbieten zu können, planen die Deutsche Bahn und die Luftfahrtbranche eine Kooperation. Doch es gibt einen Haken.

Dass kurze Inlandsflüge schädlich für das Klima sind, ist kein Geheimnis. Daher klingen die Pläne von Bahn und Luftfahrbranche zunächst löblich. Geplant ist, dass jeder fünfte Inlandsflug aus dem Verkehr gezogen wird. Um dennoch schnell ans Ziel zu kommen, soll das Bahnnetzwerk weiter ausgebaut und die Fahrpläne angepasst werden. Ein Aktionsplan zu diesem Vorhaben wurde laut dem Spiegel bereits unterzeichnet. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) geht davon aus, dass diese Kooperation über vier Millionen Passagiere des Flugverkehrs auf die Bahn umsiedeln wird. Aber auch Langstrecken-Passagiere sollen auf die Deutsche Bahn umsteigen.

Deutsche Bahn soll auch von Langstrecken-Reisenden genutzt werden

Wie der Spiegel berichtet, geht der BDL davon aus, dass etwa acht Millionen Umsteiger für internationale Langstreckenflüge auf den Zug abgewälzt werden können. Sollte die Zugreise aber über drei Stunden bis zum nächstgelegenen Großflughafen in Anspruch nehmen, würde man weiterhin auf den Luftverkehr setzen müssen, so der BDL. Internationale Verbindungen lassen sich längst nicht so einfach ersetzen, wie Inlandsflüge. Und diese sollen eben aus Klimagründen eingedämmt werden. Schließlich fand das Umweltbundesamt heraus, dass Bahn fahren im Vergleich zum Fliegen oder sogar Fernbus oder Auto fahren, wesentlich klimafreundlicher ist.

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„Lufthansa Express Rail“ bereits im März angekündigt

Die Kooperation, die unter dem Namen „Lufthansa Express Rail“ bereits im März angekündigt wurde, baut das gemeinsame Angebot weiter aus. Geplant sind 22 Startbahnhöfe, deren Züge zudem mit einer Flugnummer versehen werden. Sollte dann ein Zug ausfallen oder es zu drastischen Verspätungen kommen, würde Passagiere automatisch auf den nächsten Flug umgebucht. Außerdem sieht die Zusammenarbeit den Einsatz von Sprinterzügen zu den größten Flughäfen des Landes vor. So soll Fahrzeit auf Strecken von Köln, München und Nürnberg zum Frankfurter Flughafen eingespart werden.

Zweitgrößter deutscher Flughafen ohne Fernverkehrsanbindung

Die Flughäfen in Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, Köln-Bonn und Leipzig-Halle können das geplante Angebot durch ihre gute Anbindung an Nah- und auch Fernverkehr durchaus möglich machen. Dem zweitgrößten Flughafen Deutschlands, dem Münchner Flughafen hingegen, fehlt eine solche Fernverkehrsanbindung. Daher soll dort eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Diese soll Varianten zu einer zusätzlichen Anbindung prüfen. (swa)

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