Das bedeutet "Reisewarnung" für Urlauber

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Baden am Strand von Sharm El-Sheikh.

Berlin  - Wegen der instabilen Lage rät das Auswärtige Amt (AA) seit Dienstag dringend von Reisen nach ganz Ägypten ab, also auch in die Touristengebiete. Verstehen Sie die Reisehinweise des AA?

Das Ministerium hat seine Sicherheitshinweise mit der Reisewarnung nochmals verschärft. Eine offizielle Reisewarnung für Ägypten, die weitreichende Konsequenzen auch für deutsche Urlauber hätte, gibt es aber weiterhin nicht.

Was die Unterschiede in den Hinweisen des Auswärtigen Amtes genau bedeuten, zeigt der folgende Überblick.

REISEHINWEISE

Sie enthalten zum Beispiel Informationen über die Einreisebestimmungen, die medizinische Situation und straf- oder zollrechtliche Besonderheiten eines Landes. Solche Hinweise gibt das Auswärtige Amt für jedes Land.

SICHERHEITSHINWEISE

Solche Vermerke machen auf besondere Risiken für Reisende in einem Land und dort lebende Deutsche aufmerksam. Das betrifft zum Beispiel Gefahren durch Unruhen, Kriminalität oder Terrorismus.

Das Auswärtige Amt kann wegen solcher Einschränkungen in einem abgestuften System von nicht unbedingt erforderlichen Reisen oder auch grundsätzlich von allen Reisen in ein bestimmtes Land abraten.

REISEWARNUNGEN

Sie enthalten den “dringenden Appell“, Reisen in ein Land oder in eine Region innerhalb des Landes zu unterlassen. Gewarnt wird dann, wenn “eine akute Gefahr für Leib und Leben besteht“, heißt es beim Auswärtigen Amt. Deutsche, die in dem betroffenen Land leben, werden dann zur Ausreise aufgefordert.

Reisejurist: Auswärtiges Amt stellt Wirtschaftsinteressen über Sicherheit

Das Auswärtige Amt zögert nach Ansicht von Reisejuristen aus Rücksicht auf die Tourismusindustrie mit einer offiziellen Reisewarnung für Ägypten.

“Wo Deutsche gerne Urlaub machen, ist das Auswärtige Amt generell zurückhaltender mit Reisewarnungen“, sagte der Reiserechtsexperte Ernst Führich von der Hochschule Kempten dem Politikmagazin “Kontrovers“ des Bayerischen Rundfunks.

Wo Deutsche seltener hinfahren - in die Länder Afrikas oder Südamerikas zum Beispiel - würden Reisewarnungen schneller ausgesprochen. Zahlreiche Studien, die am Reiserecht-Kompetenzzentrum der Hochschule erstellt wurden, belegten dies, sagte Führich.

Für die Tourismusindustrie in Deutschland und Ägypten würde eine formale Reisewarnung laut Führich große Verluste bedeuten. Das Auswärtige Amt hatte am Dienstag seine Reisehinweise erneut verschärft. Um eine formale Reisewarnung handelt es sich allerdings nicht. Zahlreiche andere Länder, wie die USA, Luxemburg oder Österreich haben dem Bericht zufolge dagegen eine formale Reisewarnung ausgesprochen.

dpa

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