Wasserkur im Allgäu

Auf Kneipps Spuren durch Bad Wörishofen

Das historische Badehäuschen im Stadtgarten von Bad Wörishofen wurde 1890 auf Anweisung des Pfarrers Sebastian Kneipp errichtet. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
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Das historische Badehäuschen im Stadtgarten von Bad Wörishofen wurde 1890 auf Anweisung des Pfarrers Sebastian Kneipp errichtet. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
Das Kneipp-Museum von Bad Wörishofen widmet sich dem Leben und der Lehre des berühmten Naturheilkundlers. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
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Das Kneipp-Museum von Bad Wörishofen widmet sich dem Leben und der Lehre des berühmten Naturheilkundlers. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
Auf dem örtlichen Friedhof steht das Kneipp-Mausoleum. Es wurde zu Ehren des Naturheilkundlers errichtet. Foto: Bernd F. Meier/dpa-tmn
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Auf dem örtlichen Friedhof steht das Kneipp-Mausoleum. Es wurde zu Ehren des Naturheilkundlers errichtet. Foto: Bernd F. Meier/dpa-tmn
Im Labyrinth des Barfußweges im Kurpark von Bad Wörishofen gehen Besucher über zwölf verschiedene Bodenbeläge. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
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Im Labyrinth des Barfußweges im Kurpark von Bad Wörishofen gehen Besucher über zwölf verschiedene Bodenbeläge. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
Im Rosarium des Kurparks von Bad Wörishofen wachsen 550 Rosensorten. Foto: Bernd F. Meier/dpa-tmn
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Im Rosarium des Kurparks von Bad Wörishofen wachsen 550 Rosensorten. Foto: Bernd F. Meier/dpa-tmn
Der Kurpark ist das grüne Schmuckstück von Bad Wörishofen. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
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Der Kurpark ist das grüne Schmuckstück von Bad Wörishofen. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
Sebastian Kneipp entwickelte im 19. Jahrhundert sein Gesundheitskonzept und machte es europaweit bekannt. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
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Sebastian Kneipp entwickelte im 19. Jahrhundert sein Gesundheitskonzept und machte es europaweit bekannt. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
In Bad Wörishofen haben sie Sebastian Kneipp ein Denkmal gebaut. Foto: Bernd F. Meier/dpa-tmn
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In Bad Wörishofen haben sie Sebastian Kneipp ein Denkmal gebaut. Foto: Bernd F. Meier/dpa-tmn
Auf blanken Sohlen übers Holz: Barfußgehen soll laut Kneippscher Lehre unter anderem das Immunsystem stärken. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn
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Auf blanken Sohlen übers Holz: Barfußgehen soll laut Kneippscher Lehre unter anderem das Immunsystem stärken. Foto: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen/dpa-tmn

Ein Ort in Bayern ist das Zentrum der Kneipp-Bewegung. Wer nach Bad Wörishofen kommt, kann sich auf die Spuren des "Wasserdoktors" begeben, eine Kur machen und sogar auf dem Golfplatz kneippen.

Bad Wörishofen (dpa/tmn) - Muntermachen ist ein Spezialgebiet von Ines Wurm-Fenkl. Einfach die Arme für 10 bis 20 Sekunden in Wasser eintauchen und mit den nassen Händen den Nacken benetzen, empfiehlt sie. "Danach ist man wieder fit. Das wird auch die Tasse Kaffee des Kneippianers genannt."

Heilpraktikerin Wurm-Fenkl lehrt an der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen im Unterallgäu. Die Hydrotherapie - die Wasserkunde nach Sebastian Kneipp - ist ihr Fachgebiet.

Etwa 120 Wasseranwendungen gibt es nach der Kneippschen Lehre. Zunächst von Apothekern und Ärzten als Kurpfuscher bekämpft, gelang Kneipp 1886 der Durchbruch mit dem Buch "Meine Wasserkur", in dem der Priester die gesundheitsfördernde Wirkung der Güsse beschrieb.

Drei Jahre später legte er mit "So sollt ihr leben" ein zweites Standardwerk nach. Darin erläuterte er sein Gesundheitskonzept mit fünf Säulen: Wasser, Kräuter, Ernährung, Bewegung und innere Ordnung.

Kneipp-Museum im Kloster

"Zu dieser Zeit verbreitet sich die Kunde von der Kraft der Kneippschen Anwendungen in Adel und Klerus", erzählt Werner Büchele beim Rundgang durch das Bad Wörishofener Kneipp-Museum. Die Sammlung ist untergebracht im Kloster der Dominikanerinnen, wo Kneipp von 1855 bis zu seinem Tod 1897 als Beichtvater wirkte. Sie zeigt etwa 2000 Exponate und Dokumente aus Kneipps Leben und zu seiner Lehre.

Wasserdoktor sei der Priester damals genannt worden, sagt Büchele. Kneipp hielt in der historischen Wandelhalle des Ortes Vorträge zum gesunden Leben und redete dabei von einem erhöhten Podium herab wie von einer Kirchenkanzel. Immer mehr Menschen kamen und suchten Linderung ihrer Leiden durch die Kneippschen Kuren.

Nach seinem Tod ging die Zahl der Kurgäste zunächst zurück, doch längst hatten ortsansässige Ärzte und engagierte Bürger wohl auch den wirtschaftlichen Wert des Kurbetriebes erkannt und erhielten das Erbe Kneipps. 1920 folgte schließlich die offizielle Ernennung von Wörishofen zum "Bad" durch das Bayerische Innenministerium.

Zentrum der Kneipp-Bewegung

Heute, 100 Jahre später, präsentiert sich Bad Wörishofen als Zentrum der weltweiten Kneipp-Bewegung. Als grünes Schmuckstück gilt der Kurpark mit Rosarium, Duft- und Aromagarten, Heilkräutergarten und einem speziellen Garten der Männergesundheit mit zwölf Heilpflanzen.

Man versucht aber auch, die ursprüngliche Idee in neue Konzepte umzusetzen. "Wir haben den einzigen Kneipp-zertifizierten Golfplatz", erzählt Kurdirektorin Petra Nocker. Golfen, die Platzreife erlangen, Wassertreten und Kneippsche Güsse bekommen: All das lässt sich auf dem 18-Loch-Golfplatz im Nachbarort Rieden kombinieren.

Kneipp-Museum

Website des Kneippärztebunds

Website des Kneipp-Bunds

Bad Wörishofen

Reiseziel: Bad Wörishofen im Unterallgäu hat knapp 16 000 Einwohner.

Anreise: Mit dem Zug über München-Hauptbahnhof in Richtung Lindau oder Kempten mit Umstieg in Türkheim oder Buchloe. Oder direkt ab Augsburg-Hauptbahnhof. Mit dem Auto über die A 96 München-Lindau oder über die A 7 Ulm-Füssen bis Memmingen und dann auf die A 96.

Unterkünfte: Es gibt Kurhotels, Pensionen, Privatzimmer und Ferienwohnungen.

Informationen: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen, Postfach 1443, 86817 Bad Wörishofen (Tel.: 08247/99 33 10, www.bad-woerishofen.de).

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