Sagenhaftes Zypern

Wo Aphrodite aus dem Meer stieg

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Wer ihn dreimal umrundet, wird mit ewiger Liebe belohnt: der Aphrodite-Felsen auf Zypern.

Wo einst die Liebesgöttin Aphrodite aus den Wellen des Meerers entstiegen sein soll, tummeln sich heute Sonnenhungrige und Golfer. 

In Vollmondnächten geht es am Aphrodite-Felsen zu wie im städtischen Hallenbad. Dann schwimmen dutzende junge Paare um den Felsen an der Südküste Zyperns. Wer ihn dreimal umrundet, wird mit ewiger Liebe belohnt, sagen die Zyprioten. Der Legende nach soll die Göttin Aphrodite östlich von Paphos den Wellen des Mittelmeers entstiegen sein. Bis heute ist sie eine Art Nationalgöttin Zyperns und vor allem im Südwesten der Insel allgegenwärtig.

Latchi hat keinen herausgeputzten Jachthafen wie so mancher Ort an der Cote d'Azur.

Direkt oberhalb des sagenumwobenen Felsens ziehen sich die weitläufigen Golfbahnen durch die sonnenverbrannte Hügellandschaft. Aphrodite Hills ist einer der berühmtesten Plätze am Mittelmeer. An seinem siebten Loch schlagen die Golfer über eine atemberaubende Schlucht hinweg. Das kostet Nerven und viele Bälle. Loch acht ist ein besonderes Erlebnis: Die gewellt abfallende Bahn scheint direkt im Mittelmeer zu enden.

Neben Wassersport ist Golf der Sport Nummer eins auf Zypern. Schließlich war die Insel einst britische Kolonie, und Golf ist Volkssport der Briten. Auch wenn in letzter Zeit immer mehr Russen die Insel erobern, stammen die meisten Touristen immer noch aus Mitteleuropa. Sie kommen wegen der Golfplätze, der Strände, des fast immer guten Wetters - und einige auch wegen Aphrodite.

Die Gastfreundschaft der Zyprioten ist groß

Nach ihrem Besuch am Aphrodite-Felsen fahren sie zu den Ruinen des Aphrodite-Tempels in Kouklia und zum Bad der Aphrodite bei Latchi. Limassol mit seinem beeindruckenden römischen Amphitheater am Meer und Paphos sind die touristischen Zentren der Südwestküste. Deren Strandpromenaden sind leider oft mit großen Hotels zugebaut. Wer keine Bettenburgen mag, weicht ins Hinterland aus. Dort sind in den vergangenen Jahren mehrere schöne Boutique-Hotels entstanden.

Das Bad der Aphrodite: Wo sich die Liebesgöttin der Sage nach mit Adonis vergnügte, gibt es heute nur noch eine unspektakuläre Pilgerstätte für Touristen und Aphrodite-Jünger.

Miliou liegt auf dem Weg zum Bad der Aphrodite auf der urwüchsigen Akamas-Halbinsel, die hinter dem Fischerdorf Latchi beginnt. In dessen Hafen haben Ausflugsboote und Jachten festgemacht. Ein paar Tauchschulen starten direkt von der Uferpromenade zu Exkursionen. Das Wasser ist klar und bietet bis zu 40 Meter Sicht. An der Strandpromenade reihen sich Fisch-Tavernen, Hotels und Souvenierläden mit Aphrodite-Stauten in unendlichen Variationen aneinander.

Latchi hat keinen herausgeputzten Jachthafen wie so mancher Ort an der Cote d'Azur und ist auch kein pittoreskes Hafenstädtchen. Aber es punktet mit der Gastfreundschaft der Zyprioten und seinen vielen einfachen Fisch-Tavernen. In welcher man auch strandet - einen ordentlich gegrillten Fisch gibt es überall.

Von Latchi sind es nur wenige Kilometer bis zum Bad der Aphrodite. Am Straßenrand stehen weiße Geländewagen aufgereiht. Darin sitzen keine Uno-Blauhelm-Soldaten, die an der Grenze zwischen dem türkischen und dem griechischen Teil der Insel das Schlimmste verhindern. Mit den Autos werden Touristen durch die urwüchsige Macchia-Landschaft gefahren. Sportlichere Naturen durchstreifen das Naturschutzgebiet auf markierten Wegen, von denen einer selbstverständlich Adonis-Trail heißt.

Wo sich die Liebesgöttin der Sage nach mit Adonis vergnügte, gibt es heute nur noch eine unspektakuläre Pilgerstätte für Touristen und Aphrodite-Jünger. Das Bad der Göttin ist ein kleiner Bach zwischen Felsen, Bäumen und dichten Sträuchern. Zehntausende Touristen besuchen die Stelle Jahr für Jahr. Durch einen Garten führt ein kleiner Weg hinauf.

Im Frühjahr strahlen hier rote Rosen mit weißen Mandelbäumen um die Wette. Der Legende zufolge sind die Rosen aus dem Blut des Adonis entstanden, der sich an Dornenbüschen verletzte, als er Aphrodite nachstieg. Im Sommer und Herbst wirkt die Gegend wie die gesamte Insel von der Sonne verbrannt. In der steinigen Steppenlandschaft stehen nur einzelne silbrig schimmernde Olivenbäume. Rund 320 Sonnentage pro Jahr dörren das Land aus, für sonnenhungrige Mittel- und Nordeuropäer aber sind sie ein Segen. Im Herbst liegen sie an den Stränden - und manche träumen dabei sicherlich von Aphrodite.

Von Bernhard Krieger, dpa

DIE REISE-INFOS ZUM REISEZIEL ZYPERN

REISEZIEL: Die drittgrößte Insel des Mittelmeers liegt rund 70 Kilometer südlich der Türkei und knapp 100 Kilometer westlich von Syrien. Seit 1974 ist Nordzypern türkisch besetzt. Die Republik Zypern ist seit 1. Mai 2004 EU-Mitglied, zum 1. Januar 2008 wurde der Euro eingeführt.

BESTE REISEZEIT: Die Frühjahr- und Herbstmonate haben die angenehmsten Temperaturen, von Mai bis November ist es trocken und vor allem im Landesinneren zum Teil sehr heiß.

REISETYP: Wer eine Kombination aus Strandurlaub und Kultur sucht, gerne aktiv ist und auch den Linksverkehr nicht scheut, kann hier wunderbare Tage verbringen und viel entdecken.

MEHR INFOS: Fremdenverkehrszentrale ZypernZeil 12760313 Frankfurt/MainTel. 069/251919Internet: www.visitcyprus.com

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