Obergrenze für Urlauber

Beliebte Stadt in den Niederlanden will Touristen vergraulen und erziehen

Die niederländische Hauptstadt Amsterdam plant offenbar eine Obergrenze für Touristen. Besonders Party-Trupps sollen vertrieben - oder erzogen - werden.

Amsterdam - Die Einwohner haben genug. Nicht nur von der Corona-Pandemie, sondern vielmehr von dem, was nun mit ständig sinkenden Inzidenz-Zahlen zurückkehren wird. Die Straßen Amsterdams sind gefüllt mit Touristen, oft alkoholisiert und in Feierlaune. Damit soll bald Schluss sein.

StadtAmsterdam
Fläche219,3 km²
Bevölkerung821.752 (2015)
ProvinzNordholland

Urlaub in Amsterdam: Obergrenze? Stadt will Touristen vergraulen und erziehen

Rund 64,7 Prozent der Bevölkerung der Niederlande haben die erste Impfdosis erhalten. Bereits 38,8 Prozent sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Zwar hatte die Hauptstadt Amsterdam nun die vorübergehenden Lockerungen zurückgenommen und Fehler eingestanden. Klubs und Discos mussten am vergangenen Samstag in den Niederlanden schließen. Wegen der rasant steigenden Corona-Zahlen müssen sich Urlauber in den Niederlanden möglicherweise auf weitere Verschärfungen einstellen, wie HEIDELBERG24* schreibt.

Aber: Früher oder später kehrt der Alltag zurück in die Hafenstadt. Ähnliches gilt für Frankreich. Dort werden nur Jugendliche von der Testpflicht ausgenommen.

Besonders bei der jüngeren Generation ist Amsterdam ein beliebtes Reiseziel. Kneipen, Bars, Rotlichtviertel oder Bootstouren - Jugendliche und junge Erwachsene kommen im Norden des Landes voll auf ihre Kosten. Das allerdings gefällt nicht jedem. Zwar kurbeln die zahlreichen Touristen die Wirtschaft an. Vorbildlich verhalten sich jedoch nur die wenigsten. Und das geht der Bevölkerung Amsterdams ziemlich auf den Geist.

Urlaub in Amsterdam: Stadt bereitet sich auf die Zeit nach Corona vor

Wie der Spiegel berichtet, bereitet sich Amsterdam nun auf die Zeit nach Corona vor - und will die Zahl der Touristen langfristig begrenzen. Besonders auf die Jungmänner-Party-Trupps aus Großbritannien und den Niederlanden selbst sollen es die Tourismusbranche und die Anwohner abgesehen haben.

Amsterdam will die Zahl der Touristen regulieren.

So enthält der Maßnahmenkatalog „Stad in Balans“ 88 Aktionen, wie ungewünschte Touristen von Amsterdam ferngehalten - oder zumindest innerhalb der Stadt verteilt - werden können. So müssen sich Tagestouristen möglicherweise in Zukunft auf Gebühren einstellen oder Billigflieger in Richtung Amsterdam werden grundlegend teurer. Lebensqualität der Bewohner erhöhen und zugleich Touristen von der Innenstadt fernhalten lautet der Plan, der im November vorgestellt wurde.

Urlaub in Amsterdam: Obergrenze für Touristen soll bei 20 Millionen Übernachtungen liegen

Bereits zuvor hatte die Bürgerinitiative „Amsterdam hat die Wahl“ eine Petition ins Leben gerufen. Der Ruf nach einer Obergrenze für Touristen wurde laut. Rund 30.000 Anwohner hatten unterschrieben. Ziel ist es nun erst einmal, die Rückkehr der Touristen voran zu treiben. Denn davon waren in den vergangenen Monaten viel zu wenig in Amsterdam.

„Aber wir dürfen die Dinge nicht aus dem Ruder laufen lassen. Wenn wir also zu nahe an die Obergrenze kommen, müssen wir Maßnahmen ergreifen, um das zu verhindern“, wird Reinier van Dantzig, Fraktionsvorsitzender der linksliberalen Partei Democraten 66 im Gemeinderat, vom Sender NH Nieuws zitiert.

Geplant ist ein Korridor von 10 bis 20 Millionen Übernachtungen von Touristen jährlich, 12 bis 18 Millionen dienen als Signalwerte. Liegt die Übernachtungszahl in der Nähe dieser Werte, sollen Maßnahmen zur Regulierung eingeleitet werden. Zudem soll alle zwei Jahre der Gemeinderat über die Lebensqualität in der Stadt informiert werden. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd F. Meier/dpa

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