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Macht Musik! Eine neue Konzertkultur im Internet

Im Internet ist in Zeiten des Coronavirus eine ganz neue Konzertkultur entstanden. Hier sind einige Beispiele.

Abend für Abend geht in meinem Stadtteil der Mond auf. Ganz real. Und musikalisch. Mal singt jemand. Mal ist eine Trompete zu hören. Mal spielt eine einsame Geige (etwas schief, aber intensiv). Der Mond ist aufgegangen.

Die Evangelische Kirche lädt seit einigen Tagen dazu ein, um 19 Uhr gemeinsam das alte Lied zu musizieren und damit die Nacht zu begrüßen, über alle Konfessionsgrenzen hinweg. An manchen Orten, an manchen Tagen folgt die „Ode an die Freude“, in manchmal absurden, aber umso sympathischeren Mini-Orchestrierungen. Klarinette mit Blockflöte und Gitarre? Egal: So bleibt derzeit vom großen Beethoven-Jahr wenigstens etwas übrig.

Und bei unserem Fotografen in Dortmund lebt abends der BVB-Song: „You’ll never walk alone“.

Die großen Konzerte und Festivals fallen aus in diesen Zeiten. Die Musik hilft im Kleinen, sie lenkt ab, sie tröstet, sie verleiht Mut. Das hat nicht die Dramatik der abendlichen Gesänge aus Norditalien, wo die Lage ja insgesamt dramatischer ist. Aber Musik bekommt bei uns gerade eine neue Bedeutung in manchen Familien.

Für professionelle Musiker und Musiklehrer ist die Lage ernst; sie sind oft arbeitslos - aus wirtschaftlicher Sicht. Sie hören aber nicht auf, Musik zu machen. Vor allem im Internet ist das zu sehen und zu hören. Dort ist eine ganz neue Konzertkultur entstanden. Einfallsreich, bunt, unperfekt, liebenswert.

Es ist ein großes Fest für die Ohren.

  • Unter anderem sind da:

    Das symphonische Blasorchester der Musikschule Hamm, der seinen musikalischen Leiter Georg Turwitt in dieser Woche mit einem Gesamtkunstwerk aus vielen Wohnzimmern heraus in den Ruhestand verabschiedet.
  • Den irischen Rocksänger Rea Garvey, der eine Session eigens fürs Lokalradio einspielte.
  • Die erfolgreiche Nachwuchsband Giant Rooks, die derzeit nicht gemeinsam proben (und am Samstag schon gar nicht wie geplant in Dortmund auftreten) kann, aber doch für die Fans ein gemeinsames Video einspielte.
  • Kenneth Mattice vom Hagener Theater mit einem Lied aus „Carmen“.
  • Einen Klavierabend mit Anna Vinnitskaya aus der zuschauerlosen Elbphilharmonie.
  • Und den Rias-Chor, der unter dem Motto „Made in Isolation“ das Abendlied eingesungen hat: „Der Mond ist aufgegangen“.
  • Christina Clark und Ingo Senst spielen aus dem Homeoffice "The shadow of your Smile" von Johnny Mandel und "Smile" von Charlie Chaplin

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube

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