Spontan noch weg?

So kommen Sie doch noch in den Sommerurlaub

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Wer auch jetzt noch keinen konkreten Plan hat, wohin es dieses Jahr gehen soll, muss sich nicht vor Balkonien fürchten. Es geht auch ganz fix und ohne langen Buchungsstress.

Man kennt es: Irgendwie war die erste Jahreshälfte so voller Stress, dass man es vollkommen verschwitzt hat, sich auf klassische Weise nach dem diesjährigen Sommerurlaub umzusehen.

Manchem ist das gleich. Dann eben auf Balkonien oder den Islas del Kleingartas, gewürzt durch Ausflüge in die schönsten Freizeitbäder der Region.

Doch was, wenn weder Garten noch Balkon vorhanden sind? Auch dann muss man keine Angst vor vergeudeten Urlaubstagen haben. Es gibt jede Menge Optionen, spontan und dazu oft auch ziemlich günstig doch noch in die Ferne zu schweifen. Der folgende Artikel zeigt fünf davon.

1. Der Klassiker: Last Minute

Zugegeben, es ist längst nicht mehr so günstig wie einst. Aber dennoch ist Last Minute nach wie vor eine veritable Option, wenn es wirklich in die nur per Flieger erreichbare Ferne gehen soll.

Die Vorgehensweise ist denkbar einfach: Entweder auf einschlägigen Portalen nachschauen oder auf die klassische Weise – Koffer, Kreditkarte und Ausweis packen – zum Flughafen fahren und sich superspontan entscheiden.

Das ist längst nicht mehr so abenteuerlich. Man kann dgut steuern, wo es hingehen soll. Aber es bleibt natürlich ein gewisser Unsicherheitsgrad – neben der erwähnten Tatsache, dass die Zeiten, als Last Minute noch zu Spottpreisen möglich war, vorbei sind.

Tipp: Auch bei Last Minute kann man es teils so einrichten, dass daraus ein Gabelflug wird.

2. Nah und gut: Ab nach Dänemark

Muss man für den Urlaub wirklich immer in die Ferne schweifen? Sicherlich nicht. Aber die für uns naheliegendsten Länder, namentlich Holland, Belgien und (Nord-)Frankreich haben den argen Nachteil, dass sie sommers ziemlich überlaufen sein können – vor allem bei den erstgenannten Ländern ist das der kurzen Küstenlänge geschuldet.

Das bringt uns zu unserem nördlichen Nachbarn. Dänemark hat nicht nur beeindruckende 7300 Kilometer Küstenlinie (zum Vergleich: Niederlande 450km, Belgien 66km), sondern bietet unzählige Möglichkeiten, sich zwischen Strand-Faulenzen und hochkultureller Stadttour umzutun.

Hier geht es ziemlich simpel: Ferienhäuschen oder Pensionszimmer buchen, Auto vollladen, losfahren. Von Hamm aus ist die dänische Grenze nach fünf Fahrtstunden erreicht. Wer morgens losfährt, kann sein Mittagessen schon in Frøslev genießen.

3. Ein Hauch von Abenteuer: Ab ins Zelt

Deutschland ist zwar nicht gerade Paradies für Wildcamper – es ist untersagt, einfach so in freier Natur Zelte aufzuschlagen. Aber mal davon abgesehen geht es ja auch anders.

Faktisch muss man nämlich nur mit dem Finger auf eine Deutschlandkarte tippen und liegt mit ziemlicher Sicherheit in der Nähe eines Zelt- bzw. Campingplatzes, denn davon gibt es rund 3000 Stück in der Republik.

Dann braucht es nur noch ein Zelt – selbst große Exemplare sind schon für wenige hundert Euro erhältlich, können teils auch gemietet werden. Dazu noch Luftmatratzen, Decken, Faltstühle und den Campingkocher. Nichts, was der Kofferraum eines Golfklasse-Fahrzeuges nicht fassen könnte.

Der große Vorteil: Es ist unglaublich spontan. Das höchste der Buchungsgefühle ist meist die telefonische Anfrage, ob ein Platz frei ist. Unterwegs sucht der Beifahrer sich noch raus, was in die Gaskocher-befeuerte Pfanne kommt und das Abenteuer kann beginnen.

Man muss nicht weit weg. Muss nicht mal kilometerweit in die Natur hineinmarschieren. Und gerade für Kids hat das Zelten auch noch eine enorm spannende Komponente – die aber dank Campingplatz-Sicherheit nicht zu spannend (aus Elternsicht) ist.

4. Schlafen, wo andere wohnen: Airbnb

Die bisherigen Vorschläge sind seit Jahrzehnten etabliert. Allerdings ist auch beim spontanen Urlauben die Zeit nicht stehengeblieben.

Das bringt uns zu Airbnb und seinen zahlreichen Konkurrenten. Das Prinzip dahinter ist immer gleich: Jemand hat eine Wohnung oder ein Haus und vermietet für einen gewissen Zeitraum an Urlaubssuchende.

Zwar ist das nicht gerade die beste Option, wenn man in ländlicher Beschaulichkeit seinen Urlaub verbringen möchte. Aber gerade wer auf Städtetrips steht, wird darin nicht nur eine günstige, sondern weit vom klassischen Tourismus entfernte Möglichkeit finden – die zudem noch je nach Stadt unheimlich viel Auswahl hat.

Allerdings muss man sich klarmachen, dass man in der Regel „in anderer Leute Wohnung“ unterkommen wird. Kein Zimmerservice und eben das ungewohnte Gefühl, im Privatreich eines Fremden zu leben. Da muss man sich dran gewöhnen. Aber es ist eben nicht nur günstig, sondern kann einem eine wirklich neue Sicht auf die Urlaubs-Dinge eröffnen.

5. Hochmobil: Wohnmobil-Eurotrip

Eines vorweg: Es kann durchaus sein, dass man momentan ein wenig suchen muss, denn diese Urlaubsform findet just bei jungen Menschen derzeit viel Anklang. Aber Fakt ist, es ist mittlerweile für viele Unternehmen und über einschlägige Portale auch Privatleute ein lukratives Geschäft, Wohnmobile zu vermieten.

Und damit wird daraus eine tolle Möglichkeit für spontanen und günstigen Urlaub für alle, die den Reiz des Campings mögen, aber sich mit den entfeinerten Konditionen im Zelt nicht anfreunden können.

Was braucht es dazu? Nun, im Prinzip nur einen Führerschein der Klasse B, also der ganz normale Autoführerschein. Der erlaubt ja schließlich, Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen zu lenken. Und das bringt einen absolut bereits in Wohnmobil-Sphären.

Dafür bekommt man Fahrzeuge auf der Basis typischer Vans wie Sprinter, Ducato und Konsorten. Für zwei Erwachsene bieten die mehr als genug Raum. Größere Mobile gibt es oft auch als spezielle Leichtbau-Varianten, damit man sie trotzdem mit dem B-Führerschein fahren darf.

Und, das ist das Entscheidende, es ist praktisch nirgendwo in Europa verboten, mit einem solchen Wohnmobil über Nacht auf einem Park- oder Rastplatz anzuhalten. Auf diese Weise kann der Spontanurlaub sogar zum kompletten Eurotrip werden. Heute Emden, morgen Scheldemündung, übermorgen Normandie.

Fazit

Es muss nicht mehr der von langer Hand geplante Pauschalurlaub sein. Auch wer jetzt noch keine Entscheidung getroffen hat, hat unzählige Optionen – von denen viele nicht mehr Vorlaufzeit benötigen, als auf der Arbeit einen Urlaubsantrag zu stellen und zu bewilligt bekommen.

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