Spezielle Regel

Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuer abführen

+
Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit. Foto: Tobias Hase/dpa

Wer selbstständig ist, kennt es: Die Umsatzsteuer sorgt für Arbeit. Rechnungen müssen korrekt sein und die Umsatzsteuer-Voranmeldungen immer rechtzeitig beim Finanzamt eingereicht werden. Allerdings gibt es eine Entlastung für Kleinunternehmer.

Berlin (dpa/tmn) - Kleinunternehmer sind von der gesetzlichen Verpflichtung befreit, Umsatzsteuer abzuführen. Sie müssen auch keine Umsatzsteuer-Voranmeldung bei der Finanzverwaltung abgeben.

Allerdings können Unternehmer nur unter bestimmten Bedingungen die Vorteile der Kleinunternehmerregel nutzen, erklärt die Bundsteuerberaterkammer. Ob sich diese für das einzelne Unternehmen lohnt, muss im Einzelfall abgewogen werden.

Grundsätzlich ist der Status des Kleinunternehmers an keine besondere Rechtsform gebunden. Er darf lediglich bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschreiten. Existenzgründer, die ihre Tätigkeit im Laufe des Kalenderjahres aufnehmen, können von der Regelung Gebrauch machen, wenn sie voraussichtlich einen Gesamtumsatz von bis zu 17 500 Euro erwirtschaften. Soll die Regelung auch in den Folgejahren angewendet werden, darf der Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr die Umsatzgrenze von 17 500 Euro und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro nicht übersteigen.

Die Umsatzgrenze von 17 500 Euro ist eine feste Grenze. Bei nur geringfügigem Überschreiten im Vorjahr ist die Kleinunternehmerregelung künftig nicht mehr anwendbar. Stellt der Unternehmer im Laufe des Jahres fest, dass er die Umsatzgrenze übersteigt, muss er zu Beginn des kommenden Jahres in seinen Rechnungen die Umsatzsteuer in Höhe von 7 Prozent oder 19 Prozent ausweisen und im Rahmen der Umsatzsteuer-Voranmeldung an das Finanzamt abführen. Bleibt er regelmäßig unter der Umsatzgrenze von 17 500 Euro, darf er die Kleinunternehmerregelung weiter anwenden.

Bei der Umsatzgrenze von 50 000 Euro kommt es hingegen immer auf die Prognose an, die zu Beginn des Jahres erstellt wird. Liegt die Prognose unter 50 000 Euro, gilt die Kleinunternehmerregelung für das laufende Jahr, selbst wenn der tatsächliche Umsatz später davon abweicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.