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Was tun, wenn man im Urlaub krank wird?

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Von: Janine Napirca

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Damit Ihre Urlaubstage nicht verfallen, wenn Sie krank werden, sollten Sie sich generell an diesen Ablauf halten.

Dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) zufolge hat jeder Arbeitnehmer bzw. jede Arbeitnehmerin in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt laut § 3 BUrlG bei einer 6-Tage-Woche mindestens 24 Urlaubstage im Jahr, bei einer 5-Tage-Woche mindestens 20.

Was passiert mit den Urlaubstagen, wenn man im krank wird?

Sinn und Zweck des Jahresurlaubs ist vor allem die Erholung. Deshalb verfällt Ihr Urlaubsanspruch nicht, wenn Sie krank werden. Denn wenn man krank im Bett liegt, kann man sich nicht von der Arbeit erholen.

Kranke Frau hustet oder niest in ein Taschentuch.
Endlich Urlaub! Doch genau dann werden Sie krank? Holen Sie sich auf jeden Fall eine Krankschreibung vom Arzt, damit Sie die Urlaubstage zu einem anderen Zeitpunkt nachholen können. © Kzenon/Imago

Erkrankt ein Arbeitnehmer während des Urlaubs, so werden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit auf den Jahresurlaub nicht angerechnet

§ 9 BUrlG

Folglich handelt es sich bei Krankheitstagen also nicht um Urlaubstage. Das bedeutet, Sie können Ihre beantragten Urlaubstage zurückerstattet bekommen und zu einem späteren Zeitpunkt nehmen. Waren Sie beispielsweise von 14 genommenen Urlaubstagen sieben krank, stehen Ihnen weitere sieben Urlaubstage zu. Damit Sie Ihre Urlaubstage zurückbekommen, müssen Sie sich allerdings an einen bestimmten Ablauf halten.

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So retten Sie laut § 5 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) Ihre Urlaubstage und sichern die Fortzahlung des Gehalts

  1. Gehen Sie zum Arzt bzw. zur Ärztin und lassen Sie sich krankschreiben: Unabhängig davon, ob Sie sich während Ihres Urlaubs im In- oder Ausland befinden, sollten Sie sich Ihre Arbeitsunfähigkeit offiziell per ärztlicher Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung diagnostizieren lassen. Wenn kein ärztliches Attest vorliegt, bekommen Sie Ihre Urlaubstage nicht zurück.
  2. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber: Melden Sie sich offiziell bei der Arbeit krank und lassen Sie Ihrem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zukommen. Dies muss noch am selben Tag geschehen, selbst wenn im Arbeitsvertrag eine andere Regelung, wie beispielsweise Krankmeldung mit ärztlichem Nachweis erst ab dem dritten Tag, getroffen wurde. Außerdem müssen Sie Ihren Vorgesetzten Kontaktdaten, unter denen Sie im Urlaub zu erreichen sind, hinterlassen. Sonst könnte der Arbeitgeber laut § 7 EntgFG die Entgeltfortzahlung verweigern.
  3. Wenn Sie sich im Ausland befinden, muss die außerdem Krankenkasse informiert werden: Als gesetzlich Krankenversicherte oder -versicherter müssen Sie im Krankheitsfall Ihre Krankenkasse informieren. Klären Sie außerdem, welche Behandlungskosten übernommen werden. Gegebenenfalls kann vor der Reise ins Ausland eine Auslandsreisekrankenversicherung empfehlenswert sein, wenn beispielsweise ein Rücktransport aus medizinischer Sicht notwendig wäre.

Ausnahme – Überstundenabbau & Kind krank:

Wenn Sie anstatt im Urlaub beim Abbauen von Überstunden erkranken, gehen Sie leider leer aus. Denn Überstundenabbau kann nicht wieder auf Ihr Arbeitszeitkonto gutgeschrieben werden.

Auch wenn Sie sich im Urlaub um Ihr krankes Kind kümmern müssen, bekommen Sie die genommenen Urlaubstage nicht zurück. In der normalen Arbeitszeit kann man bezahlte Kinderkrankentage nehmen, im Urlaub geht das leider nicht.

Wie muss ich mich verhalten, wenn ich vor meinem Urlaub krank werde?

Wenn Sie vor Ihrem Urlaub krank werden, kann es in bestimmten Fällen so sein, dass Sie Ihre geplante Reise gar nicht erst antreten dürfen. Denn alles, was sich negativ auf Ihre Genesung auswirkt, ist im Krankheitsfall zu unterlassen. Wenn Sie sich also zum Beispiel am Fuß verletzt haben, dürfen Sie keine lange Wandertour antreten. Ist ein Entspannungsurlaub am Strand geplant, können Sie die Reise antreten, wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht. Am besten kommunizieren Sie aber einfach mit Ihren Vorgesetzten offen und ehrlich, was in so einem Fall am besten zu tun ist. Bei welchen privaten Angelegenheiten – von Schwangerschaft bis Vorstrafen – Sie Ihrem Arbeitgeber jedoch mit Stillschweigen gegenübertreten oder Ihn sogar belügen dürfen, lesen Sie hier. (jn)

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