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Gehaltsverhandlung: Sechs Schritte, wie Sie mehr Geld verlangen können

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Wer mehr Geld vom Chef bekommen will, muss sich gut verkaufen können. Mit diesen Tricks wird Ihre nächste Gehaltsverhandlung erfolgreich.

Gehaltsverhandlungen sind für niemanden eine angenehme Situation. Sie wollen mehr Geld, Ihr Boss will Ihnen so wenig wie möglich zahlen müssen – und irgendwie muss man sich dann in der Mitte treffen und eine Lösung finden, mit der beide Parteien leben können. Am meisten zu verlieren hat dabei aber meistens der Angestellte, denn er ist in der Position, in der er etwas haben möchte. Jetzt heißt es, auf die richtige Art und Weise darum zu bitten. Mit diesen Taktiken werden Sie Ihren Chef überzeugen, dass Sie die Gehaltserhöhung nicht nur wollen, sondern auch redlich verdient haben.

Handschlag bei einem Geschäftsgespräch (Symbolbild)
Gehaltsverhandlungen sind für beide Seiten nicht angenehm, scheuen Sie trotzdem nicht davor zurück. Achten Sie darauf, dass Sie etwas Schriftliches haben. Ein Handschlag alleine genügt nicht. (Symbolbild) © Andrey Popov/Imago

Gehaltsverhandlung: Diese Schritte müssen Sie beachten

Die Gehaltsverhandlung ist in verschiedene Schritte unterteilt – diese sechs Schritte sollten Sie sich merken:

  1. Die richtige Vorbereitung
  2. Ihren Nutzen richtig verkaufen
  3. Genaue Gehaltsvorstellung nennen
  4. Andere Vorzüge in Betracht ziehen
  5. Umgangston und Ehrlichkeit
  6. Wissen, wenn’s vorbei ist

Gehaltsverhandlung: 1. Die richtige Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf eine Gehaltsverhandlung gehören zwei Dinge: die eigene Einstellung und die passenden Informationen. Zunächst sollten Sie mit der Überzeugung in das Gespräch gehen, dass Sie eine Gehaltserhöhung verdient haben. Denken Sie dabei in erster Linie an sich selbst, denn so funktioniert die Geschäftswelt in der Regel. Auch andere verlangen mehr Geld, warum sollten Sie sich dann brav zufriedengeben?

Die zweite Zutat für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung ist das Hintergrundwissen, das Sie sich im Vorfeld aneignen sollten. Informieren Sie sich, welches Gehalt für Ihre Branche und Ihre Position mit Ihrer Arbeitserfahrung üblich ist und passen Sie Ihre Forderung daran an. Sie können die Summe ein wenig höher ansetzen, falls Ihr Chef Sie noch herunterhandeln will, aber bleiben Sie dabei in einem realistischen Rahmen. Sonst wirkt es schnell dreist.

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Gehaltsverhandlung: 2. Verkaufen Sie Ihren Nutzen

In einer Gehaltsverhandlung sind Sie in der Position, in der Sie von Ihrem Vorgesetzen etwas haben wollen. Damit sitzt Ihr Gegenüber zwar am längeren Hebel, was aber nicht bedeutet, dass Sie im Gespräch machtlos sind. Bewaffnen Sie sich stattdessen mit Argumenten, warum Sie die Gehaltserhöhung verdient haben, und überlegen Sie, welchen unentbehrlichen Nutzen Sie für Ihren Arbeitgeber haben. Hierbei sind konkrete Beispiele besonders gut. Wenn Sie Ihrem Verhandlungspartner damit deutlich machen, welchen Mehrwert Sie dem Unternehmen bieten, wird es schwieriger sein, Ihnen eine Absage zu erteilen.

Gehaltsverhandlung: 3. Genaue Gehaltsvorstellung nennen

Stellen Sie Ihrem Arbeitgeber eine genaue Forderung und vermeiden Sie Angaben wie „zwischen 40.000 und 50.000 Euro im Jahr“. Wenn Sie eine solch schwammige Angabe machen, wirkt das erstens, als hätten Sie sich nicht genügend informiert und zweitens, als würden Sie sich nicht trauen, direkt die 50.000 Euro zu verlangen, die Sie eigentlich gern hätten. Außerdem wird Ihr Boss bei einem solchen Angebot natürlich auf die für ihn günstigste Option, nämlich die 40.000 Euro Jahresgehalt, eingehen.

Gehaltsverhandlung: 4. Andere Vorzüge in Betracht ziehen

Wenn man in einer Gehaltsverhandlung sitzt, dann denkt man natürlich erst einmal an das Geld, das man vom Arbeitgeber gern bekommen würde. Wenn Sie mit Ihrem Gegenüber aber partout nicht auf einen finanziellen Nenner kommen, dann kann es sich auch lohnen, außerhalb des Finanzfaktors nach Vorzügen zu schauen. Nehmen Sie die geringere Gehaltssumme an, verlangen Sie dafür aber zum Beispiel einen Parkplatz auf dem Firmengelände, einen Firmenwagen, eine Bahncard, mehr Urlaubstage oder die Möglichkeit, ein paar Tage die Woche im Homeoffice zu arbeiten.

Gehaltsverhandlung: 5. Umgangston und Ehrlichkeit

Wer von seinem Boss eine Gehaltserhöhung verlangen will, der sollte an dem Tag mit seiner besten Laune ins Büro kommen – und darauf achten, dass der Boss ebenso gute Laune hat. Gehaltsverhandlungen sind meist für beide Parteien unangenehm, was aber nicht bedeutet, dass sie steif oder gar angsteinflößend sein müssen. Seien Sie offen und freundlich und öffnen Sie vielleicht auch mit einer humorvollen Aussage wie „So, jetzt zum unangenehmen Teil der Unterhaltung…“, um etwas Spannung herauszunehmen.

Aber Achtung: Auch wenn das Gehaltsgespräch ein nettes war, sollten Sie sich danach nicht aufs gesprochene Wort verlassen. Halten Sie die Einigung schriftlich fest.

Wichtig ist auch, dass Sie bei den Verhandlungen ehrlich bleiben. Erfinden Sie also nicht etwa ein Angebot einer konkurrierenden Firma oder utopische Gehälter von Branchen-Kollegen anderswo. Am Ende fliegen solche Flunkereien ohnehin auf.

Gehaltsverhandlung: 6. Wissen, wenn‘s vorbei ist

Wenn Sie mit Ihrem Gegenüber bereits eine Weile diskutiert haben und sich nur mit Mühe einigen können, dann sollten Sie es an einem gewissen Punkt auch gut sein lassen. Nehmen Sie die Gehaltserhöhung, auf die Sie und Ihr Chef sich vielleicht in der Mitte geeinigt haben, und pochen Sie nicht auf das Maximum. Versuchen Sie es lieber in einem Jahr nochmal. Das Gleiche gilt, wenn Sie sich besonders schnell einigen. Wenn Ihr Chef sofort auf Ihre Forderung eingeht und Sie das Gefühl haben, Sie hätten noch mehr bekommen können, belassen Sie es trotzdem vorerst dabei und bewahren den Frieden. Nachverhandeln kann man immer noch – Sie wissen ja jetzt, wie es geht!

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