Kind und Karriere

Haben Sie als Selbstständiger Anspruch auf Elterngeld?

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Während sich Angestellte in Sicherheit wiegen, ist eine Babypause für Selbstständige ein ganz anderes Kaliber.

Bekommen Selbstständige auch Elterngeld? Welche Faktoren wirken sich auf die Betragshöhe aus? Und darf ich trotz Babypause arbeiten? Wichtige Fragen werden hier geklärt.

Wenn der Nachwuchs ansteht, sind die zukünftigen Eltern voller Vorfreude. Dabei ist für Paare, die festangestellt sind, meistens klar, wie ihre Elternzeit gesetzlich geregelt und finanziert wird. Doch wie sieht es bei Selbstständigen aus? Gerade sie fragen sich, wie die finanzielle Versorgung während der Babypause aussieht und ob ein Anspruch auf Elterngeld besteht.

Wer ein neugeborenes Kind betreut, hat das Recht auf eine Babypause

Allgemein gilt: Wer ein Kind bekommt und es nach der Geburt selbst betreut, ist unabhängig von seiner beruflichen Beschäftigungsart zu einer Babypause berechtigt - ausgenommen diejenigen, die während dieser Zeit einer Erwerbstätigkeit nachgehen und dabei mehr als 30 Stunden pro Woche bezahlt arbeiten. Das heißt aber nicht, dass Selbständige während ihrer Elternzeit nicht arbeiten dürfen. Für viele Unternehmer ist es wichtig, während ihrer Auszeit die Kundschaft zu halten und auf dem Markt präsent zu bleiben. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten und Wege, die individuell angepasst werden können.

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Antragstellung auf Elterngeld für Selbstständige

Das Elterngeld wird nach der Geburt des Kindes bei der Elterngeldstelle beantragt. Je nach Bundesland sind die Landesgesundheitsämter, die Versorgungsämter oder die Kreise hierfür zuständig. Dabei beginnt die Berechnung ab dem Tag, an dem das Kind geboren wurde. Selbständige, die während der Babypause arbeiten wollen, erhalten ihren Bescheid über den Bezug von Elterngeld nur unter Vorbehalt. Da das tatsächlich erbrachte Einkommen erst nach dem Ende des Geldbezugs durch die Elterngeldstelle überprüft werden kann. Dazu müssen die Unternehmer die Einnahmen aus ihrer Elternzeit dem Amt vorlegen und die möglichen Betriebsausgaben mit den entsprechenden Unterlagen belegen können. Wenn die Berechnung ergibt, dass zu viel Geld ausgezahlt wurde, weil der Gewinn höher als erwartet ausgefallen ist, muss der Überschuss zurückgezahlt werden. Im umgekehrten Fall haben die Eltern wiederum einen Anspruch auf Nachzahlung.

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Elterngeld berechnet sich aus Einkommen - doch aus welchem Zeitraum?

Wie hoch das Elterngeld schlussendlich ausfällt, hängt von dem Einkommen ab, das im Kalenderjahr vor der Geburt erzielt wurde. Bei Selbstständigen wird der Betrag meistens auf der Basis des entsprechenden Steuerbescheids berechnet. Zusätzlich werden auch Honorare, die während der Elternzeit auf das Konto eingehen, mitberücksichtigt. Die Gesamtsumme des Elterngeld-Betrages kann je nach Verdienst variieren und sich dabei von 300 Euro bis zu maximal auf 1.800 Euro erstrecken. Die Elterngeldstelle teilt hierfür das Einkommen des Vorjahres durch zwölf und berechnet das monatliche Durchschnittseinkommen. Die Höhe des Elterngeldes beträgt je nach dem Verdienst aus dem Vorjahr zwischen 65 bis 67 Prozent des monatlichen Einkommens. Wenn aufgrund von gesundheitlichen Problemen das Wirtschaftsjahr vor der Geburt schlechter als sonst ausgefallen ist, empfiehlt es sich, ärztliche Atteste zu besorgen. Der Berechnungszeitraum kann dann nämlich nach der Zustimmung der Elterngeldstelle verschoben werden, sodass eines der davor liegenden Wirtschaftsjahre als neue Bemessungsgrundlage dient.

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Achten Sie darauf, wann Ihre Kunden bezahlen

Achtung: Zusätzliche Abzüge von dem Elterngeldbetrag können für Selbständige beispielsweise dann entstehen, wenn ihre Kunden die offenen Rechnungen während der Elternzeit begleichen. Das geschieht unabhängig davon, wann die Arbeitsleistung erbracht wurde. Außerdem wird das Mutterschaftsgeld, das die Krankenkasse zahlt, auf das Elterngeld angerechnet. Für Selbstständige, die während der Elternzeit weiterhin arbeitstätig sind, ist also zu beachten, dass die Arbeitsstunden mit dem Elterngeldbezug konform sein müssen. Der Zuverdienst kann abhängig von der Höhe und dem ausgewählten Elterngeld-Paket ebenfalls von der Gesamtsumme abgezogen werden, erklärt Paul-Alexander Thies vom Buchhaltungsprogramm Billomat.

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