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Veränderung des Arbeitsmarktes: Diversität und Zufriedenheit immer wichtiger für Arbeitnehmer

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Von: Carina Blumenroth

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Der Arbeitsmarkt verändert sich, das liegt auch am demografischen Wandel. Ein aktueller Trendreport zeigt, dass vor allem Bewerber und Arbeitnehmer profitieren.

In immer mehr Firmen und Betrieben gibt es einen Personalmangel, vor allem Fachkräfte werden oft dringend gesucht. Ein Faktor, der dies begünstigt, ist, dass geburtenstarke Jahrgänge, wie die der Babyboomer immer mehr in Rente gehen. Das bedeutet, dass den Firmen und Betrieben erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegfallen. Andererseits ist es so, dass neue Generationen, wie beispielsweise die Generation Z andere Anforderungen an den Job stellen. Ein aktueller Trendreport von dem Karriereportal Indeed und der Recruitingplattform Glassdoor zeigt, dass sich zukünftig vor allem Betriebe und Firmen anpassen müssen. Der Arbeitsmarkt würde sich zugunsten der Bewerberinnen und Bewerber und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verändern.

Trendreport ergibt: Fünf Trends werden den Arbeitsmarkt prägen

Eine Frau am Laptop.
Beispielsweise bei Indeed gibt es jeden Monat rund eine Million neue Stellenanzeigen. Da müssen sich Firmen etwas einfallen lassen, um hervorzustechen. © undrey/Imago
  1. Aus dem Fachkräftemangel wird ein Arbeitskräftemangel.
  2. Remote Arbeit wird zur neuen Arbeitsrealität.
  3. Gute Gehälter reichen nicht aus, die Zusatzleistungen werden wichtiger.
  4. Zufriedene Mitarbeiter sind loyaler.
  5. Arbeitgeber werden durch Diversität attraktiver.

Arbeitsmarkt: Aus Fachkräftemangel wird ein Arbeitskräftemangel

Der deutsche Arbeitsmarkt ist recht dynamisch aus der Pandemie herausgewachsen. Nach Angaben des Reports gibt es derzeit „deutlich über 50 Prozent“ mehr Stellenangebote auf der Plattform Indeed gegenüber des Vor-Corona-Niveaus. Monatlich kommen rund eine Million neue Stellen dazu. Immer mehr Arbeitgeber haben Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen. Diese Problematik wird sich im kommenden Jahr weiterentwickeln. Die Ökonominnen und Ökonomen von Glassdoor vermuten, dass ein wirtschaftlicher Abschwung den Wettbewerb um Talente mildern könne, das grundsätzliche Stellenniveau werde voraussichtlich allerdings weiter hoch bleiben. Insbesondere der demografische Wandel verstärkt die Grundproblematik. Die Unternehmen müssten ihre Bewerberzielgruppe weiter öffnen – beispielsweise könnte die Attraktivität für Frauen, Zuwanderinnen und Zuwanderer oder ältere Berufstätige gestärkt werden. Eine andere Untersuchung zu diesem Thema veranschaulicht nämlich, dass Personalerinnen und Personaler durchaus Altersgrenzen im Kopf haben. Manche schließen Bewerberinnen und Bewerber ab 45 Jahren bewusst oder unbewusst aus.

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Remote Arbeit wird zur neuen Arbeitsrealität

Spätestens mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich für viele Menschen die Arbeitsrealität geändert. Bei vielen Jobs ist es nämlich durchaus nicht zwingend notwendig, dass die Arbeit an einem bestimmten Ort durchgeführt werden muss. Das ist ein Faktor, der sich natürlich nicht auf alle Berufszweige übertragen lässt, allerdings ist es für einige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine ausschlaggebende Möglichkeit. Die kann zu dem Grund werden, warum sie sich für oder gegen einen bestimmten Job entscheiden.

JahrRemote-Stellen in Prozent
20193,7 Prozent
202212,4 Prozent

Quelle: Trendreport von Indeed und Glassdoor, November 2022

Aktuell liegen diese Werte aus Deutschland über denen von Kanada, Großbritannien und den USA. Damit können derzeit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Deutschland teilweise oder ausschließlich von daheim aus arbeiten. Derzeit werde in vielen Stellenanzeigen mit der Möglichkeit, Homeoffice durchzuführen, geworben. Dies sei am häufigsten in der Software-Entwicklung, im Marketing und im Banking- bzw. Finanzbereich der Fall. Übrigens, wenn dies angeboten wird, brauchen auch die Führungskräfte andere Skills.

Betriebe und Firmen müssen Zusatzleistungen bieten, gutes Gehalt allein reicht nicht

Ein gutes Gehalt für die geleistete Arbeit steht auf der einen Seite – auf der anderen Seite stehen Zusatzleistungen. Sogenannte Benefits, die immer wichtiger werden, damit sich Arbeitgeber voneinander abheben und die potenziellen Bewerberinnen und Bewerber von sich überzeugen können.

✔️ Zusätzliche Urlaubstage
✔️ Altersvorsorge
✔️ Betriebliche Krankenversicherung
✔️ Zuschüsse fürs Pendeln (ÖPNV, Fahrrad, Auto, etc.)

Dies sind die gängigen Benefits, allerdings wird auch die mentale Gesundheit immer wichtiger, wie kann der Stress durch Überstunden und Arbeitskräftemangel aufgefangen werden?

Arbeitsmarkt: Wer zufrieden ist, bleibt im Unternehmen

Wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zufrieden sind, dann sehen sie sich seltener nach einem neuen Job um, wie die Daten von Glassdoor belegen. Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz hat für viele einen hohen Stellenwert, wenn dies gegeben ist, dann sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer loyaler. Rund 90 Prozent der Befragten gaben an, dass es wichtig ist, wie man sich am Arbeitsplatz fühlt. Etwas weniger (86 Prozent) sagen, dass die Gefühle am Arbeitsplatz auch das Privatleben beeinflussen.

Diversität in unternehmen ist wichtig

Bei einer US-amerikanischen Befragung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist herausgekommen, dass 67 Prozent der Jüngeren (18 bis 34 Jahre) mangelnde Diversität in der Führungsetage als Kündigungsgrund sehen. Mangelnde ethnische Diversität sieht die Altersgruppe zu 65 Prozent als No-Go.

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