Bewerbungen

Bewerbungsschreiben abgeschafft: Wie soll eine Bewerbung in Zukunft aussehen?

+
Keine Frage: Das Bewerbungsschreiben in seiner jetzigen Form wird früher oder später ersetzt.

Vergessen Sie alles, was Sie über Bewerbungsschreiben gelernt haben. Denn die wird es nicht mehr allzu lange geben: Das Anschreiben wird über Kurz oder Lang ersetzt.

  • Die Deutsche Bahn verzichtete auf Bewerbungsschreiben.
  • Die Anzahl der Bewerber stieg um zehn Prozent.
  • Karriereberater und Personaler diskutieren seit Monaten über die Abschaffung des Bewerbungsschreibens.

Als die Deutsche Bahn von seinen Bewerbern ein entscheidendes Detail nicht verlangte, trudelten rund zehn Prozent mehr Bewerbungen ein als sonst. Seitdem diskutieren unzählige Karriereberater und Personaler darüber: Soll das Anschreiben bei Bewerbungen abgeschafft werden?

Anschreiben-Debatte der Deutschen Bahn war gutes Marketing

Die Anzahl an Bewerbern stieg vermutlich auch, weil sich die Anschreiben-Debatte als schlaue Marketingmaßnahme entpuppte. Auch wurde das Anschreiben durch einen Fragenkatalog bzw. einen Online-Eignungstest ersetzt. Aber abgesehen davon: Viele Karriereberater glauben, dass das Thema Anschreiben passé ist.

Ebenfalls interessant: Wie schreibe ich eine richtig gute Bewerbung?

Anschreiben bestehen meistens aus kopierten Floskeln

Sie kennen bestimmt das lästige Gefühl, eine möglichst bescheidene Lobeshymne auf sich selbst und Ihre Fähigkeiten verfassen zu müssen, möglichst abgestimmt auf die vermuteten Erwartungen des potenziellen Arbeitgebers. Deshalb bestehen Bewerbungsschreiben oft aus persönlichen Daten und ein paar Floskeln, die aus anderen Anschreiben herauskopiert wurden. "Ich bin begeisterungsfähig, motiviert, kreativ, belastbar..." - in etwa so nichtssagend steht es in jedem zweiten Anschreiben. Oft entscheidet vor allem, wie gut Sie sich selbst schriftlich verkaufen können, darüber, ob Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden - oder eben nicht.

Lesen Sie auch: Bewerbung: So rocken Sie mit dem ersten Satz Ihr Anschreiben.

Wer im Bewerbungsschreiben nicht auf den Punkt kommt, wird aussortiert

Das Problem ist, wie das Karriere-Portal Business Insider schreibt, dass Personaler sich zehn bis 15 Sekunden Zeit nehmen, um im Wust aus Bewerbungsfloskeln nach den Informationen zu suchen, die er braucht. Sind diese in der kurzen Zeit nicht auffindbar, landet die Bewerbung im Müll. Doch wären Bewerbungen ohne Anschreiben wirklich die bessere Alternative?

Ebenfalls interessant: Welchen Stellenwert wird der Lebenslauf künftig haben?

Ausland macht es vor: Statt Bewerbungsschreiben lieber Fragenkatalog

Ohne Anschreiben bekämen die Unternehmen noch weniger Informationen über ihren Bewerber und laden dadurch vielleicht die Falschen ein. Ein Anschreiben ist immer noch dafür da, dass sich die Personaler ein Bild vom Bewerber und dessen Motivation machen können.

Eine bessere Lösung wäre es, die Unternehmen würden konkrete Fragen stellen. Im englischsprachigen Ausland müssen Bewerber im akademischen Bereich und bei einigen multinationalen Unternehmen statt eines Bewerbungsschreibens ein paar gezielte Fragen beantworten. Diesen Fragenkatalog nennt man "Selection Criteria Statement", den man entweder in einem Word-Dokument oder in einem Online-Formular ausfüllen kann. Langfristig werden auch bei uns die Anschreiben nach und nach verschwinden.

Lesen Sie auch: Bewerbung: Mit diesen drei Tipps machen Sie richtig Eindruck.

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

vro

Bei der Bewerbung typische Fehler vermeiden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare