Wie grillst du denn?

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Bei der Entscheidung, welcher Grill der Richtige ist, scheiden sich die Geister.

Bei Gas, Holzkohle oder Elektro scheiden sich die Geister / Die drei Methoden im Vergleich

Alles nur ein Grill-Mythos? 

Ist es nur ein Grill-Mythos oder schmeckt das Fleisch vom Holzkohlegrill tatsächlich anders, als wenn es auf dem Gasgrill zubereitet worden wäre? Die Fans der erst genannten Grillmethode vermissen beim Gas das leckere Raucharoma. Sagen sie zumindest. Das Argument, dass Fleisch, Wurst und anderes Grillgut besser schmeckt, wenn es von einem Holzkohlegrill gegrillt wurde gilt schon lange nicht mehr. Aber wie mit vielen Gerüchten aus der Vergangenheit hält sich auch dieses vehement unter den eingefleischten klassischen Grillern. Verschiedene Blindverkostungen haben ergeben, dass kein Unterschied zwischen Fleisch vom Kohlegrill und Fleisch vom Gasgrill festgestellt werden kann – vorausgesetzt, dass das Grillgut auf beiden Geräten ordnungsgemäß zubereitet wird.

Ein Vergleich

Gas, Holzkohle oder Elektro? Die Frage nach dem richtigen Grill ist unverändert eine Art Glaubensfrage. Man kann es vielleicht mit Fußball vergleichen: Entweder ist man BVB- oder aber Schalke-Sympathisant. Beides geht nicht. Und so gibt es eben genauso die überzeugten Holzkohle-Fans auf der einen und die Anhänger des Gasgrills auf der anderen Seite. Einig sind sie sich vielleicht nur in dem Punkt, dass der Elektrogrill kein richtiges Grill-Feeling vermittelt. Das ist dann ungefähr so, als wenn sich Schalke- und BVB-Fans gemeinsam darauf verständigen, dass Bayern München so gar nicht geht … Der Elektrogrill hat immer noch einen schweren Stand, auch wenn er durchaus viele Vorteile bietet. Nachfolgend ein Vergleich der Unterschiede sowie Stärken und Schwächen der verschiedenen Grills. 

Beginnen wir mit dem Klassiker, dem guten, alten HOLZKOHLEGRILL, sozusagen dem Ursprung des Grillens. Holzkohlegrills gibt es in ganz einfachen und sehr günstigen Varianten, aber heutzutage auch hochmodern und mit vielen Extras. Denn sie sind alle naturgemäß recht einfach aufgebaut – mit einem Fach für die Holzkohle, einem Grillrost sowie einem Aschefach. Auf unterschiedliche Brenner mit verschiedenen Temperaturen muss man allerdings verzichten. Aber der echte Holzkohle-Grillmeister weiß natürlich, dass man in der einen Ecke mehr Hitze als in der anderen Ecke machen kann. Bei offenen Holzkohlegrills hat man das meisten klassische Grillflair, auch wenn man nicht an einem echten Lagerfeuer sitzt. Aber es knistert und qualmt zumindest. Die Rauch- und Rußentwicklung kann aber auch schnell zum Ärger mit dem Nachbarn führen. Bis die Kohlen gut durchgeglüht sind, braucht es allerdings einiges an Vorbereitung. Die lange Aufheizzeit stört die Fans dieser Grillmethode in der Regel übrigens wenig – kann in dieser Zeit schließlich das Grillen ein wenig zelebriert und das erste Bierchen schon getrunken werden. Die Reinigung ist beim Holzkohlegrill nicht immer so ganz einfach, weil der Grill erst noch lange abkühlen muss. Für das spontane Grillen im Garten oder beim Camping und auch für den kleinen Geldbeutel ist der traditionelle Kohlegrill trotz der Nachteile unverändert sicherlich eine sehr gute, vielleicht sogar die beste Wahl. 

Ein ordentlicher GASGRILL ist in der Anschaffung deutlich teurer als der Holzkohlegrill und er lässt sich aufgrund seiner Größe mit den notwendigen Nachfüllkartuschen auch nicht einfach mal eben für spontane Grillpartys auf der grünen Wiese einpacken. Das sind aber schon die einzigen Nachteile. Denn fernab der Lagerfeuerromantik ganz rational gesehen ist der Gasgrill einfach praktischer. Er lässt sich binnen weniger Minuten anheizen und ist somit schnell grillbereit. Außerdem kühlt er schnell ab, kann leicht gereinigt und abgebaut werden, ohne dass man einen Tag warten muss. Richtig gute und moderne Gasgrills stellen schon fast eine Outdoor-Küchenzeile dar. Sie haben mehrere Grillflächen mit verschiedenen Brennern und dadurch verschiedenen Grillltemperaturen. Oft ist die Warmhaltefläche auch integriert. Einmal angeschafft sind die Gasgrills günstig im Unterhalt, denn Gas ist deutlich billiger als Holzkohle. 

Kommen wir nun zum ELEKTROGRILL, der es gerade bei den „alten Hasen“ unter den Grillmeistern nicht leicht hat. Dabei hat er viele Vorteile: Er ist handlich, arbeitet raucharm und somit für die Nachbarn sehr „entgegenkommend“ und er kann auch auf einem Balkon oder einer kleinen Terrasse genutzt werden. Auch wenn die Lagerfeuerromantik hier gleich Null ist, stellt der E-Grill eine wirklich praktische und sichere Alternative – zum Beispiel für Familien mit Kindern – dar. Je nach Modell kann die Grilltemperatur mehr oder minder genau reguliert werden. Nach dem Essen lässt sich ein Elektrogrill leicht reinigen. Gut, die kleinen Geräte sind natürlich auf eine Steckdose angewiesen. Aber ein weiterer Vorteil: das Grillen mit dem Elektrogrill darf niemand verbieten. Und bei schlechtem Wetter kann man den elektrischen Tischgrill sogar im Esszimmer aufstellen, es besteht schließlich keine erhöhte Brandgefahr. Die Kritiker bemängeln jedoch ein geschmacksärmeres Aroma, aber das mag auch ein kleines Vorurteil sein. Sinnvoll ist es jedoch, nicht auf die günstigsten Modelle zurückzugreifen, denn die haben manchmal einfach eine zu schwache Leistung. Wenn sich nämlich nicht genügend Hitze erzeugen lässt, muss das Fleisch zu lange garen. Außen wird es dann nicht kross und innen auch irgendwann zäh. Experten meinen, dass ein vernünftiger E-Grill mindestens etwa 2 000 Watt haben sollte. - th

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