EU warnt

Gefährliche Produkte: China liefert am meisten

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Bei giftigen Stoffen in einer Spielzeugpuppe schlagen die Kontrolleure Alarm. 

Ob Klamotten, Spielzeug oder Kosmetik - in Deutschland und in der EU müssen zahlreiche gefährliche Produkte aus den Regalen verschwinden. Die meisten Risiko-Waren stammen aus China.

Explosive Wasserkocher und Schuhe mit hautreizenden Chemikalien: Die Zahl gefährlicher Produkte in Europa wächst weiter. Im vergangenen Jahr haben Europas Kontrolleure 2364 Waren, die die Gesundheit gefährdeten, aus den Regalen verbannt. Das war ein Plus von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel bei der Vorlage des „Rapex“-Jahresberichts mit. In der Hälfte der Fälle handelte es sich um giftige Textilien und riskantes Kinderspielzeug.

Ein Grund für den Zuwachs war laut EU-Kommission die schärfere Überwachung. „Der Anstieg ist das Ergebnis einer besseren Kontrolle und einer besseren Aufsicht durch die nationalen Behörden“, sagte EU-Verbraucherkommissar Neven Mimica.

Risiko für Kinder besonder hoch

Die Behörden warnten die Verbraucher mit Rückrufaktionen, nahmen die Produkte vom Markt oder verhängten Verkaufsverbote. „Solch gefährliche Produkte können Menschen verletzen oder sogar töten“, sagte Mimica. Das Risiko sei besonders für Kinder hoch: Sie könnten an losen Kleinteilen von Spielsachen ersticken oder sich an Schnüren von Pullis strangulieren.

Am häufigsten schlugen die Kontrolleure bei Kleidung und Spielsachen Alarm, die je ein Viertel der beanstandeten Produkte ausmachten. Kleidung und Schuhe können die Haut reizen, Allergien auslösen oder krebserregende Stoffe enthalten. An dritter Stelle lagen Elektrogeräte, die etwa defekte Stecker besaßen und deshalb in Flammen aufgingen oder einen Stromstoß erzeugten. Auch Kosmetik wurde häufig beanstandet.

Import-Waren aus China

Fast zwei Drittel der Ware (64 Prozent) kam aus China - deutlich mehr als im Vorjahr (58 Prozent). Die EU-Kommission bemühe sich um eine bessere Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden, sagte der EU-Kommissar. Doch auch vor 55 Produkten aus deutscher Herstellung wurde gewarnt. Aufgrund der scharfen Kontrollen lag Deutschland bei den Meldungen EU-weit auf dem zweiten Platz, die meisten Warnungen kamen aus Ungarn.

„Rapex“ ist eine Datenbank der EU, über die sich die EU-Staaten gegenseitig vor gefährlichen Produkten warnen. Auf diese Weise können Waren, die eine Gefahr für Verbraucher darstellen, schneller aufgespürt und vom europäischen Markt genommen werden. Das System ist seit zehn Jahren im Einsatz.

dpa

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