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Vierte Corona-Impfung: Zweiter Booster kommt für bestimmte Gruppen

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine vierte Corona-Impfung. Aber welche Gruppen sollen den zweiten Booster bekommen - und wann?

Hamm - Deutschland steckt tief in der nächsten Corona-Welle: Die Infektionszahlen sind nicht nur in Nordrhein-Westfalen auf Rekordniveau, auch in den übrigen Bundesländern lässt die Omikron-Variante die Fallzahlen rasant steigen. Ein Ende der mittlerweile zweijährigen Pandemie ist nicht in Sicht - und damit könnte auch der Schutz durch die dritte Impfung nicht bis zum Ende ausreichen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat jetzt für bestimmte Personengruppen eine zweite Auffrischungsimpfung empfohlen.

Ständige Impfkommission (Stiko)unabhängige 18-köpfige Expertengruppe der Bundesrepublik Deutschland
Gründung1972
VorsitzenderThomas Mertens

Zweite Booster-Impfung: Für wen soll die vierte Corona-Impfung kommen - und wann?

Die Stiko empfiehlt eine zweite Auffrischungsimpfung für Menschen ab 70 Jahren, Bewohnern und Betreuten in Einrichtungen der Pflege, Menschen mit Immunschwäche ab fünf Jahren sowie Tätigen in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, heißt es in einer Mitteilung am Donnerstag (3. Februar).

Die erneute Booster-Impfung soll demnach bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen frühestens drei Monate nach dem ersten Booster verabreicht werden. Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sollen die vierte Impfung frühestens sechs Monate später erhalten. Geimpft werden soll demnach mit einem mRNA-Impfstoff - also Biontech oder Moderna.

Die Stiko begründet die neuerliche Empfehlung mit nachlassendem Impfschutz. „Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz nach der ersten Auffrischungsimpfung mit der momentan zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt“, teilt die Expertengruppe mit. Das sei besonders für Menschen ab 70 Jahren und mit Immunschwäche bedeutsam, da diese ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen soll vor allem „individuell besser geschützt werden“, da dort ein erhöhte Ansteckungsgefahr bestehe.  „Ein weiteres Ziel ist dabei die Aufrechterhaltung der medizinischen und pflegerischen Versorgung durch Verringerung von Isolation und Quarantänemaßnahmen.“

Vierte Corona-Impfung: Nach Infektion kein zweiter Booster

Personen, die sich nach der ersten Booster-Impfung mit dem Coronavirus infiziert haben, wird keine zweite Auffrischungsimpfung empfohlen.

Die Stiko erklärt allerdings, dass die Datenlage zur Effektivität und zur Sicherheit der zweiten Auffrischungsimpfung noch limitiert ist. Es werde angenommen, dass der zweite Booster „ähnlich gut verträglich ist“ wie der erste.

In Israel haben bereits Hunderttausende eine vierte Impfung erhalten. Dort konnten sich zunächst Personen über 60, Personen mit einem geschwächten Immunsystem und medizinisches Personal ein viertes Mal impfen lassen. Mittlerweile hat Israel das Angebot für alle Erwachsenen mit Vorerkrankungen geöffnet und Personen, die durch ihren Beruf einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Das israelische Gesundheitsministerium ließ verlauten, dass der Schutz vor einer schweren Erkrankung nach der vierten Impfung drei- bis fünfmal so hoch ist. Aber: Eine Omikron-Infektion ist auch nach der vierten Impfung möglich, heißt es weiter.

Vierte Corona-Impfung: Beschlussentwurf kann noch verändert werden

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine vierte Corona-Impfung vor. Wer den zweiten Booster bekommen soll und ab wann - die Infos.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine vierte Corona-Impfung. © Julian Stratenschulte

Jüngste Daten aus Israel ließen vermuten, dass eine vierte Dosis „eine gewisse Verbesserung beim Schutz vor schwerer Erkrankung“ bringe, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens vor der offiziellen Empfehlung den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Mit Blick auf die Impfstoffe, die an die Omikron-Variante angepasst wurden, muss die Kommission zunächst auf die Daten aus den klinischen Studien von Moderna und Biontech /Pfizer warten“, erklärte Mertens.

Der entsprechende Beschlussentwurf der Stiko ist jetzt zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen, daher seien Änderungen noch möglich. Ab wann sich Personen also erneut impfen lassen können, steht derzeit noch nicht fest.

Auch für Kleinkinder ab sechs Monaten könnte schon bald ein Impfstoff zur Verfügung stehen. Die Unternehmen Biontech und Pfizer haben bekannt gegeben, dass sie erste Daten für eine Notfallzulassung ihres Kinderimpfstoffs für Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren eingereicht haben. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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