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Neuer Totimpfstoff: Hoffnung eines deutschen Herstellers im Kampf gegen Corona

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Von: Simon Stock

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Der Kampf gegen Corona ist ebenso in Kampf der Vakzine. Die ersten Studienergebnisse zu einem Totimpfstoff aus Deutschland stimmen hoffnungsvoll.

Hamm - Der Kampf gegen das Coronavirus wird Deutschland noch lange beschäftigen. Immer mehr Pharma-Firmen suchen daher nach neuen Impfstoffen. Mehr als 100 Vakzine sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO aktuell in Entwicklung. Eines von ihnen: ABNCov2 des deutsch-dänischen Unternehmens Bavarian Nordic. Jetzt liegen erste Studienergebnisse zu dem Totimpfstoff vor.

UnternehmenBavarian Nordic
HauptsitzDänemark
CEOPaul Chaplin

Corona-Totimpfstoff von Bavarian Nordic: Vakzin-Hoffnung aus Deutschland

Der Impfstoff, an dem das Biotech-Unternehmen an seinem Standort in Martinsried bei München arbeitet, ist anders als die bekannten Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca, mit denen Millionen Deutsche in den vergangenen 12 Monaten geimpft wurden oder werden.

ABNCov2 von Bavarian Nordic ist ein Booster-Vakzin. Heißt: Er ist als Auffrischung nach einer Erstimmunisierung mit anderen Impfstoffen gedacht. Die Entwickler setzen in ihrem Impfstoff auf virusartige Partikel („capsid virus like particle technology/cVLP)“ - eine Technologie, die schon seit Jahren bei anderen Impfstoffen im Einsatz ist.

Bei dieser Technologie wird aus Proteinbestandteilen ein Gebilde nachgebaut, das für das Immunsystem des Menschen wie ein Virus aussieht. Der Körper reagiert, als habe er es mit einem echten Virus zu tun, und bildet Antikörper, die dann zur Stelle sind, wenn das echte Virus - in diesem Falle das Coronavirus SarsCoV2 - in den Körper eindringt. Damit gehört ABNCov2 zu den Totimpfstoffen.

Corona-Impfstoff ABNCov2: Studien laufen

Erste Studienergebnisse waren nach Angaben von Bavarian Nordic vielversprechend. „Initial data from the first-in-human trial of the vaccine have confirmed its ability to induce strong and broad antibody levels, superior to those of the current approved vaccines“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens: Die Zahl der Antikörper sei höher gewesen als bei den aktuell zugelassenen Impfstoffen.

Coronavirus - Kinderimpfungen in Hessen
Der Booster-Impfstoff von Bavarian Nordic erzielte in einer ersten Studie vielversprechende Ergebnisse im Kampf gegen das Coronavirus. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Bei den Virusvarianten Alpha, Beta und Delta sei in der Phase-I-Studie die Zahl der Antikörper sogar höher gewesen als bei Biontech/Pfizer, wie Hubertus Hochrein, Leiter der Forschungsabteilung, der Tagesschau sagte. Gegen Omikron wurde das Mittel noch nicht getestet. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse gewann die Aktie von Bavarian Nordic kurzzeitig stark an Wert.

Corona-Impfstoff ABNCov2: Zulassung bis 2023?

Aktuell läuft die zweite Phase der Studie. ABNCov2 wird an mehreren 100 Probanden getestet, die schon an Covid-19 erkrankt waren oder geimpft wurden. Diese Ergebnisse werden deutlich aussagekräftiger sein als die von Studie I. Die entscheidende Phase-III-Studie mit mehreren 1000 Probanden ist für Mitte 2022 vorgesehen.

Schnelle Unterstützung bei der aktuellen Booster-Kampagne ist durch das neue Vakzin der deutsch-dänischen Biotech-Firma nicht zu erwarten. Forschungsdirektor Hochrein hofft auf eine Zulassung des Corona-Impfstoffes bis 2023. Doch auch dann wird Corona aller Voraussicht nach immer noch ein Thema sein.  „Wir werden wahrscheinlich in Abständen immer wieder boostern müssen - wie bei anderen Krankheiten“, sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Die „Booster“ genannte Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus gewinnt an Bedeutung. Nach der Booster-Impfung braucht man bei der 2G-plus-Regel nun keinen Corona-Test mehr. Allerdings gibt es bei der neuen Regelung eine Bedingung - und Ausnahmen. In Nordrhein-Westfalen sorgte das Gesundheitsministerium für großes Wirrwarr rund um die Booster-Impfung. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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