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Totgeburten nach Corona-Infektion: Laut Studie ist diese Ursache wahrscheinlich

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Forscher sind den Ursachen von Totgeburten bei ungeimpften Schwangeren nach einer Corona-Infektion nachgegangen. Zu diesen Ergebnissen sind sie gekommen.

Hamm - Eine internationale Studie hat den Zusammenhang von einer Corona-Infektion während der Schwangerschaft und Totgeburten untersucht. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass das Coronavirus* in die Plazenta (Mutterkuchen) eindringen und zerstören kann.

OrganPlazenta
FunktionVersorgung des Fötus

Totgeburten nach Corona-Infektion in der Schwangerschaft: Studie nennt Ursache

Schon früh in der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass eine Infektion während der Schwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten und andere Komplikationen erhöht. Mit dem Aufkommen der Delta-Variante häuften sich die schweren Fälle unter Schwangeren - und die Zahl der Totgeburten nach einer Infektion. Lange blieb ungewiss, warum genau die Babys starben. Dieser Frage ist eine nun in der Fachzeitschrift „Archives of Pathology & Laboratory Medicine“ veröffentlichten Studie nachgegangen.

Aktuellen Studien zufolge hat eine Corona-Infektion für Schwangere und deren ungeborenen Babys hohe gesundheitliche Risiken.
Totgeburten nach Corona-Infektion in der Schwangerschaft: Eine Studie nennt die wahrscheinliche Ursache. © Mascha Brichta/dpa

Analysiert wurde Plazenta- und Autopsiegewebe von 64 Totgeburten und vier Neugeborenen, die kurz nach der Geburt starben. In allen Fällen handelte es sich um ungeimpfte Frauen, die sich im Laufe der Schwangerschaft mit Corona angesteckt hatten. Die Studie mit dem sperrigen Titel „Placental Tissue Destruction and Insufficiency from COVID-19 Causes Stillbirth and Neonatal Death from Hypoxic-Ischemic Injury: A Study of 68 Cases with SARS-CoV-2 Placentitis from 12 Countries“ bekräftigt die Ergebnisse vorangegangener Fallberichte.

Die Forscher aus zwölf Ländern fanden heraus, dass wahrscheinlich eine Schädigung der Plazenta die Ursache für viele Corona-bedingte Totgeburten ist und nicht eine Infektion des Fötus. „Nicht der Fötus wird durch das Virus angegriffen und zerstört, sondern die Plazenta“, sagte David Schwartz, Hauptautor der Studie, der US-Nachrichtenseite nbcnews. Zwar könnten auch andere Infektionen den Mutterkuchen schädigen, doch so eine konsequente und umfassende Zerstörung wie in den (vorliegenden) Corona-Fällen habe er noch nie gesehen.

Studie: Coronavirus kann Plazenta zerstören

Glücklicherweise, so heißt es in der Studie, entwickelten sich die Probleme nur bei einem kleinen Teil („small percentage“) schwangerer Frauen mit Covid-19. Die Studie wurde durchgeführt, bevor die hochinfektiöse Omikron-Variante aufkam, die auch in Deutschland zu immer neuen Inzidenz-Höchstwerten führt. Es ist also unklar, ob auch eine Omikron-Infektion das Risiko einer Totgeburt erhöht.

Die Impfempfehlungen der Stiko in Deutschland beziehen auch schwangere Frauen ein und weisen auf ihr höheres Risiko für Komplikationen bei einer Corona-Infektion während der Schwangerschaft hin. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass eine Impfung helfen kann, diese Fälle zu verhindern. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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