1. wa.de
  2. Leben
  3. Gesundheit

Sportsucht erkennen: Immer mehr, immer häufiger – welche Anzeichen Sie ernst nehmen sollten

Erstellt:

Von: Juliane Gutmann

Kommentare

Sport ist gesund, doch im Übermaß kann er sogar negative Folgen für Körper und Psyche haben. Die Sportsucht zu erkennen, ist nicht immer leicht.

Sie sind immer in Bewegung? Eine gute Sache, denn Sport und Aktivität beugen Übergewicht und damit einhergehenden Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes vor. Außerdem senkt regelmäßiger Ausdauersport nachweislich den Blutdruck, schüttet Glückshormone aus und beugt einer Depression vor. Auch bei Sport gilt: Das richtige Maß sollte gefunden werden. Zu wenig sportliche Aktivität ist genauso wenig förderlich wie zu viel. Wer sich zu häufig verausgabt, riskiert sogar körperliche und psychische Probleme.

Denn theoretisch kann auch Sport süchtig machen. Die Sportsucht zählt zu den substanzunabhängigen Verhaltenssüchten wie Kaufsucht oder Spielsucht, informiert die Sportärztezeitung. Thomas Heinen, Professor für Bewegungs- und Trainingswissenschaft mit Schwerpunkt Turnen/Kampfsportarten an der Universität Leipzig, und Nadja Walter, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Leipzig, beschreiben in einem Artikel für die Sportärztezeitung die Symptome folgendermaßen:

Das zwanghafte Steigern der Trainingseinheiten, Umfänge und Intensitäten, um einerseits die gewünschten Effekte zu erreichen und andererseits die Entzugserscheinungen zu lindern oder zu vermeiden, ist typisch für betroffene Sportler.

Thomas Heinen und Nadja Walter

Entzugserscheinungen zeigen sich etwa als vermehrte Reizbarkeit, Depressivität oder Ängstlichkeit, die Sportsüchtige verspüren, wenn sie keinen Sport machen können, heißt es weiter.

Frau macht Sport im Fitnessstudio
Sport ist gesund – wenn man es nicht übertreibt. © Cavan Images/Imago

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit und Wohlbefinden finden Sie im regelmäßigen Gesundheits-Newsletter unseres Partners Merkur.de.

Ermüdungsbrüche bis Einsamkeit: Mögliche Folgen einer Sportsucht

Das häufige An-die-Grenzen-gehen im sportlichen Sinne kann schlimme Folgen haben. So steigt das Risiko für Ermüdungsbrüche oder andere Verletzungen, die durch Überforderung gefördert werden. Aber auch die Psyche von Sportsüchtigen leidet. Denn bei einer ausgeprägten Sportsucht kommt es häufig zu einem Rückgang sozialer Aktivitäten, weil die Trainingszeiten mit abendlichen Essensverabredungen oder Festen kollidieren. Soziale Isolation und Einsamkeit sind im schlimmsten Fall die Folge.

Umfrage zum Thema Sport

Sportsucht: Anzeichen im Überblick

Wie die Krankenkasse AOK informiert, gibt es typische Anzeichen, die darauf hindeuten, dass jemand süchtig nach Fitness und Muskelaufbau ist. Sie seien vergleichbar mit den Symptomem von Süchten generell und könnten sich wie folgt äußern:

Auch interessant

Kommentare