Mehr Frauen betroffen

Ständig trockener Mund? Das Sjögren-Syndrom kann dahinter stecken – was gegen die Autoimmunerkrankung wirkt

Frau trinkt aus Glas mit Strohhalm
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Wer ständig das Bedürfnis hat zu trinken oder Bonbons zu lutschen, weil der Mund sich trocken anfühlt, sollte einen Arzt aufsuchen: Die Autoimmunkrankheit Sjögren könnte die Ursache sein.

Trockener Mund, ständige Erschöpfung: Symptome, die auf das Sjögren-Syndrom hinweisen können. Was gegen die Beschwerden hilft, erfahren Sie hier.

Von 1.000 Menschen leiden vier an einem Sjögren-Syndrom. Damit ist die Autoimmunkrankheit die zweithäufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung – nach Arthritis, wie die Deutsche Rheuma-Liga informiert. Meist können die Patienten die Beschwerden, die das Sjögren-Syndrom mit sich bringt, zu Beginn nicht eindeutig einordnen. So werden die Beschwerden am Anfang oft auf trockene Heizungsluft, zu viel Arbeit am PC oder andere Faktoren zurückgeführt. Doch auch das Sjögren-Syndrom kann trockene Mund- und Augenschleimhaut zur Folge haben, da die Autoimmunkrankheit mit einer Entzündung der Tränen- und Speicheldrüsen einhergeht. Infolge produzieren die Drüsen weniger Flüssigkeit, was den Alltag der Betroffenen immens einschränken kann.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da das Sjögren-Syndrom dahinterstecken kann:

  • Trockene Augen*
  • häufig Bindehautentzündungen
  • Trockener Mund
  • Austrocknung anderer Schleimhäute, wie etwa die die der Atemwege
  • Starke Erschöpfung (Fatigue)
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden
  • Vorübergehend geschwollene Speicheldrüsen und Halslymphknoten
  • Trockene und juckende Haut
  • Durchblutungsstörungen in den Fingern (Raynaud-Syndrom)
  • Schlafstörungen
  • Haarausfall

Lesen Sie auch: Trockene Haut bis Migräne: Wer in den Süden zieht, muss mit diesen Beschwerden rechnen.

Sjögren-Syndrom: Frauen zehnmal häufiger betroffen als Männer

Mediziner sprechen bei den Anzeichen der Austrocknung vom Sicca-Syndrom. Doch nicht nur Speichel- und Schleimdrüsen werden von der Sjögren-Autoimmunkrankheit beeinträchtigt: Auch der gesamte Organismus kann betroffen sein. So können etwa Organe wie Lunge oder Niere Schaden nehmen. In seltenen Fällen kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu einem Lymphdrüsen-Tumor, der frühzeitig erkannt gut heilbar ist. Betroffene sollten daher immer ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Nur ein Mediziner kann das Sjögren-Syndrom diagnostizieren und eine geeignete Therapie einleiten.

Frauen erkranken der Deutschen Rheuma-Liga zufolge zehnmal häufiger als Männer am Sjögren-Syndrom. Welche Ursachen die Rheuma-Form auslösen, sei allerdings noch nicht bekannt. Diskutiert werden mögliche Trigger wie Stress, Infektionen oder Veränderungen im Hormonhaushalt.

Therapie des Sjögren-Syndroms und Selbsthilfe

Zwar ist das Sjögren-Syndrom nicht heilbar, jedoch gibt es eine Reihe nach Medikamenten, die die Beschwerden lindern können. Der behandelnde Arzt entscheidet, welche Präparate Sinn ergeben. Bewährt hat sich der Deutschen Rheuma-Liga zufolge etwa der Arzneistoff Pilocarpin, der die Flüssigkeitsproduktion der Drüsen anregt.

Neben der ärztlichen Therapiemaßnahmen können Patienten auch folgende Tipps versuchen, um die durch das Sjögren-Syndrom ausgelösten Probleme abzumildern:

  • Achten Sie darauf, so oft es geht an die frische Luft zu kommen.
  • Sorgen Sie für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit und verzichten Sie auf die Klimaanlage.
  • Schützen Sie Ihre Augen, indem Sie bei Sonne zur Sonnenbrille greifen.
  • Kaugummi kauen regt die Speichelproduktion an.
  • Achten Sie auf regelmäßiges Trinken (am besten Wasser oder ungezuckerten Tee), um die Schleimhaut im Mund feucht zu halten.
  • Achten Sie auf eine gute Mundhygiene und gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt.
  • Hören Sie auf zu rauchen und meiden Sie Raucher-Räume.

 (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Mehr Quellen: https://www.sjoegren-syndrom.de/organe.htm

Umfrage zum Thema „Autoimmunkrankheiten“

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