"Sich die Seele aus dem Leib geschrien"

Schwangere Frau bekommt Kaiserschnitt - doch dann fängt der Horror an

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Eine Frau soll einen Not-Kaiserschnitt ohne Anästhesie erhalten haben. Nun geht sie vor Gericht.

Es klingt wie eine Szene im Horrorfilm: Eine schwangere Frau wurde festgeschnallt, um einen Kaiserschnitt vorzunehmen. Ohne Anästhesie. Nun verklagt sie die Klinik.

Man kann sich kaum vorstellen, welche unsäglichen Schmerzen Delphina Mota wohl ertragen hat müssen. Ihr passierte etwas, das man nur aus schlechten Horrorfilmen kennt und den Albtraum jeder werdenden Mutter darstellt: Die 26-Jährige bekam einen Not-Kaiserschnitt - allerdings ohne Betäubung.

Schwangere Frau braucht Not-Kaiserschnitt - doch Anästhesist erscheint nicht

Das behaupten die Kalifornierin und ihr Partner zumindest nun gegenüber dem New Yorker Fernsehsender NBC 7. So soll sie letztes Jahr im November in das Tri-City Medical Center in Oceanside eingeliefert worden sein, als sie mehr als 41 Wochen schwanger war. Als die Wehen eingeleitet wurden, erhielt sie zwar eine PDA, doch die Betäubung schien nicht auszureichen.

Kurz danach fiel Motas Blutdruck dramatisch ab und die behandelnde Ärztin konnte zudem den Herzschlag des Babys nicht mehr finden. Daher entschied diese sich für einen Notfall-Kaiserschnitt - obwohl kein Anästhesist aufzutreiben war. Die Folge: Die 26-Jährige soll jeden Schnitt an ihrem Körper gespürt haben. Sie habe "geweint und sich die Seele vor Schmerzen aus dem Leib geschrien", erinnert sich die junge Frau.

Sie habe "alles spüren können, was mit ihr geschah und bettelte um Hilfe", erklärt auch ihr Verlobter und Vater des Kindes, Paul Iheanachor, im Interview. Dieser habe vor dem OP-Raum gewartet und die schrecklichen Schreie gehört, war aber völlig hilflos.

Auch tragisch: Das macht wütend und traurig zugleich: Baby kommt betrunken zur Welt.

Fall kommt vor Gericht: So verteidigt sich behandelnde Ärztin

Motas Gynäkologin, Dr. Sandra Lopez, stellt den Fall allerdings anders dar. Sie verteidigt sich mit den Worten, dass sie vor und während der Not-OP mehrmals den Anästhesisten, Dr. David Seif, versucht habe, anzupiepen. Doch vergebens. Stattdessen musste es schnell gehen - und so wurde die werdende Mutter festgeschnallt, um sich vor Schmerzen nicht aufzubäumen.

"Wenn jemand ein Messer in deinen Bauch steckt, dich aufschneidet und seine Hände reinsteckt, um dein Baby herauszureißen, unvorstellbar … ich habe versucht, mich in sie hineinzuversetzen", meint Motas Verlobter Iheanachor. "Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie es sich anfühlt, wie ein Fisch ausgenommen zu werden."

Am selben Tag gebar Mota eine gesunde Tochter namens Cali. Sie ist jetzt sieben Monate alt. Die Eltern haben nun Anklage gegen das Tri-City Medical Center erhoben. Deren Anwalt erklärt gegenüber der Huffington Post: "So etwas habe ich in 35 Jahren Berufspraxis nicht erlebt", schließt er fassungslos. Die Klinik will sich bis dato nicht zu dem Fall äußern.

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jp

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