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PIMS-Syndrom: Wochen nach Corona kann Krankheit bei Kindern kommen

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Corona-Infektionen bleiben bei Kindern oftmals unbemerkt. In seltenen Fällen kann es aber Wochen später zu einer Krankheit namens PIMS-Syndrom kommen.

Hamm - Wenn Kinder und Jugendliche an Covid-19 erkranken, dann ist der Verlauf zum Glück oft glimpflich. Wochen und sogar Monate nach der Infektion kann in seltenen Fällen jedoch eine neue Krankheit auftreten: das PIMS-Syndrom. Kommt nach der Omikron-Welle bald die PIMS-Welle?

Medizinischer BegriffPediatric Inflammatory Multisystem Syndrome
AbkürzungPIMS
ZusammenhangIndektion mit SarsCoV-2 (Corona)

PIMS-Syndrom: Symptome wie Fieber und Bauchschmerzen

PIMS steht für „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“ und ist eine verzögerte Reaktion auf eine oft symptomfreie Infektion mit dem Coronavirus. Beim PIMS-Syndrom handelt es sich um eine Entzündungserkrankung, die mit einer Vielzahl an Symptomen einhergehen kann, die aber nicht bei allen Patienten gleich schwer auftreten. Zu den Symptomen gehören unter anderem:

Betroffen vom PIMS-Syndrom ist jedes Kindesalter - vom Kleinkind bis zum Teenager. In der Mehrzahl erkranken jedoch Jungen (ungefähr zwei Drittel zu ein Drittel). PIMS tritt zum Glück jedoch nur sehr selten auf. Laut der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) wurden in Deutschland von Ende Mai 2020 bis zum 31. Januar 2022 insgesamt 631 Kinder und Jugendliche gemeldet, bei denen das Syndrom nachgewiesen wurde.

PIMS-Syndrom: Nach der Omikron-Welle höhere Fallzahlen?

Sorgen bereitet einigen Ärzten derzeit der Blick auf die große Omikron-Welle, die über Deutschland hereingebrochen ist und zu immer neuen Inzidenz-Höchstwerten führt. Denn: PIMS-Erkrankungen häufen sich laut DGPI zeitlich versetzt um wenige Wochen (im Durchschnitt vier bis sechs) parallel zum Gipfel der Covid-19-Hospitalisierungen bei Kindern und Jugendlichen.

In Israel, das eher als Deutschland von der Omikron-Welle getroffen wurde und deren Höhepunkt bereits hinter sich hat, wurde zuletzt eine sprunghafte Zunahme an länger andauernden Komplikationen bei Kindern registriert. Vor einer Woche gab es laut WAZ in Israel nur einen Fall von PIMS-Syndrom. Aktuell stünden zehn Kinder unter Beobachtung, weil sie PIMS-ähnliche Symptome entwickelten. Sechs davon seien bereits bestätigt.

Ein krankes Kind liegt im Bett. Man sieht die Hand eines Elternteils auf der Stirn des Mädchens.
PIMS-Syndrom bei Kindern: Wochen nach der Corona-Infektion kommt es in seltenen Fällen zur Krankheit. (Symbolbild) © Andrea Warnecke / dpa

PIMS-Syndrom: Schutz durch Corona-Impfung

In der vergangenen Woche hat es in Deutschland 27 Neuaufnahmen in Kliniken mit Verdacht auf PIMS gegeben. „Die Kinder und Jugendlichen, die derzeit in den Kliniken liegen, haben sich Anfang oder Mitte Dezember angesteckt – also noch vor Omikron“, sagte Jakob Armann, Oberarzt für Pädiatrische Infektiologie und Pädiatrische Intensivmedizin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Dresden und Leiter des DGPI-Registers, der WAZ.

Doch es gibt auch beruhigende Nachrichten. Das PIMS-Syndrom ist gut behandelbar, etwa mit Cortison. Tödliche Verläufe wurden bisher laut DGPI nicht berichtet. Zudem zeigen Studien, dass eine Impfung gegen das Coronavirus einen guten Schutz auch vor PIMS bietet. Es sei erwiesen, dass dadurch eine schwere Erkrankung bei Kindern verhindert werden könne, heißt es aus einer Kinderklinik in Coburg, wo nach Angaben des mdr zuletzt immer mehr Kinder und Jugendliche mit schweren Ganzkörper-Entzündungsreaktionen nach einer Covid-Infektion behandelt werden mussten.

Im näheren Umfeld gibt es Fälle, die Corona-Warn-App schickt rote Meldungen. Viele stellen sich die Frage: Wie lang ist die Inkubationszeit bei Omikron? *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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