Schlaganfall: Neue Therapie gegen Lähmungen

Jena - Eine örtliche Betäubung kann bei Schlaganfallpatienten in der Rehabilitation für erheblich mehr Beweglichkeit sorgen.

Das haben Mediziner der Friedrich-Schiller-Universität in Jena beim sogenannten „Taubschen Bewegungstraining“ herausgefunden. Über ihre Studie mit 36 Patienten berichten sie im Fachmagazin „Journal of Neuroscience“.

„Viele Schlaganfallpatienten leiden unter Lähmungen etwa einer Hand oder des gesamten Armes“, sagt Professor Thomas Weiß. Beim „Taubschen Bewegungstraining“ wird der gesunde Arm in einer Manschette fixiert, während die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Hand intensiv feinmotorische Aufgaben trainiert. Die Patienten stapeln Bauklötze oder stecken Pins in ein Lochbrett. Alltagstätigkeiten wie Händewaschen oder Trinken werden geübt.

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Die Jenaer Forscher zeigten, dass sich die Wirksamkeit zusätzlich steigern lässt, wenn die Sensitivität des bewegungseingeschränkten Armes durch eine örtliche Betäubung noch herabgesetzt wird. Während einer Hälfte der Probanden ein Lokalanästhetikum verabreicht wurde, erhielt die andere Hälfte ein Placebo.

Benachbarte Hirnregionen werden aktiviert

„Wie erwartet, hat sich die Beweglichkeit bei allen Patienten deutlich verbessert“, sagt Weiß. Darüber hinaus habe sich gezeigt, dass die betäubten Patienten noch einmal deutlich mehr profitieren als die Placebo-Gruppe. Durch das Ausschalten der Nervenreize nehme auch die Aktivität in den Hirnarealen ab, die diese Reize verarbeiten. „Gleichzeitig kommt es aber zu einer stärkeren Aktivierung benachbarter Hirnregionen“, erklärt Weiß das Phänomen.

dapd

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