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Omikron bei Genesenen: Höheres Risiko für erneute Ansteckung mit Corona-Variante?

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Von: Hannah Decke

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Mit Blick auf Omikron wird Geimpften empfohlen, sich eine Booster-Impfung zu holen. Doch wie gut sind eigentlich Genesene gegen die Corona-Variante geschützt?

Hamm - Omikron ist laut der EU-Seuchenschutzbehörde die am stärksten von anderen Varianten abweichende Corona-Form. Experten zeigen sich besorgt. Mehrere Forscherteams haben in ersten Labortests festgestellt, dass Antikörper von Geimpften vergleichsweise schlecht auf die neue Variante des Coronavirus ansprechen. Eine dritte Impfdosis sei deshalb dringend notwendig, sagt Virologe Christian Drosten. Aber wie steht es um Genesene?

Alpha (B.1.1.7)September 2020, Großbritannien
Beta (B.1.351)Dezember 2020, Südafrika
Gamma (P.1)November 2020, Brasilien
Delta (B.1.617.2)Oktober 2020, Indien
Omikron (B.1.1.529)November 2021, Südafrika

Omikron bei Genesenen: Risiko erneuter Ansteckung bei Corona-Variante höher?

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Variante B.1.1.529 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft. Sie könnte nach Angaben der Wissenschaftler zu einer höheren Reinfektionsrate führen. Allerdings sind die Untersuchungen zu der Omikron-Variante noch in einem sehr frühen Stadium.

„Die jüngsten Daten aus Südafrika deuten auf ein erhöhtes Risiko einer Wiederansteckung“ von Genesenen sowie einer Ansteckung von Geimpften hin, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Es gebe jedoch auch Hinweise auf weniger schwere Krankheitsverläufe als bei der Delta-Variante.

Omikron bei Genesenen: „Impfungen weniger effektiv, aber nicht nutzlos“

Das Risiko, sich erneut mit dem Coronavirus zu infizieren, scheint also mit der Omikron-Variante für Genesene erhöht zu sein. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, erwartet mit Omikron deutlich mehr Durchbruchsinfektionen. „Gerade bei Genesenen und „nur“ 2x Geimpften“, schrieb er am Mittwoch auf Twitter.

Wie auch bei Geimpften raten die Experten den Genesenen zur Impfung - gleichwohl erste Tests im Labor zeigen, dass die neue Mutante den Antikörpern von Geimpften besser zu entkommen scheint. „Die Impfungen sind weniger effektiv, aber nicht nutzlos“, betont Watzl. Nach einem Booster oder nach einer Kombination aus Impfung und Infektion habe man deutlich mehr Antikörper und sei besser geschützt. Ob ein Antikörpertest vor der Booster-Impfung sinnvoll ist, hat ein wa.de-Redakteur für uns getestet.

Wirkung der Corona-Impfung gegen Omikron: Menschliche Immunsystem ist komplex

Inwieweit Omikron die Wirksamkeit der derzeit verfügbaren Corona-Impfstoffe tatsächlich beeinflusst, werden erst Studien zu Infektionen bei einer Vielzahl von Menschen oder Auswertungen des laufenden Infektionsgeschehens liefern. Denn zwischen wahrem Leben und Reagenzglas gibt es große Unterschiede.

Das komplexe menschliche Immunsystem setzt nicht nur auf bestimmte Antikörper, die man sich als schnelle Eingreiftruppe bei Kontakt mit Krankheitserregern vorstellen kann, sondern auch auf den zweiten Arm der Immunantwort: die sogenannten T-Zellen. Einige davon zerstören körpereigene Zellen, die vom Virus infiziert wurden. Auch sie werden nach der Impfung gebildet und gelten als wichtig für den Schutz vor schwerer Erkrankung. Es sei kaum vorstellbar, dass eine Variante beide Schutzmechanismen aushebeln könnte, hatte Biontech-Gründer Ugur Sahin kürzlich gesagt.

Zuletzt häuften sich Berichte, nach denen die Omikron-Variante vor allem für Kinder gefährlich sein kann. (mit dpa-Material) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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