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Omikron-Variante: Schützen die Impfstoffe? Hersteller äußert Zweifel

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Von: Daniel Großert

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Die Omikron-Variante des Coronavirus versetzt die Welt in Sorge. Eine der wichtigsten Fragen: Schützen die Impfstoffe? Ein Hersteller äußert erste Zweifel.

Hamm - Viele wähnten sich in den vergangenen Monaten schon auf dem Weg aus der Corona-Pandemie. Doch jetzt schlägt das Virus umso heftiger zurück: Fast überall auf der Welt steigen die Infektionszahlen drastisch - und nun sorgt eine neue Mutation für Sorgen. Viele fragen sich, ob die vorhandenen Impfstoffe gegen die in Südafrika entdeckte Omikron-Variante wirken. Die Aussagen eines Herstellers lassen nicht das Beste vermuten.

KrankheitCovid-19
KrankheitserregerSARS-CoV-2
UrsprungVolksrepublik China

Omikron-Variante: Schützen die Impfstoffe? Moderna-Chef äußert Zweifel

Omikron versetzt die Welt in Sorge. Einige Länder wie Japan haben sich angesichts der neuen Variante des Coronavirus bereits abgeriegelt und lassen keine ausländischen Touristen mehr rein. Nach den ersten Verdachtsfällen auf die Omikron-Variante in NRW verschärfte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen umgehend die Corona-Regeln. Noch weiß niemand so wirklich, wie ansteckend und gefährlich die Mutation aus Südafrika tatsächlich ist.

Eine der wichtigsten Fragen, die es in den nächsten Tagen und Wochen zu beantworten gilt, ist die, ob die vorhandenen Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson wirksam gegen die Omikron-Variante sind. Die Aussagen, die Moderna-Chef Stephane Bancel jetzt in der Financial Times tätigte, könnten die Sorge vor der neuen Mutation verschlimmern. Denn er gehe davon aus, dass die Wirksamkeit geringer sei als bei den bisherigen Virus-Varianten.

„Ich denke, es wird ein erheblicher Rückgang sein. Ich weiß nur nicht, wie stark, weil wir die Daten abwarten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung: ‚Das wird nicht gut sein’“, sagte der Moderna-Chef. Wegen der hohen Anzahl von Mutationen auf dem Spike-Protein der Omikron-Variante könne es sogar sein, dass die aktuellen Impfstoffe im nächsten Jahr angepasst werden müssten. Endgültige Erkenntnisse darüber, wie wirksam sie gegen die erstmals in Südafrika entdeckte Mutante sind, seien innerhalb der nächsten zwei Wochen zu erwarten.

Omikron-Variante: Corona-Impfstoffe weniger wirksam? Biontech arbeitet schon an Anpassung

Sollte ein angepasster Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante nötig sein, könne es laut Stephane Barcel mehrere Monate dauern, bis er in großen Mengen hergestellt werden könnte. Weniger pessimistisch ist dagegen der in Mainz ansässige Impfstoff-Hersteller Biontech. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, habe es bereits mit der Entwicklung eines Vakzins gegen die neue Mutation begonnen. Das sei ein normales Vorgehen, wenn neue Varianten auftauchen, hieß es. „Die ersten Schritte bei der Entwicklung überschneiden sich mit den nötigen Untersuchungen, ob überhaupt ein neuer Impfstoff nötig ist“, erklärte Biontech.

Eine Krankenschwester verabreicht einen Corona-Impfstoff in einem Impfzentrum.
Wirken die Corona-Impfstoffe gegen die Omikron-Variante? Während der Moderna-Chef erste Zweifel äußert, ist man bei Biontech und Pfizer weniger pessimistisch. © Gregorio Borgia/dpa

Klarheit darüber, ob die Impfstoffe gegen Corona wegen der neuen Omikron-Variante angepasst werden müssen, soll demnach in etwa zwei Wochen herrschen. Doch Biontech habe gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer Maßnahmen getroffen, um den eigenen Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anpassen zu können, falls eine sogenannte Escape-Variante des Virus, die die Immunantwort des Körpers umgehen kann, auftauchen sollte. Innerhalb von 100 Tagen sollen dann erste Chargen ausgeliefert werden.

Der Zeitraum ist zwar relativ kurz, doch in der Zwischenzeit müsste es wohl strengere Maßnahmen geben. Bund und Länder beraten in einem Corona-Gipfel über härtere Maßnahmen. Unter anderem soll es um eine Ausweitung der 2G-plus-Regel oder Zuschauergrenzen für Bundesliga-Spiele gehen. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) brachte Kontaktbeschränkungen für NRW ins Spiel, die er „noch in dieser Woche“ umsetzen will. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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