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Schnelle Neuinfektion nach Omikron-Erkrankung? Schutz wohl gering

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Viele hoffen, dass die Omikron-Welle eine Herdenimmunität mit sich bringt. Eine Studie zeigt aber, dass nach der Erkrankung eine schnelle Neuinfektion möglich ist.

Hamm - Die Omikron-Zahlen gehen regelrecht durch die Decke. Wer eine Erkrankung mit der Corona-Variante überstanden hat, ist erst einmal geschützt. Allerdings weit kürzer, als bislang angenommen, wie eine amerikanische Studie nahelegt.

VirusSars-COV-2
KrankheitCovid-19
Aktuelle VarianteOmikron

Omikron: Nach Erkrankung schnelle Neuinfektion mit Corona möglich

Der Verlauf bei einer Omikron-Infektion ist in den allermeisten Fällen recht mild. Dadurch hegen viele die Hoffnung, das könnte das Ende der Pandemie beschleunigen. Durch die schnelle Verbreitung ist bald fast jeder mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen. Der Körper bildet Antikörper und erinnert sich bei einem erneuten Viruskontakt, um entsprechend zu reagieren. Viele Wissenschaftler hoffen, dass auf diese Weise Impflücken geschlossen und eine Herdenimmunität erreicht werden können.

Eine Studie von Forschern der University of California sät daran allerdings nun Zweifel - Gesundheitsminister Karl Lauterbach etwa twitterte, dass laut dieser Studie der milde Verlauf von Omikron dazu führen könnte, sich „relativ kurz nach der Infektion wieder anstecken“ zu können. Dass der Schutz so langanhaltend sei wie nach einer Delta-Infektion, sei unwahrscheinlich, so der Gesundheitsminister.

Omikron: Verlauf mild, Immunantwort schwach - wird so überhaupt Schutz aufgebaut?

Zu den amerikanischen Forschern gehört neben den Hauptautoren Melanie Ott und Charles Chiu auch Jennifer Dounda, Chemie-Nobelpreisträgerin aus dem Jahr 2020. Die Studienergebnisse stellen jedenfalls noch weit mehr in Frage, als die Dauer des Schutzes: nämlich, ob die schwache Immunantwort nach einem milden Omikron-Verlauf überhaupt Schutz gegen andere Corona-Varianten bietet.

Wie die Rheinische Post berichtet, nahmen die amerikanischen Forscher für ihre Untersuchung 239 Serumproben unter die Lupe. Diese stammten von 125 vollständig geimpften, teils geboosterten und teils nicht geboosterten Personen, von denen 53 sich mit Corona infizierten. 39 steckten sich mit der Delta-Variante an, der weitaus geringere Teil – 14 Personen – mit Omikron.

Die Wissenschaftler bestimmten dann in den Proben den jeweiligen Antikörpertiter. Dieser zeigt, wie viel neutralisierende Antikörper die Person gegen das Virus in sich trägt. Der Antikörpertiter gilt laut RP zwar nicht alleine ausschlaggebend dafür, ob sich jemand nochmals infiziert oder einen schweren Verlauf hat, doch gibt er einen Anhaltspunkt.

Omikron: Infizierte bilden weniger Antikörper - Risiko für schnelle Neuinfektion höher?

Den Forschern fiel demnach auf, dass die Delta-Infektionen heftiger verliefen und die Erkrankten mehr Antikörper bildeten. Die Omikron-Infizierten bildeten weniger Antikörper. Ihr Risiko für eine schnelle weitere Infektion ist der Studie zufolge höher. Aufgrund der Studienergebnisse ziehen mehrere andere Wissenschaftler den Schluss, dass eine Herdenimmunität noch auf sich warten lassen wird - darunter Gunhild Alvik Nyborg, norwegische Epidemiologin und Forscherin an der Universität Oslo.

Coronavirus-Testmobil
Die Omikron-Variante des Coronavirus ist stärker denn je. Durch viele milde Verläufe sieht eine Studie aber die Gefahr, dass die Immunantwort bei vielen Menschen so schwach ist, dass sie nicht vor einer schnellen Neuinfektion geschützt sind. © Sebastian Gollnow/dpa

Andere Forscher wiederum betonen, dass aus der Studie, die im Preprint vorliegt, nicht zu schnell Rückschlüsse gezogen werden sollten, da die Datenbasis zu gering sei.

Lässt sich Omikron mit einem Corona-Schnelltest besser nachweisen, wenn die Probe aus dem Rachen entnommen wurde? Darauf gibt es Hinweise. Unterdessen hat NRW einmal mehr eine neue Corona-Schutzverordnung. Es gibt keine großen Lockerungen, aber Anpassungen. Im Fokus steht der Einzelhandel. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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