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Omikron in NRW: Verdacht auf erste Fälle der neuen Corona-Variante

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Von: Hannah Decke

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Eine neue Corona-Variante bereitet Wissenschaftlern Sorgen. In Deutschland gibt es erste Fälle der Mutation namens Omikron - und auch Verdachtsfälle in NRW.

Update vom 28. November, 18.50 Uhr: Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es nun Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Es gebe in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Sonntag laut Mitteilung.

Alpha (B.1.1.7)September 2020, Großbritannien
Beta (B.1.351)Dezember 2020, Südafrika
Gamma (P.1)November 2020, Brasilien
Delta (B.1.617.2)Oktober 2020, Indien
Omikron (B.1.1.529)November 2021, Südafrika

Ein Sprecher des Ministeriums sagte auf dpa-Anfrage, es könne wahrscheinlich erst am Montag gesagt werden, um wie viele Verdachtsfälle es sich handelt. Laumann teilte weiter mit: „Wir werden die neue Variante und ihre Verbreitung wie auch das Infektionsgeschehen insgesamt weiter ganz genau beobachten.“ Und: „Eins macht die aktuelle Situation deutlich: Wir müssen weiter sehr aufmerksam sein.“

Neue Corona-Mutation aus Südafrika: NRW verschärft Maßnahmen wegen Omikron-Variante

Das Land hat die Maßnahmen verschärft, um die Verbreitung der Variante zu verlangsamen: „Wir haben die Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen bereits informiert, dass auch für vollständig geimpfte Personen Quarantäne angeordnet werden soll, wenn Kontakt zu einer Person mit der Omikron-Variante bestand. Ziel ist es, die Weiterverbreitung der Virusvariante zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen“, sagte ein Ministeriumssprecher der Rheinischen Post.

Update vom 27. November, 19.05 Uhr: Die als besorgniserregend eingestufte, in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante ist in Deutschland angekommen. Bayern hat zwei Fälle bestätigt. Sie sind in München registriert worden. Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag. Die Betroffenen hätten selbst vorausschauend eine Untersuchung auf die Virusvariante veranlasst, nachdem sie aus den Medien von der Gefahr erfahren hätten.

[Erstmeldung] Hamm - Experten sind alarmiert: In Südafrika breitet sich aktuell die Corona-Variante B.1.1.529 aus - und zwar rasend schnell. Durch ungewöhnlich viele Mutationen könnte die neue Variante namens Omikron hoch ansteckend sein. Viele Länder - unter anderem Deutschland - haben schon Konsequenzen gezogen. In Deutschland gibt es mittlerweile auch einen ersten Verdachtsfall.

Neue Corona-Mutation aus Südafrika: Variante „ernsthaft besorgniserregend“

Während Europa als Epizentrum der vierten Corona-Welle derzeit gegen die Delta-Variante und zahlreiche Todesfälle kämpft, bahnt sich aus Südafrika kommend die nächste Mutation an: B.1.1.529. Experten befürchten, dass die Variante Omikron wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein und den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Omikron als „besorgniserregend“ eingestuft. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest. Bis es darüber Klarheit gebe, kann es laut WHO noch Wochen dauern.

Die neue Variante des Coronavirus ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ in Deutschland angekommen. Das teilte der Grünen-Politiker am Samstagmorgen auf Twitter mit. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden. „Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus“, twitterte der Minister.

Sorge vor neuer Corona-Variante: Christian Drosten sieht viele Fragen noch unbeantwortet

Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als „ernsthaft besorgniserregend“ und als Ursache für einen „exponentiellen“ Anstieg der gemeldeten Fälle in seinem Land. Die Corona-Zahlen in Südafrika waren zuletzt drastisch gestiegen. Am Mittwoch meldeten die Behörden 1200 Neuansteckungen binnen 24 Stunden. Anfang November hatte dieser Wert noch bei 106 Fällen gelegen. In Südafrika sind 35 Prozent der Erwachsenen vollständig gegen Covid-19 geimpft.

Eine Frau sitzt an einer Bushaltestelle vor einer elektronischen Werbetafel mit einer Illustration des Coronavirus.
Die Delta-Variante des Coronavirus bringt die Gesundheitssysteme in Europa aktuell an ihre Grenzen. Jetzt bereitet eine neue Virusvariante große Sorgen. © Christoph Soeder/dpa

Dem Berliner Virologen Christian Drosten zufolge gibt es noch viele offene Fragen bei der Einschätzung der neuen Mutation.  So sei unklar, ob die Variante tatsächlich ansteckender ist oder ob ein anderer Faktor Grund für die momentan beobachtete Ausbreitung ist. „Für eine veränderte Krankheitsschwere gibt es derzeit keine Hinweise“, sagte Drosten am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Ihm reichen die bisherigen Daten noch nicht aus, um eine abschließende Bewertung abzugeben.

„Große Sorge“ wegen neuer Corona-Mutation - Reisebeschränkungen in Europa

„Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler zur Entdeckung der neuen Variante. Es müsse noch untersucht werden, ob die steigenden Fallzahlen in Südafrika wirklich mit diesem Virustypen zusammenhängen. „Das kann man einfach natürlich so schnell noch nicht beantworten“, sagte Wieler. Er hoffe sehr, dass die Ausbreitung der Variante stringent durch Reisebeschränkungen begrenzt werde.

Deutschland hat Südafrika ab Samstag (27. November, 0 Uhr) zu Virusvariantengebiet erklärt. Fluggesellschaften dürfen dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland bringen, teilte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagmorgen mit. Auch andere Länder haben den Reiseverkehr in und aus Südafrika wegen der neuen Virusvariante bereits eingeschränkt. (mit dpa-Material) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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