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Omikron-Infektion: Neue Studie weist auf milden Krankheitsverlauf hin

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Die Omikron-Variante des Coronavirus verbreitet sich in NRW, Deutschland und Europa sehr schnell. Eine Studie macht Hoffnung auf einen milden Krankheitsverlauf.

Hamm - Die Inzidenzen in Deutschland steigen wieder, es bahnt sich gar eine fünfte Corona-Welle an. Dafür verantwortlich: die hochinfektiöse Omikron-Variante. Dennoch hatte sich NRW-Virologe Sebastian Voigt von der Uniklinik Essen vor wenigen Tagen für lockere Quarantäne-Regeln ausgesprochen. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will bei einem Bund-Länder-Gipfel am Freitag darüber beraten. Wie passt das zusammen? Eine Studie von Forschenden aus USA und Japan deutet darauf hin, dass die Omikron-Variante zu deutlich milderen Krankheitsverläufen führt.

Corona-VarianteOmikron
UrsprungslandSüdafrika
Veränderung zum ursprünglichen SARS-CoV-2ungewöhnlich hohe Zahl von ca. 30 Aminosäureänderungen im Spike-Protein

Omikron-Infektion: Neue Studie deutet auf milden Krankheitsverlauf hin

Die Omikron-Variante ist deutlich ansteckender als frühere Virus-Mutationen. „Omikron zeichnet sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Impfschutzes aus“, heißt es in einer Stellungnahme des Corona-Expertenrates der Bundesregierung aus dem Dezember. Daher seien auch Geimpfte und Genesene stark in das Infektionsgeschehen involviert.

Allerdings ist die Corona-Variante wohl eher für mildere Covid-19-Krankheitsverläufe verantwortlich. Das hatte Virologe Christian Drosten im Deutschlandfunk am Freitag erklärt. Als „sehr wahrscheinlich“ stufte Drosten diese These ein. Diese wird jetzt untermauert von einer Studie von Forschenden aus den USA und Japan. Die wollen bei Mäusen und Hamstern festgestellt haben, dass die Omikron-Variante für weniger Lungenschäden und mildere Symptome sorgt. Die Ergebnisse der Preprint-Studie wurden am Mittwoch auf einem Preprint-Server veröffentlicht. Allerdings ist die Studie noch nicht durch externe Fachleute geprüft worden, wird derzeit aber von einem Journal aus dem „Nature“-Portfolio begutachtet.

Omikron-Infektion: „Omikron greift die Lunge wohl deutlich seltener an als andere Corona-Varianten“

Die Forscher um den Virologen Michael Diamond von der Washington University in St. Louis (USA) haben Hamster und Mäuse mit der Omikron- und anderen Corona-Varianten infiziert. Die Tiere mit der Omikron-Variante wiesen weniger Lungenschäden auf als Tiere, die mit einer anderen Variante infiziert worden sind. Darüber hinaus berichten die Forscher, dass die an Omikron erkrankten Tiere seltener starben als andere und weniger Gewicht verloren haben. Im Durchschnitt hatten die Tiere, die mit der neuesten Corona-Variante infiziert wurden, mildere Symptome als die in der Vergleichsgruppe.

Die Corona-Variante Omikron verbreitet sich sehr schnell in Europa, Deutschland und NRW. Eine Studie macht Hoffnung. Sie weist auf milde Krankheitsverläufe hin.
Die Corona-Variante Omikron verbreitet sich sehr schnell in Europa, Deutschland und NRW. © Thomas Banneyer/dpa

Die 65 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten vor allem beim Goldhamster milde Verläufe bei der Omikron-Variante fest. „Das war überraschend“, sagte Michael Diamond der New York Times. Denn zuvor war die Spezies bei Corona-Infektionen fast immer schwer betroffen.

Omikron-Variante: Milderer Krankheitsverlauf bei Tiere - ob auch bei Menschen, ist noch unklar

„Omikron greift die Lunge wohl deutlich seltener an als andere Corona-Varianten“, schlussfolgerten die Forscher auf Basis der Daten. Während die Viruslast in den Nasen von Hamstern genauso hoch wie bei früheren Sars-CoV-2-Formen war, betrug sie in den Lungen der Tiere nur noch ein Zehntel dessen, was bei anderen Varianten auftrat. Einen vergleichbaren Fund machten zuvor auch Forschende aus Hongkong, die menschliches Lungengewebe untersuchten und feststellten, dass die Omikron-Variante sich in der Lunge langsamer ausbreitet als Delta und andere Varianten.

Inwieweit Rückschlüsse auf Krankheitsverläufe beim Menschen gezogen werden können, ist derzeit noch unklar. Erfahrungen aus Ländern, die bereits stark unter der Omikron-Variante leiden - wie Südafrika oder Großbritannien -, zeigen aber, dass die Zahl von Intensivfällen trotz steigender Infektionszahlen sich nicht stark verändert haben.

In NRW wurden die Corona-Regeln zuletzt verschärft. Mit den aktuell steigenden Corona-Zahlen sind neue, härtere Regeln in Kraft getreten. Bund und Länder haben sich kurz vor Weihnachten auf neue Beschränkungen geeinigt.

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