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Neue Studie: Weniger Schutz vor Omirkon mit Biontech-Impfstoff

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Von: Erik Hlacer

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Omikron verbreitet sich rasant. Wirkt der Biontech-Impfstoff auch gegen die neue Corona-Variante? Eine Studie zur Wirksamkeit der Impfung lässt aufhorchen.

Hamm - Das Coronavirus grassiert aktuell so sehr wie noch nie zu vor. Maßgeblichen Anteil daran hat auch die Omikron-Variante, die sich in Deutschland mit zunehmender Geschwindigkeit verbreitet und die bisher dominierende Delta-Variante sogar zu verdrängen droht. Damit rücken auch die zugelassenen Impfstoffe in den Fokus. Insbesondere dem Vakzin von Biontech wird nachgesagt, besonders stark vor einer Delta-Infektion zu schützen. Bei Omikron sieht das jedoch anders aus, wie eine neue Studie verdeutlicht. (News zum Coronavirus).

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,24 Millionen (2020)

Omikron: Biontech-Impfstoff schützt lau Studie schlechter vor Corona

Wie gut die derzeitigen Corona-Impfstoffe gegen die Omikron (auch bekannt als B.1.1.529) wirken, wurde jetzt erstmals untersucht. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hat dazu die Schutzfunktionen der Vakzine vor der neuartigen Corona-Variante unter die Lupe genommen - und dabei beunruhigende Ergebnisse hervorgebracht.

Wohl alle aktuell verfügbaren Corona-Impfstoffe schützen nicht mehr so gut vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante des Coronavirus. Gemeinsam mit ihrem Team hat Ciesek aus Frankfurt herausgefunden, dass selbst doppelt Geimpfte offenbar kaum vor einer Omikron-Infektion sicher sind.

Biontech-Impfstoff schützt deutlich schlechter vor Omikron als vor Delta

Konkret wurden Proben von Menschen untersucht, die entweder zweimal mit Biontech, zweimal mit Moderna oder einmal mit Astrazeneca und einmal Biontech geimpft wurden. Nach sechs Monaten waren allesamt nicht mehr vor einer Ansteckung mit Omikron geschützt. Die vorhandenen Antikörper konnten die neuartigen Coronaviren demnach nicht neutralisieren.

Lediglich wer dreimal mit Biontech geimpft wurde, profitiert ersten Erkenntnissen zufolge noch immer von einer kleinen Wirksamkeit des Impfstoffs. 25 Prozent Schutz behalten Geimpfte nach einem Booster-Piks. Zum Vergleich: Bei der Delta-Variante sind es satte 95 Prozent. Aktuell muss jedoch überprüft werden, wie aussagekräftig die Ergebnisse dieser Preprint-Studie sind.

Omikron: Biontech bestätigt Erkenntnisse - Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung

Auch Datenerhebungen des Konzerns Biontech stützen die Erkenntnisse von Ciesek aus Frankfurt. Erste Labortests des Unternehmens zeigen, dass mit zwei Corona-Impfdosen möglicherweise weniger Schutz vor einer Infektion mit Omikron besteht.

Verbrauchte Ampullen mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty stehen bei einer Impfaktion des DRK in Kirn auf einem Tisch.
Verbrauchte Ampullen mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty stehen bei einer Impfaktion des DRK in Kirn auf einem Tisch. © Boris Roessler/dpa

Doch es gibt auch positive Erkenntnisse aus den vergangenen Wochen. Vor einem schweren Verlauf der Corona-Erkrankung sind Infizierte offenbar immer noch gewappnet, auch wenn die Variante Omikron heißt. Insbesondere eine Drittimpfung würde sich der Gefahr eines schweren Verlaufs entscheidend entgegenstemmen.

Das ist auch deshalb wichtig, weil Omikron eine neue Corona-Variante ist, die für Kinder besonders gefährlich zu sein scheint. Die Politik plädiert deshalb für Impfungen und versucht die Bevölkerung auch von Drittimpfungen zu überzeugen. Manche wollen allerdings lieber warten, bis ein Totimpfstoff gegen das Coronavirus entwickelt wurde.

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