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Novavax kommt: Eignet sich der Corona-Impfstoff für Booster-Impfungen?

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Im Februar kommen die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs Novavax nach Deutschland. Der Ansturm ist groß. Kann das Vakzin auch als Booster genutzt werden?

Hamm - Das Gesundheitsministerium hat insgesamt 16,3 Millionen Dosen Novavax für das Jahr 2022 bestellt. Am 21. Februar stehen die ersten 1,75 Millionen Dosen des US-Herstellers in Deutschland zur Verfügung. Die Corona-Impfdosen sollen je nach Bevölkerungsanteil auf die Bundesländer verteilt - Nordrhein-Westfalen bekommt als bevölkerungsreichstes Bundesland also die meisten Dosen. Der Ansturm ist groß. Immunologen gehen davon aus, dass sich der Impfstoff auch für die Auffrischungsimpfung eignet - sie machen aber auch Einschränkungen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,9 Millionen (2020)
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)

Novavax kommt im Februar: Eignet sich der neue Corona-Impfstoff zum Boostern?

„Alles, was bislang bekannt ist, deutet darauf hin, dass Novavax wahrscheinlich ein sehr guter Impfstoff ist“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl der Augsburger Allgemeinen. „Bei den Booster-Impfungen ist Novavax laut einer britischen Studie nicht ganz so effektiv wie dir mRNA-Impfstoffe, aber deutlich besser als Vektorimpfstoffe“, erklärte der Immunologie-Professor aus Dortmund.

In Rheinland-Pfalz können sich Bürger bereits für eine Impfung mit Novavax registrieren. Andere Bundesländer wollen bald nachziehen. Die Nachfrage ist groß. Nach vier Tagen haben sich mehr als 9.000 Menschen in Rheinland-Pfalz registriert - für eine Erstimpfung.

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich dafür ausgesprochen, dass das neue Vakzin bevorzugt an Beschäftigte des Gesundheitswesens anzubieten. In dieser Berufsgruppe gilt seit dem 15. März eine Impfpflicht.

Novavax: Das steckt hinter dem neuen Vakzin

Novavax ist der erste proteinbasierte Impfstoff gegen das Coronavirus. Die EU hat - wie bei allen Corona-Impfstoffen - eine bedingte Zulassung erteilt. Proteinbasierte Impfstoffe werden bereits seit Jahrzehnten eingesetzt, beispielsweise bei Grippe oder Tetanus. Im Impfstoff von Novavax befindet sich ein sogenannter rekombinanter Proteinimpfstoff. Winzige Partikel einer künstlichen Version des Virus sollen nach der Impfung im Körper die eigene Produktion von Antikörpern ankurbeln. Bei Biontech und Moderna (mRNA-Impfstoffe) werden Körperzellen mithilfe von Erbgutschnipseln angeregt, um selbst eine Immunantwort auszulösen.

Bei der Booster-Impfung kommen in Deutschland bislang lediglich Biontech und Moderna zum Einsatz. Ob Novavax künftig eine Alternative darstellt, ist unklar. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, kündigte bei den TV-Sendern RTL/NTV an, dass eine Entscheidung bis Ende Februar kommen werde. „Man kann sicherlich eine Empfehlung – wie auch immer die aussieht – dazu erwarten“, so Mertens.

Novavax als Booster: Studie aus Großbritannien zeigt Wirkung

Eine britische Studie hat allerdings bereits gezeigt, dass eine Auffrischungsimpfung mit Novavax die Antikörper-Menge nur um ein Fünffaches steigert - bei einer Grundimmunisierung mit zwei Dosen Biontech. Bei Biontech stieg die Antikörper-Menge um das Achtfache, bei Moderna sogar um das 11,5-fache.

Schale mit aufgezogenem Novavax-Impfstoff
Der Impfstoff von Novavax wird in Großbritannien bereits verimpft © Kirsty O'connor/Kirsty O‘connor/PA Wire/dpa

Dazu sagte der Virologe und Leiter des Instituts für medizinische Diagnostik (IMD) in Frankfurt a.M., Dr. Martin Stürmer, der Bild: „Die mRNA-Impfstoffe sind als Booster stärker, weil hier der Körper das Spike-Protein selbst nachbauen muss. Der Reiz ans Immunsystem ist größer und scheint auch effektiver zu wirken. Je natürlicher das Protein dem Abwehrsystem präsentiert wird, umso besser ist die Immunabwehr. Bei Novavax sehen die Zellen nur den synthetisch nachgebauten Proteinbestandteil.“

Derzeit dominiert die Corona-Variante Omikron das Infektionsgeschehen in Deutschland. Ob Sie sich mit Omikron infiziert haben oder es sich nur um eine Erkältung handelt, lässt sich offenbar anhand bestimmter Symptome erkennen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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