Biontech und Moderna

Nebenwirkungen von Corona-Impfstoffen: Warnung betrifft vor allem junge Männer

Die Corona-Impfung kann Nebenwirkungen mit sich ziehen. Es gibt eine seltene Erkrankung, die gerade für junge Männer gefährlich sein kann. Besonders bei Sportlern.

Hamm - Schüttelfrost, erhöhte Temperatur, Schmerzen an der Einstichstelle: Die öfter auftretenden Nebenwirkungen der Corona-Impfungen sind bekannt. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben eine schwerere auftretende Erkrankung nun als seltene Nebenwirkung von den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna eingestuft. (News zum Coronavirus)

KrankheitCovid-19, Coronavirus
in der EU zugelassene Impfstoffe mRNABiontech, Moderna
in der EU zugelassene Impfstoffe VektorJohnson&Johnson, Astrazeneca

Nebenwirkungen von Corona-Impfstoffen: EMA und WHO warnen vor Herzmuskelentzündung

Betroffen von dem Risiko sind Menschen, die eine zweite Corona-Impfung mit Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten haben. Diese können in sehr seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen oder Entzündungen des Herzbeutels (Perikarditits) erleiden. Gefährlich wird diese im Zusammenhang mit Sport.

Es handelt sich jedoch noch um einen „wahrscheinlichen Zusammenhang“ mit der Impfung, so die WHO. Jedoch wurde dieser jetzt offiziell in die Liste der Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe aufgenommen. EMA und WHO haben veranlasst, dass eine Warnung in die Fachinformationen aufgenommen wird.

Die Zahlen aus Israel zeigen, dass die vermutlichen Nebenwirkungen der Corona-Impfungen nur in sehr seltenen Fällen auftritt. Israel hat fast ausschließlich mit dem Impfstoff von Biontech fünf Millionen Menschen zweifach geimpft. In 56 Fällen kam es nach der zweiten Corona-Impfung zur Herzmuskelentzündung. Betroffen waren vor allem junge Männer zwischen 18 und 30 Jahren. Ein Mann und eine Frau starben infolge der Entzündung.

Nach der zweiten Impfung mit Biontech kommt es durchschnittlich zu mehr Nebenwirkungen - nicht nur bei diesem selten auftretenden Risiko.

Herzmuskelentzündung nach Impfung: Nebenwirkung tritt deutlich öfter nach Corona-Erkrankung auf

Allerdings: Deutlich höher als nach einer Corona-Impfung ist das Risiko, eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung (Myokarditis) zu erleiden, wenn man an Corona erkrankt. Selbst bei einem milden Verlauf können vor allem junge Männer an der Myokarditis erkranken, wie eine Studie des Universitätsklinikums Frankfurt zeigte. Die Entzündung wird häufig übersehen, unbehandelt kann sie zur Herzmuskelschwäche werden und in seltenen Fällen tödlich enden.

Corona-Nachwirkung Herzmuskelentzündung: Symptome und Behandlung

Die Symptome einer Herzmuskelentzündung sind nicht leicht zu erkennen, sie ähneln einem grippalen Infekt. Die Erkrankten sind weniger belastbar, leiden teilweise unter Atemnot, Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel durch einen kräftigen Herzschlag zu erkennen) oder Brustschmerzen.

Wie das ZDF berichtet, kann die Erkrankung vor allem dann tödlich enden, wenn die Betroffenen sich angeschlagen körperlich stark belasten. Laut ZDF haben zehn Prozent alle Fälle von plötzlich verstorbenen Sportlern eine Herzmuskelentzündung als Ursache.

Um die Erkrankung auszukurieren, müssen sich die Betroffenen schonen: Das heißt Ruhe, kein Sport und weder Alkohol noch Nikotin. Sollte es zur Herzmuskelschwäche kommen, muss diese mit Medikamenten behandelt werden.

Nebenwirkungen von Corona-Impfstoffen: Astrazeneca und Johnson&Johnson

Die Nebenwirkung einer Herzmuskelentzündung ist nicht bei den Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson&Johnson bekannt, sondern betrifft derzeit ausschließlich die mRNA-Impfstoffe.

Währenddessen schreiten die Impfungen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen immer weiter voran. Das Impftempo in Westfalen-Lippe ist hoch: Rund 73 Prozent der Personen über 18 Jahre haben mittlerweile ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten (Stand 12. Juli). Die Landesregierung hat zudem Zahlen veröffentlicht, wie oft in NRW starke Nebenwirkungen auftreten, wie Ruhr24.de berichtet. - *Ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael

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