Hohe Wirksamkeit

Nächster Lichtblick: US-Konzern meldet Durchbruch bei Corona-Impfstoff - so schnell kann es jetzt gehen

Gute Nachricht im Kampf gegen das Coronavirus: Nach Biontech meldet jetzt auch der US-Konzern Moderna einen stabilen Schutz seines Impfstoffes.

Cambridge/Mainz - Nachdem der deutsche Hersteller Biontech jüngst für Schlagzeilen mit positiven Daten beim Impfstoff gegen das Coronavirus gesorgt hat, legt nun der US-Konzern Moderna nach und spricht ebenfalls von einer hohen Wirksamkeit. Derweil rechnet der Biontech-Vorstandschef erst Ende 2021 mit einer Rückkehr zum normalen Leben - trotz Impfstoffs.

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Nächster Lichtblick: US-Konzern meldet Durchbruch bei Corona-Impfstoff

Moderna teilte am Montag mit, dass der Corona-Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent habe. Außerdem wurde bekannt, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren zu dem Moderna-Impfstoff beginnt, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat.

Erst eine Woche zuvor haben die Partner Biontech (Mainz) und Pfizer (USA) vermeldet, ihr Impfstoff BNT162b2 im Projekt „Lighspeed“ (Lichtgeschwindigkeit) biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz gegen das Coronavirus. Die EU-Kommission hatte einen Tag später einen Vertragsabschluss mit den Unternehmen erzielt. Auch mit der Tübinger Firma Curavac hat die Kommission am Montag (16. November) einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Dosen Corona-Impfstoff vereinbart. Mit dem US-Konzern Moderna verhandelt die EU-Kommission nach eigenen Angaben aktuell über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen. Ein Vertrag ist aber noch nicht geschlossen.

Hohe Wirksamkeit bei Corona-Impfstoff: Moderna meldet ähnliche Erfolge wie Biontech

Die Phase-III-Studie zum RNA-Impfstoff mRNA-1273 von Moderna umfasst insgesamt 30.000 Probanden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Hälfte davon hat den Impfstoff erhalten, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo-Mittel. Insgesamt erkrankten bislang 95 Studienteilnehmer an der Krankheit Covid-19. Davon entfielen nur 5 Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 90 Fälle wurden in der Kontrollgruppe diagnostiziert.

Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Dabei geht es darum, inwieweit der Impfstoff die Krankheit verhindern kann. Daten, zu welchem Grad mRNA-1273 eine Ansteckung verhindert, gibt es bislang nicht. Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen in zeitlichem Abstand notwendig.

Bei Biontech hatten Anfang November mehr als 43.500 Menschen mindestens eine der beiden Impfungen bekommen, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Ein Impfschutz wird nach Angaben der Hersteller eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht. In der Studie wurden demnach bis zum 8. November insgesamt 94 Fälle der Krankheit bestätigt. Die Ergebnisse werden den Angaben zufolge erst dann abschließend ausgewertet, wenn insgesamt 164 Fälle erreicht sind.

Corona-Impfstoff: Moderna will Notfallzulassung beantragen und bis Ende des Jahres Impf-Dosen liefern

Mit der Zulassung des Corona-Impfstoffes von Moderna könnte es jetzt schnell gehen. Der Konzern will nach eigenen Angaben bis Ende des Jahres bereit sein, im Falle einer Zulassung rund 20 Millionen Impf-Dosen in die USA zu liefern. Moderna will in den kommenden Wochen eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelagentur FDA beantragen. Auch Anträge bei Zulassungsbehörden anderer Länder seien geplant.

Auch Biontech wolle dem Vernehmen nach noch im November bei der US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff beantragen.

Trotz Corona-Impfstoff: Biontech-Vorstandschef rechnet erst im Winter 2021 mit Rückkehr zum normalen Leben

Biontech-Vorstandschef und Mitgründer Ugur Sahin rechnet in der Corona-Krise erst im Winter 2021 mit einer Rückkehr zum normalen Leben. „Absolut essenziell“, um dieses Ziel zu erreichen, sei eine hohe Impfquote gegen das Coronavirus bis zum Herbst, sagte Sahin am Sonntag in einem BBC-Interview. „Ich bin zuversichtlich, dass dies geschehen wird.“ Mit Blick auf die jetzige kalte Jahreszeit fügte er hinzu: „Dieser Winter wird hart.“

Vorerst werde der Corona-Impfstoff noch keinen großen Einfluss auf die Infektionszahlen haben. Wenn alles weiterhin gut laufe, werde der Impfstoff ab „Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres“ ausgeliefert. Ein mittelfristiges Ziel sei, bis April mehr als 300 Million Dosen weltweit zur Verfügung zu stellen. Dies könnte einen ersten Effekt auf Infektionszahlen haben. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/picture alliance

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