„Wunderwaffe“ gegen die Pandemie?

Johnson & Johnson kommt: So wirksam ist der neue Corona-Impfstoff

Ein neuer Corona-Impfstoff hat seine Zulassung in der EU erhalten. Das Vakzin des US-Konzerns Johnson & Johnson hat eine große Besonderheit.

Hamm - Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna - diese Impfstoffe gegen das Coronavirus werden aktuell in der EU eingesetzt. Bald kommt ein weiteres Vakzin hinzu. Der Corona-Impfstoff des US-amerikanischen Pharma-Unternehmens Johnson & Johnson hat die Zulassung in der EU erhalten. Er unterscheidet sich in einem zentralen Punkt von den Konkurrenzprodukten. Eine Expertin spricht schon von einer „Wunderwaffe“. (News zum Coronavirus)

UnternehmenJohnson & Johnson
BranchePharmazie- und Konsumgüter
SitzNew Brunswick (US-Bundesstaat New Jersey)

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Zulassung für die EU und Deutschland

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat am Donnerstag (11. März) den Weg für den vierten Corona-Impfstoff in der EU freigemacht. Die Behörde mit Sitz in Amsterdam hat die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson & Johnson empfohlen. Am späten Nachmittag stimmte die EU-Kommission zu.

Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Es gibt jedoch Befürchtungen, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig liefern kann. Johnson & Johnson sicherte zu, dass er sich an die Absprachen halten und ab April liefern werde.

Impfen in NRW soll noch in diesem Monat schneller werden. Durch die Corona-Impfung vom Hausarzt ist dann auch ein Termin im Impfzentrum unnötig.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson hat einen großen Vorteil: Eine Spritze reicht

Der Impfstoff wurde in den Niederlanden von der Johnson-Tochter Janssen entwickelt. Anders als die schon zugelassenen Präparate von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca muss das Medikament von Johnson & Johnson nur einmal gespritzt werden. Eine Freigabe für den EU-Markt könnte also die Impfkampagnen deutlich beschleunigen, auch weil der Wirkstoff bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden kann, etwa in einer Arztpraxis.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann steht der Zulassung des Impfstoffs von Johnson & Johnson positiv gegenüber. „Nicht nur, weil es ein weiterer Impfstoff ist, sondern weil dieser Impfstoff eine Eigenschaft hat, die gut ist: Man muss ihn nur einmal impfen. Das ist ein großer Vorteil“, sagte Laumann am Donnerstag in Düsseldorf. Nur ein Pieks statt zwei wie bei Biontech, Astrazeneca und Moderna heißt: ein Termin weniger, damit geringerer Logistik-Aufwand und - letztlich auch - schneller raus aus der Corona-Krise.

„Der neue Impfstoff von Johnson & Johnson kann eine echte Wunderwaffe gegen die Pandemie werden“, sagte die stellvertretende Deutschlanddirektorin der Entwicklungsorganisation One, Karoline Lerche, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland . Auch Peter Liese, CDU-Gesundheitsexperte im Europaparlament, hält den Impfstoff für „sehr wirksam“, die Nebenwirkungen seien „vertretbar“.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit des Impfstoffs von Johnson & Johnson ist trotz der einfachen Impfung mit dem von Astrazeneca vergleichbar. Vier Wochen nach der Impfung hatten die Probanden dem Unternehmen zufolge eine Schutzwirkung von 66 Prozent. Das heißt, es kam bei den Geimpften zu drei Mal weniger Infektionen mit Symptomen. Schwere Verläufe konnten zu 85 Prozent verhindert werden. Der Impfstoff, der bereits vor rund zwei Wochen in den USA zugelassen worden war, soll auch gegen Virus-Varianten effektiv sein.

Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson.

Die Nebenwirkungen, die einige Versuchspersonen gemeldet hatten, waren nach Angaben des Herstellers milde: Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen und Rötungen an der Einstichstelle. Sie ähneln damit den Nebenwirkungen der Vakzine von Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna.

Das Präparat von Johnson & Johnson ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Dabei wird einem harmlosen Erkältungsvirus ein kleiner Teil des genetischen Codes des Coronavirus zugefügt. Nach der Impfung soll der Körper dann Antikörper und Abwehrzellen bilden. Die kommen dann in Aktion, sobald eine Infektion mit dem echten Coronavirus erfolgte. Auch das Astrazeneca-Vakzin ist so aufgebaut. Bei den neuartigen mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna werden hingegen keine Viren oder Teile von Viren geimpft, sondern direkt ein Teil des Coronavirus-Erbgutes. 

Die Impfreihenfolge gibt an, wann welche Gruppe gegen Corona geimpft wird. Ein Überblick über die Priorisierung in NRW zeigt, wer bald mit einem Termin rechnen kann. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © David Zalubowski/dpa

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