Wochenbericht Robert-Koch-Institut

Influenza 2017/2018: Schon viele Grippetote - aktuelle Lage in Deutschland

Die Grippewelle hat die Deutschen nun in der kalten Jahreszeit im Griff. Doch wo wütet sie bundesweit in der Influenzasaison 2018 besonders schwer?

Man schnieft, man hustet – und überall scheinen Erreger auf einen zu lauern: Viele Deutsche müssen sich jetzt im Winter mit allerhand Beschwerden herumschlagen. Doch bei manchen handelt es sich "nur" um eine Erkältung, während andere an einem Tag noch gesund sind - und am nächsten Tag bereits mit hohem Fieber & Co. zuhause im Bett liegen müssen.

Symptome, die auf eine Grippe schließen, sind:

  • (trockener) Reizhusten
  • Schnupfen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Kopf-, Hals- und Augenschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Atemlosigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Hitzewallungen
  • Abgeschlagenheit

Auch interessant:Was hilft schnell gegen Grippesymptome? Und hier erfahren Sie, was eine Grippe ohne Fieber eigentlich ist.

Analyse von Robert-Koch-Institut: Grippe-Aktivität ist stabil - im Süden mehr Fälle bekannt

Der Grund dafür: Beide Erkrankungen werden durch (unterschiedliche) Erreger ausgelöst. Die Grippe wird hierbei vor allem durch eine Tröpfcheninfektion – beim Husten, Niesen, Sprechen oder Händeschütteln - übertragen. Da stellt sich die Frage: Wie ist denn eigentlich gerade die aktuelle Lage in Deutschland? Wo werden arme Bürger am meisten geplagt?

Das hat jetzt die "Arbeitsgemeinschaft Influenza" des Robert-Koch-Instituts (RKI) ermittelt. Und deren Auswertung hat nun ergeben: Die Grippe-Aktivität ist bis zur KW 06/2018 bundesweit deutlich gestiegen. Die Werte des Praxisindex lagen insgesamt im Bereich stark erhöhter Influenza-Aktivität - und zwar spürbar in allen Altersgruppen.

Die aktuelle Anzahl der Grippewelle ist bundesweit gestiegen.

Was allerdings auffällt: Besonders der Süden Deutschlands scheint von einer erhöhten Influenza-Aktivität betroffen zu sein,wie das RKI weiter berichtet. 

Region

KW52

KW01

KW02

KW03

KW04

KW05

KW06

Praxisindex

Interpretation ARE-Aktivität (Akute Respiratorische Erkrankungen)

>Gesamtbewertung Influenza-Aktivität

Deutschland

710

1475

2836

4718

9860

16036

18630

186

stark erhöht

Stark erhöhte Influenza-Aktivität

Süden

384

787

1476

2192

4164

6136

7699

192

stark erhöht

Stark erhöhte Influenza-Aktivität

Mitte (West)

123

292

424

792

1403

2434

2943

188

stark erhöht

Stark erhöhte Influenza-Aktivität

Norden (West)

58

129

247

454

1108

1757

2025

192

stark erhöht

Stark erhöhte Influenza-Aktivität

Osten

145

267

689

1279

2185

5707

5960

169

deutlich erhöht

Deutlich erhöhte Influenza-Aktivität

Video: Grippewelle - Warum Impfstoffe keine Wirkung zeigen

Influenza 2018: Diese Viren sorgen für Grippe-Beschwerden

Zudem wurden diverse Erreger der Atemwege identifiziert, die Grippebeschwerden verursachen können. Den meisten Betroffenen machen die Influenzaviren zu schaffen. Diese gelten als hauptverantwortlich für Fieber, starkem Krankheitsgefühl sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Weitere sind:

  • Adenoviren (lösen bei Kleinkindern Fieber und Halsschmerzen aus)
  • Rhinoviren (lösen Schnupfen und Erkältung aus)
  • Respiratorische Synzytial (RS)-Viren (lösen bei Säuglingen und Kindern bis drei Jahre akute Atemwegsbeschwerden aus)
  • Humane Metapneumoviren (lösen bei Kindern Bronchitis aus)

Lesen Sie auch: So lange dauert eine Grippe bei Erwachsenen - und bei Kindern.

Letztere sollen im Gegensatz zu den anderen Virentypen in Deutschland nur kaum aufgetreten sein. Die Daten hat das RKI stichprobenartig mithilfe von sogenannten Sentinel-Analysen in hunderten bundesweit teilnehmenden Arztpraxen und Gesundheitsbehörden ermittelt.

Grippewelle 2018 forderte bereits 136 Tote

Wie das Robert-Koch-Institut weiter vermeldet, sind im Rahmen des Infektionsschutzgesetz (IfSG) bis dato insgesamt etwa 23.379 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt worden. Die Grippewelle hat in der 52. KW 2017 begonnen und die Influenza-Aktivität ist weiter angestiegen. Die Influenza-Positivenrate lag bei 52 Prozent. Zudem bestätigt es, dass es bereits 136 Grippetote gab.

Wie lange man mit Influenza nach dem Ausbruch noch ansteckend ist, das erfahren Sie hier.

Im Vorjahr wurde dagegen kein einziger Todesfall gemeldet. Allerdings gingen in der Influenzasaison 2017 zur selben Zeit genauso viele Grippefälle ein.

Lesen Sie auch: Menschen mit schwachem Immunsystem wird oft zur Grippeschutzimpfung geraten. Doch wer übernimmt die Kosten dafür?

Alles über Influenza - was dagegen hilft und ob eine Grippeschutzimpfung sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

jp/Video: Glomex

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Rubriklistenbild: © dpa

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