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Impfdurchbruch: Schwerer Verlauf trotz Impfung - welche Faktoren das Risiko erhöhen

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Von: Hannah Decke

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Impfdurchbrüche kommen vor, verursachen aber meist nur einen milden Corona-Verlauf. Es gibt aber Faktoren, die einen schweren Verlauf wahrscheinlicher machen.

Hamm - Infiziert sich jemand trotz Impfung mit dem Coronavirus, bezeichnen Experten das als Impfdurchbruch. Durch die Omikron-Variante haben sich Infektionen bei Geimpften zuletzt gemehrt. Die Mutation weicht den Antikörpern aus und lässt den Impfschutz somit schwächer werden. Zudem sind immer mehr Menschen geimpft, somit werden automatisch mehr Impfdurchbrüche beobachtet. In der Regel verlaufen die Corona-Erkrankungen bei einem Impfdurchbruch sehr mild, vor allem wenn der Infizierte schon einen dritte Impfung erhalten hat. Es gibt aber auch andere Fälle mit einem sehr schweren Verlauf bei Geimpften. Warum?

Forscher des Centers for Disease Control and Prevention in den USA haben sich in einer Studie damit beschäftigt, weshalb Menschen trotz Impfung wegen einer Corona-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie analysierten Daten von über 1,2 Millionen Menschen, die zwischen Dezember 2020 bis Oktober 2021 (vor Omikron) eine Corona-Impfung von Biontech, Moderna oder Johnson & Johnson erhalten haben.

Impfdurchbruch: Schwerer Verlauf trotz Impfung - diese Faktoren erhöhen das Risiko

Laut den Forschern steckten sich nur 0,02 Prozent der Studienteilnehmer trotz Impfung mit dem Coronavirus an, das sind 2246 Personen. 327 von ihnen kamen zur Behandlung ins Krankenhaus, 189 zeigten einen schweren Verlauf. Sie hatten Atemnot, mussten zum Teil beatmet werden und kamen auf die Intensivstation.

Wie es in den Studienergebnissen heißt, hatten die schwer erkrankten Geimpften eine Gemeinsamkeit: Sie besaßen mindestens einen Risikofaktor. Die Forscher ermittelten acht dieser Faktoren:

Corona-Studie zu Impfdurchbrüchen: Auffrischungsimpfung bei Risikopatienten sehr wichtig

36 der untersuchten geimpften Corona-Patienten starben. Rund 78 Prozent der Erkrankten hatten mindestens vier dieser Risikofaktoren. Laut Forschern hatte das Geschlecht oder der verwendete Impfstoff keinen Einfluss auf die Schwere der Erkrankung oder das Sterberisiko. Sie betonen, dass die Studienergebnisse sich nur auf die Delta-Variante und andere Mutationen beziehen. Omikron hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Rolle gespielt.

Zudem weisen sie darauf hin, dass gerade für Personen, bei denen mindestens ein Risikofaktor vorliegt, eine Auffrischungsimpfung wichtig sei. Gerade bei der Omikron-Variante spielt der Booster eine noch größere Rolle. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sogar schon die vierte Impfung für bestimmte Gruppen empfohlen.

Durch die Omikron-Variante werden die Krankheitsverläufe immer milder. Deshalb werden Rufe nach Lockerungen der Regeln laut und selbst Karl Lauterbach macht Hoffnung. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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