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Impfungen in Apotheken sollen Impfquote steigern - Angebot ist aber nicht für jeden

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Von: Tobias Hinne-Schneider

Ein Modellprojekt in Apotheken soll die Quote von bestimmten Impfungen deutlich steigern. Viele Regionen sind dabei. Doch das Angebot ist nicht für jeden.

Hamm - Die Grippe-Impfquote bei den über 60-Jährigen in Deutschland liegt nur bei etwa 35 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erklärt, 75 Prozent sollten es sein. „Wir müssen verhindern, dass im Winter Covid- und Grippewelle aufeinandertreffen - zum Schutz jedes einzelnen wie auch des Gesundheitssystems“, sagt Thomas Rochell, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL). Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), hatten bereits eindringlich zur Grippe-Impfung aufgerufen.

Impfungen in Apotheken sollen Quote steigern: Erste Spritze im September

In einem gemeinsamen Modellprojekt machen AVWL und AOK Nordwest Grippe-Impfungen in Apotheken möglich - allerdings nur für eine bestimmte Gruppe. Ende September wurde in einer Apotheke in Dortmund die erste Spritze gesetzt, seitdem hat sich eine ganze Reihe von Apotheken dem Modellprojekt angeschlossen.

„Die Apotheken vor Ort bieten den Patientinnen und Patienten einen äußerst niederschwelligen Zugang zu den Grippeschutzimpfungen – vielfach auch in Randzeiten am späten Nachmittag oder an den Samstagen“, sagt Thomas Rochell. Da das Projekt sich derzeit aber noch in der „Aufbau- und Organisationsphase“ befinde, sollen Impfwillige sich zunächst in den Apotheken nach den Zeiten erkundigen.

Grippe-Impfung: Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis und Dortmund sind Teil der Modellregion

Zur Modellregion gehören die Stadt Dortmund, der Hochsauerlandkreis (HSK) sowie die Kreise Lippe, Höxter, Bielefeld, Herford, Minden-Lübbecke, Paderborn, Gütersloh, Olpe und der Märkische Kreis (MK). Impfen lassen können sich aber längst nicht alle. Denn das Angebot richtet sich nur an AOK-Versicherte über 18 Jahre. Ansonsten gilt: Impfen lassen ist nur dann nicht möglich, wenn beispielsweise eine akute Infektion, Fieber oder Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Impfstoffs vorliegt.

Influenza-Impfungen stehen an
Ein Piks pro Jahr: Die Grippeschutzimpfung sollte jeden Herbst aufs Neue aufgefrischt werden. © Zacharie Scheurer/dpa

Mit dem Modellvorhaben setzen die Gesundheitskasse und der Verband den Willen des Gesetzgebers um, der solche Modellprojekte mit dem im vergangenen Jahr in Kraft getretenen Masernschutzgesetz möglich gemacht hat. Ziel des Projekts: Die Impfquote soll steigen.

Eine aktuelle Studie unterstützt eine spannende Hypothese: Wer sich regelmäßig gegen Grippe impfen lässt, ist besser vor Demenz und damit Alzheimer geschützt.

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