Hohes Risiko

Erkältungswelle trifft Corona: Wem Spahn jetzt besonders zur Grippe-Impfung rät

Im Herbst und Winter droht das Aufeinandertreffen von Corona- und Grippewelle. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ruft eindringlich zur Grippe-Impfung auf.

Hamm - Maskenpflicht, Lockdown und Kontaktbeschränkungen - im vergangenen Winter blieb die Erkältungswelle nahezu aus. Jetzt werden die Corona-Einschränkungen nach und nach gelockert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), befürchten das Grippe-Corona-Chaos.

Bundesministerium für Gesundheitoberste Bundesbehörde
Gründung 1961
Hauptsitz/zweiter DienstsitzBonn/Berlin
Tochtergesellschaftenu.a. Robert-Koch-Institut, Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Soziale Sicherung

„Wir müssen deshalb verhindern, dass im Herbst und Winter zu viele Covid-19-Fälle und Grippefälle parallel auftreten“, sagte Lothar Wieler auf der Bundespressekonferenz in Berlin. Laut Wieler und Spahn könnten viele Corona-Fälle und viele Grippe-Kranke gleichzeitig zu einer massiven Belastung der Krankenhäuser führen.

Erkältungswelle trifft Corona: Gesundheitsminister Jens Spahn ruft zur Grippe-Impfung auf

Ein solches Szenario lasse sich am besten mit Impfungen und dem Tragen von Masken, Abstand halten, Hygiene, Lüften und Nutzen der Corona-Warn-App vermeiden. 

Minister Spahn appellierte insbesondere an ältere Menschen, Schwangere und medizinisches Personal, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Die Krankheit sei nicht harmlos und könne bei Risikogruppen einen schweren Verlauf nehmen. Vorhersehbar sei nicht, wie schwer die Grippewelle verlaufen werde.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, meinte, es könnte zu einer stärkeren Grippewelle in dieser Saison kommen - nach dem Ausbleiben in der vergangenen. Noch immer lassen sich zu wenige Menschen in Deutschland impfen, so Mertens. Demnach liegt die Grippe-Impfquote bei Menschen über 60 nur bei 30 bis 40 Prozent. „Genug Impfstoff ist vorhanden“, so Spahn. Er appelliert: „Bitte lassen Sie sich gegen Grippe impfen.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Präsident Lothar Wieler fordern während der Pressekonferenz eindringlich zur Grippe-Impfung auf.

27 Millionen Grippe-Impfdosen stehen zur Verfügung. 22 Millionen Dosen konnten im Jahr 2020 verabreicht werden - eine hohe Quote. Üblicherweise sind es zwischen 15 und 18 Millionen Impfungen, sagte Spahn, der sich am Morgen vor der Pressekonferenz noch selber hat impfen lassen.

Erkältungswelle trifft Corona: Grippe-Saison dauert bis Mai

Die erste Erkältungswelle startet normalerweise Anfang Oktober. Erfahrungsgemäß dauert die Saison bis Mai.

RKI-Chef Wieler fürchtet, dass durch die Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen die Infektionszahlen weiter steigen könnten. Die NRW-Landesregierung will die Maskenpflicht am 2. November aufheben.

Impfungen gegen Corona und Grippe können nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission an einem Tag erfolgen. Geraten wird dabei zu einem Zeitpunkt ab Oktober. Voraussetzung sei, dass es sich beim Influenza-Vakzin um einen sogenannten Totimpfstoff handele, teilte die Stiko mit.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare