Risikofaktor Erbgut

Bittere Corona-Studie zeigt: Bestimmtes Gen triggert schwere Covid-Verläufe - und die Entstehung von Alzheimer

Ein Mann entnimmt sich mit einem Wattestäbchen Mundschleimhautzellen für eine DNA-Probe.
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Ein Mann entnimmt sich mit einem Wattestäbchen Mundschleimhautzellen für eine DNA-Probe. Das menschliche Erbgut gibt nicht nur Aufschluss über die eigene Abstammung, sondern auch über das Risiko für bestimmte Krankheiten.

Immer neue Forschungsergebnisse helfen, die Krankheit Covid-19 besser zu verstehen. Wissenschaftler fanden aktuell heraus, welches Gen schwere Corona-Verläufe fördert.

Wenn Coronaviren in den Körper eindringen, reagieren Menschen individuell sehr verschieden. Wo die einen nur leichte Erkältungssymptome* zeigen und nach wenigen Tagen wieder fit sind, erkranken andere schwer. Forscher weltweit versuchen herauszufinden, welche Faktoren einen solchen schweren bis lebensbedrohlichen Verlauf begünstigen. Britische Forscher konnten einen Zusammenhang zwischen gefährlichen Covid-19-Erkrankungen und einem bestimmten Gen nachweisen. Das Gen OAS1 (Oligoadenylat-Synthetase 1) soll auch die häufige Demenzform Alzheimer fördern, informieren die britischen Demenz- und Genetik-Experten.

Das Team um Naciye Magusali vom Dementia Research Institute am University College London hatte sich in erster Linie mit der Frage befasst, welche Gene das Demenzrisiko erhöhen. In ihrer auf dem Fachportal Brain veröffentlichten Studie schreiben sie: „Anhand der Genotypisierung von 1.313 Personen mit sporadischer Alzheimer-Krankheit und 1.234 Kontrollpersonen konnten wir bestätigen, dass die OAS1-Variante, rs1131454, mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko verbunden ist“. Dieses Gen wurde auch mit schweren Coronaverläufen in Verbindung gebracht, heißt es weiter.

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Alzheimer und schwere Corona-Verläufe: Begünstigt ein Gen die Entstehung?

„Insgesamt belegen unsere Daten einen Zusammenhang zwischen dem genetischen Risiko für die Alzheimer-Krankheit und der Anfälligkeit für eine kritische Covid-19-Erkrankung, die sich auf OAS1 konzentriert“, schlussfolgern die britischen Forscher aus ihren Studienergebnissen. Diese Erkenntnis hätte Auswirkungen auf künftige Behandlungen der Alzheimer-Krankheit sowie Covid-19. So könnten auf Grundlage der Studienergebnisse in Zukunft Medikamente gegen Alzheimer* und Covid-19 entwickelt werden. Bislang gibt es keine Medikamente, die die Krankheiten heilen können.

Dass bisher auch Menschen mit Alzheimer an Corona gestorben sind, wurde bislang auf das gehobene Alter und den deshalb geschwächten Zustand der Betroffenen zurückgeführt. Wie Focus.de weiter informiert, könnte hier allerdings – auf Grundlage der veröffentlichten britischen Studie – auch das Risiko-Gen OAS1 verantwortlich für den tödlichen Verlauf gewesen sein. Um diese These zu bestätigen, müssen allerdings noch weitere Untersuchungen folgen. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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