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Kein Fiebersaft mehr da - was tun? Es gibt Alternativen für Kinder

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Von: Erik Hlacer

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Fiebersäfte sind wegen Lieferengpässen in Deutschlands Apotheken aktuell oftmals nicht verfügbar. Was können Eltern ihren Kindern stattdessen geben?

Hamm - Ob Corona, Erkältung, Grippe oder eine ganz andere Erkrankung - häufig tritt Fieber bei Kindern als Begleiterscheinung auf. Im Normalfall greifen Eltern dann zu Fiebersaft, doch momentan können sie das in vielen Fällen nicht tun, da die Apotheken in Nordrhein-Westfalen und Deutschland Lieferengpässe zu beklagen haben. Dennoch gibt es Alternativen.

Statt Fiebersaft bei Kindern: Zäpfchen und Tabletten als Heilsbringer?

Anstelle von Fiebersaft kann man etwa zu Zäpfchen greifen. Dabei sollte jedoch unter keinen Umständen mehr Wirkstoff ins Kind gelangen als empfohlen. „Eine Überdosierung schadet der Leber - und das ist viel schlimmer als das Fieber des Kindes“, wird Jakob Maske, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), von der Deutschen Presse-Agentur zitiert. Die Mengen-Empfehlung richte sich dabei stets nach dem Körpergewicht des Kindes.

Wichtig sei zudem, das man Zäpfchen nicht durchschneiden sollte. Wenn ein Säugling oder Kleinkind zum Beispiel nur ein Zäpfchen mit 75 Milligramm Paracetamol benötigt, wäre es ein Trugschluss, ein Zäpfchen mit 150 Milligramm Paracetamol in der Mitte zu zerteilen, da der Wirkstoff nicht immer gleichmäßig im Zäpfchen verteilt ist. Das gilt auch für andere, ähnliche Wirkstoffe wie Ibuprofen.

Anders sieht es bei teilbaren Tabletten aus, die ebenfalls eine Alternative zum Fiebersaft darstellen - sollte das Kind eine erhöhte Temperatur oder gar Fieber aufweisen. Diese können problemlos auf der Hälfte geteilt werden. Tabletten sind im Gegensatz zu Zäpfchen zudem leichter zu verabreichen, da das Einflößen im Regelfall mit weniger Protest verbunden ist. Sie können als Ganzes oder zerbröselt, mit Joghurt oder Flüssigkeit, eingenommen werden - wichtig ist nur: „Das Kind sollte alles austrinken oder aufessen, damit es auch die gesamte Menge Medikament aufnimmt“, mahnt Maske.

Wenn Kind Fieber hat: Fiebersaft nicht zwingend nötig - Das sind die Hausmittel

Ebenfalls verinnerlichen sollten Eltern, dass bei ihren Kindern nicht zwangsläufig ein fiebersenkendes Medikament herhalten muss. „Wenn es dem Kind so weit gut geht, ist das kein Muss“, betont Maske. Schließlich sei Fieber prinzipiell nicht schlimm, sondern vielmehr eine herkömmliche Abwehrreaktion des Körpers auf eine Krankheit wie Corona, Grippe oder eine Erkältung.

Bei einem milderen Verlauf lässt sich eine Erkrankung mit Fieber bei Kindern oft auch konservativ auskurieren. Neben viel Schlaf ist es etwa essenziell viel Wasser oder Tee zu Trinken. Auch Hühnersuppe oder Gemüsesuppe kann Kindern dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Ein anderes berüchtigtes Hausmittel sind Wadenwickel, wobei die Wickel abgenommen werden sollten, ehe das Kind zu frieren beginnt.

Fieber bei Kindern: Auch Apotheken stellen zum Teil Fiebersaft her

Wer trotz Alternativen wie Tabletten und Zäpfchen oder Hausmitteln nicht auf Fiebersaft verzichten will, kann sich in den Apotheken etwas genauer erkundigen, ob diese nicht vielleicht eigene Lösungen anbieten. Denn hin und wieder stellen Apotheken selbst Fiebersäfte her. Das ist jedoch mit viel Aufwand verbunden, längst nicht jede Apotheke kann eine solche Herstellung stemmen.

Bei Fiebersäften, die von Apotheken produziert werden, sollte man Kinder jedoch schon einmal mental darauf vorbereiten, dass der Geschmack nicht allzu prickelnd ist im Vergleich zu Fiebersäften, die in der Großindustrie mit viel Geschmacksaromen hergestellt werden.

Im Herbst und Winter sind es nicht nur Kinder, die vermehrt über Fieber klagen. Auch Erwachsene haben aktuell mit Infektionskrankheiten zu kämpfen. Die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung für Arbeitnehmer wurde deshalb jüngst verlängert - schon bald soll es eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) geben.

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