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Dritte Corona-Impfung: Biontech und Pfizer wollen nach wichtigen Daten handeln

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Von: Marcel Guboff

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Eine dritte Corona-Impfung wird nötig sei, sagen die Biontech und Pfizer. Die Hersteller arbeiten an einer Auffrischungsimpfung. Die Datenlage ist eindeutig.

Hamm - Wer zweimal gegen das Coronavirus geimpft worden ist, hat offiziell den vollständigen Impfschutz - mit Ausnahme des Vakzins von Johnson & Johnson, von dem eine Dosis genügt. Allerdings wird wohl schon bald eine Auffrischung, also eine dritte Corona-Impfung, nötig sein, da die Wirkung irgendwann nachlässt. (News zum Coronavirus)

UnternehmenBiontech
Gründung2008
CEOUğur Şahin (seit 2008)
HauptsitzDeutschland

Dritte Corona-Impfung: Biontech und Pfizer wollen nach wichtigen Daten handeln

Daher wollen Biontech und Pfizer bald die Zulassung für die Verabreichung einer dritten Dosis ihres Corona-Impfstoffs beantragen. Denn die Impfstoffhersteller gehen von einem Rückgang der Schutzwirkung des gemeinsamen Coronavirus-Vakzins nach einem halben Jahr aus. „Wie anhand der vom israelischen Gesundheitsministerium erhobenen Daten aus der praktischen Anwendung bereits deutlich wurde, sinkt die Schutzwirkung des Impfstoffs gegenüber Infektionen und symptomatischen Erkrankungen sechs Monate nach der zweiten Impfung“, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Weiter heißt es: „Obwohl der Schutz gegen schwere Erkrankungen sechs Monate lang hoch bleibt, ist mit einer Abnahme der Wirksamkeit gegen symptomatische Fälle im Laufe der Zeit und dem Auftreten von Varianten zu rechnen.“ Auf Basis der bisher vorliegenden Daten sei es wahrscheinlich, „dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich sein wird“.

Erste Daten einer entsprechenden Studie zeigen demnach, dass eine dritte Corona-Impfung mit dem Biontech-Vakzin die Menge an Antikörpern um das fünf- bis zehnfache erhöht. Die Unternehmen rechnen den Angaben zufolge auch damit, dass eine dritte Dosis zuverlässig bei der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus wirken wird. Details dieser Studie sollten bald in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert werden.

Biontech arbeitet an Impfstoff gegen die Delta-Variante des Coronavirus

Darüber hinaus arbeitet die deutsche Firma Biontech derzeit an einem Corona-Impfstoff, der speziell vor der Delta-Variante schützen soll - nachdem bekannt geworden ist, dass der bisherige Impfstoff von Biontech weniger gegen die Delta-Variante schützt. Die ersten Proben sind in einem Werk in Mainz in Produktion. Die klinischen Studien könnten nach Angaben von Biontech und seines US-Partners Pfizer im August beginnen. Unklar ist, welche Nebenwirkungen folgen. Bislang ist klar, dass sie nach der zweiten Impfung mit Biontech deutlich häufiger sind.

Kurz nach dem Statement von Pfizer und Biontech hieß es am Donnerstag in einer von US-Medien verbreiteten Mitteilung der FDA und der US-Gesundheitsbehörde CDC: Amerikaner, die vollständig geimpft seien, benötigten derzeit keine Auffrischungsimpfung. Man sei aber auf die Verabreichung von Auffrischungsdosen vorbereitet, sollten wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sie notwendig seien. Die US-Gesundheitsbehörden untersuchten die Frage, verließen sich dabei aber nicht ausschließlich auf Daten von Pharmafirmen. (mg mit dpa und afp)

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