Corona-Sorgen

Delta-Variante an Schulen: Virologin mit düsterer Prognose - und einer Forderung

Der Anteil der Delta-Variante wird größer und damit die Sorgen vor einer Corona-Welle an Schulen nach den Sommerferien. Virologin Melanie Brinkmann warnt.

Hamm - Die Corona-Lage hat sich vor dem Start in die Sommerferien entspannt. Doch zugleich wächst die Sorge vor der Delta-Variante des Coronavirus. Top-Virologin Melanie Brinkmann blickt mit Sorge auf die Situation an den Schulen. Sie trifft eine düstere Prognose, hat aber auch einen Ratschlag. (News zum Coronavirus)

KrankheitCovid-19
ErregerSars-CoV-2, Coronavirus
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Delta-Variante an Schulen: Virologin Melanie Brinkmann mit düsterer Prognose

Für Millionen Schüler in NRW und ganz Deutschland geht ein stressiges Corona-Schuljahr 2020/21 halbwegs normal zu Ende. Wie normal es nach den Sommerferien weitergeht, ist wegen der aufkommenden Delta-Variante ungewiss. Schon jetzt nimmt der Anteil der besonders ansteckenden Virusvariante deutlich zu - und das wird er auch in den kommenden Wochen tun. Experten prognostizieren bereits eine neue Corona-Welle spätestens im Herbst. Auch in vielen beliebten Urlaubsländern wächst der Anteil der besonders ansteckenden Virusvariante.

Die Sorge und das Hauptaugenmerk richtet sich vor allem auf Kinder und Jugendliche an den Schulen, denn viele der älteren Schüler und alle jüngeren gehen ohne Corona-Impfung ins Schuljahr 2021/22. Deutlich formuliert es die Virologin Melanie Brinkmann: Die Delta-Variante werde nach den Sommerferien „sehr schnell durch die Schulen rauschen, wenn wir keine Vorsorge treffen.“

Die Virologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung fordert angesichts vollbesetzter Klassen ein neues Konzept für Corona-Tests an Schulen. „Ich finde es wichtig, auch Kinder und Jugendliche vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu schützen“, sagte Melanie Brinkmann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Delta-Variante an Schulen: Virologin Melanie Brinkmann fordert neues Konzept für Corona-Tests

Statt weniger präzisen Antigen-Schnelltests spricht sich die Wissenschaftlerin für den vermehrten Einsatz sogenannter Lollitests oder Gurgeltests aus. „Das spart Kosten und kann per PCR ausgewertet werden“, erläuterte Melanie Brinkmann. In NRW, wo Lollitests seit Wochen landesweit an Grund- und Förderschulen durchgeführt werden, funktioniere die Logistik gut.

Außerdem sollten Brinkmann zufolge Masken getragen werden, um das Infektionsrisiko zu senken. Auch Ventilatoren direkt in den Fensterscheiben seien eine gute Lösung. „Spezielle Luftfiltergeräte können ergänzen, müssen aber auch gewartet werden, sonst funktionieren sie nicht richtig“, so Brinkmann. Dass jedes Klassenzimmer deutschlandweit bis nach den Ferien ein individuell zugeschnittenes Belüftungssystem habe, halte sie für illusorisch. 

Melanie Brinkmann, Virologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, fordert ein neues Testkonzept für Schulen.

Sicher ist für Melanie Brinkmann: „Ohne zusätzliche Maßnahmen werden die Infektionen wieder zunehmen, es wird zu Quarantäneschleifen kommen, wie man es jetzt schon in Großbritanniens Schulen beobachten kann“, sagte die Virologin.

Schulstart in NRW nach den Sommerferien: Maskenpflicht, Corona-Tests

Zuletzt hatten Bildungspolitiker aller Bundesländer immer wieder bekräftigt, dass es nach den Sommerferien an den Schulen so normal wie möglich weitergehen solle. Zusagen, dass die Schulen dieses Mal dauerhaft geöffnet bleiben, kommen jedoch aus keinem Bundesland. 

In Nordrhein-Westfalen, dem einwohnerstärksten Bundesland, müssen sich Schüler zumindest in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres auf Maskenpflicht in Innenräumen und zwei Corona-Tests pro Woche einstellen. NRW-Ministerpräsident und CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet geht einen Schritt weiter. Er ist für ein Ende der Maskenpflicht im neuen Schuljahr - allerdings unter bestimmen Voraussetzungen.

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/dpa

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