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Heftiger als Omikron? Neue Corona-Variante in Europa aufgetaucht - das sagen Experten

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Von: Erik Hlacer

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Mit B.1.640.2 ist eine neue Variante des Coronavirus in Europa aufgetaucht. Ist die Mutante gefährlicher als Omikron? Was die Experten bislang wissen.

Hamm - Omikron ist auf dem besten Weg, die dominierende Corona-Variante in Deutschland zu werden. Während einige Epidemiologen bereits hoffen, dass Omikron dazu beitrage, die Corona-Pandemie endemisch zu machen, ist nun eine weitere Corona-Mutante in Frankreich aufgetaucht, die den Namen B.1.640.2 trägt. Ein Grund zur Sorge?

Corona-VarianteB.1.640.2
UrsprungKamerun
Mutationen46 (unter anderem N501Y und E484K)
Erstes Auftreten in EuropaMarseille (Frankreich)

Neue Corona-Variante B.1.640.2 in Frankreich nachgewiesen - Ursprung: Kamerun

Wie das britische Nachrichtenportal express.com berichtet, wird derzeit vermutet, dass eine Person die neue Virus-Variante aus Kamerun nach Frankreich mitgebracht hat. Inzwischen soll die Corona-Mutante B.1.640.2 bei zwölf Personen in der Nähe der südfranzösischen Stadt Marseille nachgewiesen worden sein. Gemeinhin werden die Infektionsfälle mit dem Land Kamerun in Verbindung gebracht.

Wie französische Wissenschaftler berichten, zeigten diverse Corona-Tests bei den betroffenen Personen demnach eine „atypische Mutationen-Kombination“. Die Forscher geben an, dass die neue Variante die beiden Substitutionen N501Y und E484K im Spike-Protein aufweise. Von den Autoren der ersten Studie, die sich mit B.1.640.2 beschäftigt, wird die neue Corona-Variante mit Blick auf das Institut Hospitalier Universitaire in Marseille auch „IHU“ genannt.

Neue Corona-Variante B.1.640.2 gefährlicher als Omikron? Noch mehr Mutationen nachgewiesen

Doch ob IHU oder B.1.640.2 - wie gefährlich ist denn nun die Mutante? In Europa gibt es dazu noch kaum Angaben, schließlich ist die Corona-Variante erst vor Kurzem überhaupt erstmals identifiziert worden. Der chinesische Epidemiologe Eric Ding erklärte auf Twitter zuletzt, dass immer wieder neue Corona-Varianten auftauchen würden, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass sie gefährlicher sind. "Was eine Variante bekannter und gefährlicher macht, ist ihre Fähigkeit, sich aufgrund der Anzahl der Mutationen zu vermehren", schrieb er auf Twitter.

Coronavirus - Stuttgart.
Heftiger als Omikron? Neue Corona-Variante erreicht Europa - Das sagen die Experten. © Sebastian Gollnow/dpa

Nach dieser Definition könnte B.1.640.2 tatsächlich gefährlich sein und in Bezug auf eine rasche Verbreitung besorgniserregend. Denn die Forscher aus Marseille entdeckten in der neuen Corona-Variante insgesamt 46 Mutationen. Das ist noch mehr als bei Omikron, wo 37 Mutationen festgestellt werden konnten. Zudem stellte das Experten-Team fest, dass die oben genannte Mutation N501Y dafür bekannt ist, dass sie sich stärker an Zellen bindet und dadurch stärker verbreitet. Somit könnte B.1.640.2 also durchaus ansteckender sein als die ursprüngliche Variante des Coronavirus.

Neue Corona-Variante B.1.640.2: Zu Krankheitsverlauf ist noch nichts bekannt

Zugleich titelt die Hindustan Times (zweitgrößte englischsprachige Zeitung in Indien) bereits, dass IHU (B.1.640.2) ansteckender sei als Omikron. Der britische Virologe Tom Peacock vom Imperial College London ist da jedoch anderer Meinung. Peacock zufolge sei die Corona-Variante B.1.640.2 noch vor Omikron nachgewiesen worden. Demnach seien insgesamt 21 Infektionen mit B.1.640.2 in mehr als zwei Monaten bestätigt worden. Trotzdem mache sie in Europa im Vergleich zu Omikron aber nur einen minimalen Anteil der Infektionen aus.

Zur Schwere des Verlaufs bei einer Infektion mit B.1.640.2 lässt sich derweil noch wenig sagen. Was Omikron betrifft, weiß man dagegen inzwischen mehr - eine Infektion mit der Corona-Variante unterliege oftmals einem eher milden Verlauf. Doch wie gefährlich ist die Corona-Variante für Kinder - und den Schulstart? Überall, wo Omikron-Infektionen ansteigen, müssen viele Kinder ins Krankenhaus. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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