Variante aus Südafrika

Neue Corona-Mutation verbreitet sich schnell: So gefährlich ist die Variante C.1.2.

Eine neue Corona-Variante ist aufgetaucht. C.1.2. verbreitet sich rasant und schockiert die Wissenschaftler mit zahlreichen Mutationen. Experten sind besorgt.

Hamm - Im Kampf gegen die Corona-Krise sind Impfungen wohl der größte Hoffnungsträger und Virusvarianten sowie Mutationen die größte Gefahr. Denn die Impfstoffe um Biontech und Moderna wirken gut gegen Corona, doch zeigen im Kampf gegen Varianten wie Delta kleinere Defizite im Vergleich zum herkömmlichen Coronavirus. Umso besorgniserregender ist es, dass nun eine weitere Variante aufgetaucht ist und sich rasend schnell verbreitet. Ein Überblick über C.1.2. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Corona-Variante C.1.2.: Parallelen zu Delta - Variante zeichnet sich durch zahlreiche Mutationen aus

Die erste Besonderheit der Virus-Variante C.1.2. sind ihre vielen Mutationen. Anders als das Ursprungsvirus besitzt C.1.2. gleich 59 Mutationen. Rund die Hälfte dieser Mutationen tauchten auch in anderen Corona-Varianten auf, die bereits als gefährlich gelten. Dazu zählt auch die Delta-Variante. Einem Bericht der nationalen Gesundheitsbehörde in Südafrika zufolge könnten diese Mutationen der Immunantwort des Körpers auf das Coronavirus unter Umständen entweichen.

Das wäre ein herber Rückschlag im Kampf gegen Corona, weil dann auch die bestehenden Impfstoffe ihren Zweck vielleicht nicht mehr gänzlich erfüllen könnten, sondern überarbeitet werden müssten. Die Forschenden sprechen bei der Variante C.1.2. deshalb von einer „besorgniserregenden Konstellation an Mutationen”. Auch Karl-Lauterbach hatte am Montagabend via Twitter seine Warnung erneuert: „Erneut taucht eine potentiell sehr gefährliche SarsCoV2-Variante C.1.2. in Südafrika auf“, schrieb der SPD-Gesundheitsexperte.

Verbreitung der Corona-Variante C.1.2.: Mutationen erst in Südafrika, jetzt auch in Europa

Schon im Mai 2021 wurde die neue Variante C.1.2. des Coronavirus in Südafrika nachgewiesen. Zunächst lediglich in den Provinzen Mpumalanga und Gauteng angesiedelt, verbreitete sich C.1.2. nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland rasant. Wissenschaftler dokumentieren einen stetigen Anstieg bei der Variante. Das Tempo ähnele der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus.

Dementsprechend ist die Variante C.1.2. mit ihren vielen Mutationen nicht nur in Afrika zu finden, sondern hat sich längst auch in Europa bemerkbar gemacht. Sowohl in Portugal als auch in der Schweiz wurden bereits Corona-Fälle mit C.1.2. gemeldet. Forschern und Experten scheint es unausweichlich zu sein, dass die Variante bald auch in Deutschland ihr Unwesen treibt.

Corona-Variante C.1.2.: Was kann eine Impfung gegen Mutationen ausrichten? Forscher hoffen

Entscheidend wird nun die Frage sein, wie die Impfstoffe auf die Variante reagieren. Zwar haben die Corona-Vakzine um Biontech und Moderna nicht eine ganz so hohe Erfolgsquote bei der Delta-Variante wie bei der Ursprungsvariante. Allerdings verhindern Impfungen bei den meisten Delta-Fällen noch immer einen schweren Verlauf. Forscher hoffen deshalb, dass auch C.1.2. in dieser Hinsicht nicht gefährlicher ist und den Impfstoffen keinen Zacken aus der Krone bricht.

Bislang ist nicht klar, ob die Variante C.1.2. noch übertragbarer und infektiöser ist als die Delta-Variante. Die besorgniserregend schnelle Verbreitung stehe zunächst einmal nicht im Zusammenhang mit einem Scheitern der Impfstoffe, sondern müsse laut den Wissenschaftlern genau untersucht werden. Diese Prüfungen finden aktuell statt. Vielleicht kommen im Kampf gegen weitere Corona-Mutationen auch bald Totimpfstoffe ins Spiel - doch dabei gibt es eine zentrale Schwierigkeit.

Corona-Variante C.1.2.: Hohe Impfquote hilft - Gibt es bald wieder Virusvariantengebiete?

In jedem Fall sind sich die Wissenschaftler einig, dass das Coronavirus mutieren wird und wir es mit neuen Virus-Varianten zu tun bekommen werden. Laut einer Preprint-Studie von Forschern aus den USA trage eine hohe Impfquote allerdings grundsätzlich dazu bei, dass sich bestimmte Mutationen gar nicht erst so richtig entfalten können. Die Theorie fußt auf der Erkenntnis, dass der Anteil an gefährlichen Corona-Varianten und Mutationen in Ländern mit höherer Impfquote deutlich geringer ausfällt als in Ländern, in denen die Impfkampagne noch nicht so weit fortgeschritten ist.

Was die Variante C.1.2. - unabhängig vom Einfluss auf die menschliche Immunantwort - allein schon wegen ihrer rasanten Verbreitung bewirken kann, sind Maßnahmen in der Politik. Insbesondere Reisende kennen noch die Unterteilung von Staaten in Virusvariantengebiete, Hochinzidenzgebiete und Risikogebiete. Virusvariantengebiete hatte es zuletzt kaum noch gegeben, da die Delta-Variante auch in Deutschland schließlich die dominierende war. Doch vielleicht wird sie bald durch C.1.2. abgelöst und dieser Unterscheidung wird für deutsche Urlauber plötzlich wieder wichtig.

Rubriklistenbild: © Frese/Niedfeld/dpa/picture-alliance

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