Studie belegt

Smartwatch und Fitness-Armband helfen bei der Erkennung von Corona-Hotspots

Können Smartwatches und Fitnessarmbänder helfen, Corona-Hotspots frühzeitig zu erkennen? Das behaupten Forscher aus den USA.  

Hamm - Smartwatches und Fitnessarmbänder, sogenannte Wearables, werden immer beliebter. Sensoren registrieren Vitaldaten ihrer Träger wie Herzfrequenz und Bewegung. Können Smartwatches helfen, Corona-Hotspots frühzeitig zu erkennen? Das behauptet eine neue Studie aus den USA. (News zum Coronavirus)

Coronavirus-Erkrankung, Covid-19Infektionskrankheit
ErregerSars-Cov-2
Übertragung durchAerosole, Tröpfchen- oder Schmierinfektion

Corona-Studie: Smartwatches und Fitnessarmbänder helfen, Hotspots zu erkennen

Veränderungen von Herzfrequenz, Schlafdauer und körperlicher Bewegung, die von Smartwatches und Fitnessarmbändern aufgezeichnet wurden, haben in Verbindung mit Corona-Symptomen, die die Nutzer in einer App notierten, Hinweise auf eine Covid-19-Erkran­kung geliefert, die für epidemiologische Untersuchungen genutzt werden könnten.

Das ist das Ergebnis einer im Fachmagazin Nature Medicine veröffentlichten Studie („Wearable sensor data and self-reported symptoms for COVID-19 detection“).

Corona: Forscher sammeln Smartwatch-Daten per App

So lief die Studie ab: Bis  zum 7. Juni hatten in den USA 30.529 Personen die App „MyDataHelps“ heruntergeladen und ihre von Smartwatches und Fitnessarmbändern erhobenen Gesundheitsdaten der Forschungsgruppe zur Verfügung gestellt. Unter ihnen waren 3.811 Personen mit möglichen Symp­tomen von Covid-19. Von diesen hatten 333 einen Corona-Test durchführen lassen, der bei 54 Personen positiv war.

Die Forscher untersuchten, ob die positiven Ergebnisse im Corona-Test mit den Daten aus den Smartwatches und Fitnesstrackern einen Zusammenhang zeigten. Das war tatsächlich der Fall: Die Vitaldaten der positiv auf Sars-Cov-2 Getesteten wichen von denen den anderen ab. Positiv auf das Coronavirus Getestete gingen im Durchschnitt täglich 3.533 Schritte weniger. Außerdem schliefen sie nachts fast eine Stunde (genau: 57 Minuten) länger.

Corona: Hotspot-Erkennung durch Daten aus Smartwatches und Fitnessarmbändern

Um einzelne Infektionen mit Sars-Cov-2 zu erkennen, sind Informationen, die Smartwatches und Fitnessarmbänder liefern, zu unsicher. Schließlich können auch andere Erkrankungen solche Abweichungen zur Folge haben. Heißt: Der Träger einer Smartwatch oder eines Fitnessarmbandes kann anhand seiner eigenen Daten nicht ablesen, ob er sich mit dem Coronavirus infiziert hat oder nicht. Er sollte diese Corona-Symptome an sich feststellen. Gewissheit bringt letztlich nur ein PCR-Test.

Neue Studie: So helfen Smartwatches und Fitness-Armbänder bei Corona-Erkennung.

Aber für Epidemiologen sind die gesammelten Messwerte der Smartwatches und Fitnessarmbänder von großer Bedeutung bei der Erkennung von Corona-Hotspots. Die US-Forscher gehen davon aus, dass viele auffällige Messwerte in einer Region ein Hinweis für einen neuen Ausbruch sein könnten. („... potential to enhance our ability to identify a cluster before more spread occurs“). Das würde den Behörden ermöglichen, frühzeitig zu reagieren. Je mehr Daten den Forschern dafür vorliegen, desto besser.

Corona-Datenspende: App des Robert-Koch-Instituts in Deutschland

Die App „MyDataHelps“, auf deren Daten-Grundlage die Studie in den USA erstellt wurde, ist in Deutschland zwar nicht erhältlich. Bei uns gibt es allerdings eine App des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit entsprechenden Eigenschaften. Die App „Corona-Datenspende“ gibt es im App-Store von Apple und im Google-Plays-Sore für Android-Systeme. Sie findet auch Erwähnung in der neuen Studie der US-Forscher um Giorgio Quer als größten Versuch, Gesundheitsdaten auf freiwilliger Basis von App-Nutzern zu sammen. („The largest of these efforts, Corona-Datenspende, was developed by the Robert Koch Institut in Germany and has enrolled over 500,000 volunteers“).

Mit Hilfe der Corona-Datenspende-App können Bürgerinnen und Bürger ihre Vitaldaten dem RKI zur Verfügung stellen. Zusammen mit Zahlen aus anderen Quellen, etwa den offiziellen Meldedaten, helfen sie Daten der Smartwatches und Fitnessarmbänder den Forschern, die Ausbreitung des Coronavirus besser zu erfassen und zu verstehen. Bei den erhobenen Daten handelt es sich um Angaben zu:

  • Geschlecht
  • Alter in 5-Jahres-Schritten
  • Gewicht in 5-kg-Schritten
  • Körpergröße in 5-cm-Schritten
  • Gesundheits- und Aktivitätsdaten: zum Schlafverhalten, Herzfrequenz und Körpertemperatur
  • Postleitzahl

Die Algorithmen hinter der Corona-Datenspende erkennen Symptome, die unter anderem mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören etwa ein erhöhter Ruhepuls und ein verändertes Schlaf- und Aktivitätsverhalten - so wie die US-Forscher sie erhoben haben. Die gespendeten Daten werden laut Robert-Koch-Institut nur für Forschungszwecke verwendet.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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