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Welche Corona-Schnelltests sind zuverlässig? Untersuchung liefert Ergebnisse

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Von: Daniel Großert

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Mit einem Corona-Schnelltest soll sich eine Infektion sicher nachweisen lassen. Eine Untersuchung zeigt: Jeder fünfte Test ist dabei unzuverlässig. Der Hintergrund.

Hamm - Im Kampf gegen die Corona-Pandemie spielen auch Schnelltests eine entscheidende Rolle. Darüber sollen Infizierte möglichst früh erkannt und Infektionsketten wirksam unterbrochen werden. Wie eine aktuelle Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts zeigt, sind aber nicht alle Corona-Schnelltests zuverlässig. Jeder Fünfte ist durchgefallen.

BehördePaul-Ehrlich-Institut
Gründung1. Juni 1896, Steglitz, Berlin
DachorganisationBundesministerium für Gesundheit

Corona-Schnelltests, um Infektion festzustellen: Jeder fünfte Test nicht zuverlässig

Antigen-Schnelltests gibt es in verschiedenen Formen: Mal sind sie für die Anwendung durch geschultes Personal ausgelegt - wie bei den Bürgertests, die seit Kurzem wieder kostenlos sind -, mal für den Gebrauch als Selbsttest. Manche funktionieren mit einem Nasenabstrich, andere mit Speichel. Doch die Funktionsweise ist bei allen gleich: Basierend auf der sogenannten Lateral-Flow-Immunchromatografie sollen Antigene nachgewiesen werden, die auf eine Corona-Infektion hinweisen.

Fällt ein Schnelltest positiv aus, muss das Ergebnis allerdings immer durch einen PCR-Test bestätigt werden. Diese Art von Corona-Test weist Erbmaterial des Virus nach und erkennt dabei auch kleine Mengen. Damit ein Antigen-Test ein positives Ergebnis anzeigt, ist dagegen meist eine höhere Viruslast erforderlich.

Wer Corona-Schnelltests, die in NRW aktuell knapp werden, auf den Markt bringen will, muss sie aktuell nicht zertifizieren lassen. Noch bis Mai 2022 können die Hersteller das selbst machen. Erst danach gilt für sie die EU-Richtlinie für In-vitro-Diagnostika (IVD), nach der solche Medizinprodukte vor ihrer Zulassung von einer unabhängigen Stelle überprüft werden müssen. Weil Verbraucher vorher aber kaum einen Überblick bekommen können, wie gut welche Antigen-Tests sind, nimmt das Paul-Ehrlich-Institut bereits jetzt vergleichende Untersuchungen vor.

Corona-Schnelltests: Vier erkennen Infektion gar nicht

Das Ergebnis dieser Tests hat das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel jetzt veröffentlicht: 96 von 122 in Deutschland angeboteten Corona-Schnelltests mit CE-Kennzeichnung erfüllen die Kriterien. Das bedeutet aber auch: 26 Antigen-Tests - also mehr als jeder Fünfte - sind nicht zuverlässig genug.

Eine Person führt einen Corona-Schnelltest durch.
Mit Corona-Schnelltests soll man eine Infektion sicher nachweisen können. Doch eine Untersuchung zeigt: Jeder Fünfte ist nicht zuverlässig. © Bernd Weißbrod/dpa

Hauptkriterium der Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts war die sogenannte Sensitivität - also der Anteil von korrekt festgestellten positiven Ergebnissen. Waren von 100 positiven Schnelltests beispielsweise 98 korrekt, lag die Sensitivität bei 98 Prozent. Als Untergrenze legte das Institut einen Wert von 75 Prozent fest. 26 in Deutschland erhältliche Tests liegen darunter. Vier erkannten das Coronavirus sogar gar nicht, wie Stiftung Warentest berichtet.

Doch der Großteil der Corona-Schnelltests erkennt eine Infektion zuverlässig. „Einige Tests zeigten wiederum eine sehr hohe Sensitivität“, teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Fast 60 Antigen-Tests erkannten Sars-CoV-2 bei einer hohen Viruslast sogar zu 100 Prozent.

Die „vergleichende Auswertung“ macht es laut Paul-Ehrlich-Institut möglich, weniger empfindliche von leistungsfähigen Corona-Schnelltests zu unterscheiden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat auf seiner Internetseite eine Liste veröffentlicht, in der alle Antigentests aufgeführt sind, die nach Herstellerangaben die Mindestkriterien erfüllen und die nach Coronavirus-Testverordnung (TestV) erstattungsfähig sind. Erfüllt ein Test die Evaluierung des Paul-Ehrlich-Instituts nicht, wird er aus der Liste gestrichen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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