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Corona: Warum Sie beim Test auf einen Abstrich im Rachen bestehen sollten

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Von: Daniel Schinzig

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Lässt sich Omikron besser nachweisen, wenn die Probe für den Corona-Test aus dem Rachen entnommen wird? Darauf gibt es Hinweise.

Hamm - In vielen Corona-Testzentren gehört die Frage einfach dazu: „Rachen oder Nase?“ Und für gewöhnlich entscheiden wir uns für die Test-Variante, die uns angenehmer erscheint. Denn der eine muss herzhaft niesen, sobald das Teststäbchen die Nase berührt. Der andere hat mit einem Würgereflex zu kämpfen, kaum nähert sich der Stab dem Rachenbereich. Doch ist die Wahl der Methode eventuell ein Luxus, den wir uns besser gar nicht gönnen sollten? Wie so häufig könnte es sein, dass Omikron die Karten neu gemischt hat.

VirusSars-COV-2
KrankheitCovid-19
Aktuelle VarianteOmikron

Corona: Mehr Verlässlichkeit? Laut Studie Rachentests effektiver

Denn immer wieder ist zu lesen, dass eine im Rachen entnommene Probe besser sei, um eine Infektion mit Omikron nachzuweisen. Wären wir also besser beraten, im Testzentrum von unseren Befindlichkeiten abzusehen und auf einen Rachenabstrich zu bestehen? Zumindest gibt eine Studie aus Südafrika Hinweise darauf.

In der Untersuchung, die bisher als Preprint erschienen ist, heißt es, dass Omikron-Infektionen eher übersehen wurden, wenn die Probe für den Antigentest der Nase entnommen wurde. Der Hintergrund: Während Delta und die weiter zurückliegenden Varianten sich zu Beginn der Infektion vermehrt in der Nase ausgebreitet haben, sind die Omikronviren früher im Rachenbereich nachzuweisen.

Hier könnte auch ein Zusammenhang mit der Beobachtung bestehen, dass Omikron eher die oberen Atemwege infiziert und vermutlich deswegen auch weniger schwere Krankheitsverläufe bedingt. Wer also auf Nummer Sicher gehen möchte, bittet im Testzentrum um eine Entnahme im Rachen. Aber wie sieht es beim Selbsttest aus?

Corona-Test: Soll ich auf einen Rachenabstrich bestehen?

Denn wer kein offizielles Testergebnis braucht, sucht nicht unbedingt ein Testzentrum auf, sondern greift auch mal zum Selbsttest aus der Drogerie nebenan. Bis auf wenige Ausnahmen wird bei denen aber ausdrücklich angegeben, dass die Stäbchen für den vorderen Nasenbereich gedacht sind. Sollte man also ganz frech die Gebrauchsanweisung missachten und sich, die neuen Informationen zum Omikron-Nachweis im Hinterkopf, einfach selbst eine Probe aus dem Rachen entnehmen?

Eine Mitarbeiterin im Corona Testzentrum hält ein Teststäbchen für einen Nasen-Rachenabstrich.
Mund auf beim Coronatest: Es gibt Hinweise darauf, dass sich die Omikron-Variante besser per Rachenabstrich nachweisen lässt. (Symbolbild) © Christian Charisius / dpa

Davon raten Experten ab. So sagte der Virologe Alexander Kekulé in seinem Podcast „Kekulés Corona-Kompass“, dass gilt, was auf dem Beipackzettel steht. Offiziell davon abweichen dürfe nur medizinisches Personal. Gleichzeitig bestätigt er in der Folge vom 5. Februar 2022 auch noch einmal, dass sich Omikron im Rachen generell aber wirklich besser nachweisen lassen würde. Auch andere Experten raten davon ab, selbstständig die Tests anders zu nutzen als angegeben und verweisen auf Verletzungsgefahr im Rachenbereich.

Die beste Möglichkeit, um das Coronavirus im Allgemeinen und die Omikronvariante im Speziellen nachzuweisen, ist aber ohnehin kein Schnell-, sondern ein PCR-Test. Der ist sogar notwendig, wenn es um den Genesenennachweis geht. Wer sich tiefgreifender mit der Materie beschäftigt hat, wird in diesem Zusammenhang über den Begriff „CT-Wert“ gestoßen sein. Was genau hat es damit auf sich? *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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