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Kontaktbeschränkungen an Weihnachten? Experten drängen auf neue Corona-Regeln

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Von: Daniel Großert

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Auch an Weihnachten 2021 sorgt Corona wohl für Einschnitte. Experten fordern wegen Omikron strengere Regeln - und drängen auf Kontaktbeschränkungen für alle.

Hamm - In wenigen Tagen ist Weihnachten. Dann kommen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland viele Familien zusammen, um gemeinsam besinnliche Stunden zu verbringen. Doch in der aktuellen Zeit könnte ein ungebetener Gast mit am Tisch sitzen: das Coronavirus, möglicherweise sogar in Form der neuen Omikron-Variante. Daher bringen Experten Kontaktbeschränkungen ins Spiel - auch für Geimpfte.

BehördeRobert-Koch-Institut (RKI)
HauptsitzBerlin
Gründung1. Juli 1891

Corona-Regeln an Weihnachten: Experten fordern Kontaktbeschränkungen

Omikron breitet sich weiter aus. Mittlerweile gibt es bereits 370 bestätigte Fälle der Mutation allein in Nordrhein-Westfalen, wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag (17. Dezember) erklärte. Gegen die Verbreitung der ansteckenden Virusvariante sollen unter anderem die Booster-Impfungen helfen, um die es in NRW zuletzt viel Wirbel gab. Doch das reicht manchen Fachleuten noch nicht aus.

Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), sprach am Donnerstag über freiwillige Kontaktbeschränkungen an den bevorstehenden Feiertagen. „Wir alle müssen auch gemeinsam dafür sorgen, dass Weihnachten nicht zu einem Kickstart für Omikron wird, sondern im Gegenteil: Dass wir diese Zeit zwischen den Jahren wirklich nutzen, um die Dynamik aus dem Infektionsgeschehen rauszunehmen“, sagte Wieler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neuen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

Dafür sprach sich auch Berit Lange, Epidemiologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, aus. „Jeder kann jetzt schon aktuell für die Weihnachtsgestaltung, aber eben auch davor, mithelfen, dass wir die Infektionszahlen gar nicht erst wieder stark ansteigen lassen“, sagte sie in den ARD-Tagesthemen. Daher plädierte die Wissenschaftlerin dafür, Weihnachten und den Jahreswechsel „möglichst mit den gleichen Menschen in kleinen Gruppen“ zu feiern - konkret sprach Lange von „nicht mehr als zwei Haushalten“. Sinnvoll sei es zudem, vor Treffen einen Corona-Schnelltest zu machen, die allerdings immer knapper werden.

Corona-Regeln an Weihnachten: Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte?

Sollte sich die Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland ebenso schnell verbreiten wie in anderen Ländern, beispielsweise Großbritannien, sei in ein bis drei Wochen mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen zu rechnen. Berit Lange nannte in diesem Zusammenhang „tägliche Fallzahlen von mehreren tausend bis mehreren zehntausend“, die es Ende 2021 oder Anfang 2022 geben könnte. Wie hoch die Zahlen tatsächlich steigen, sei vom Verhalten des einzelnen und den Maßnahmen der Politik abhängig, aber auch von der Schnelligkeit des Boosterns.

Angesichts der rasend schnellen Verbreitung von Omikron habe die Politik aber nur eine kurze Reaktionszeit. Es müsse jetzt eine Entscheidung getroffen werden, „ab welchen Indikatoren welche Entscheidungen notwendig werden“, meinte die Epidemiologin. Nach Weihnachten sei es sehr gut möglich, „dass wir zusätzliche kontakteinschränkende Maßnahmen brauchen, um dieser Welle tatsächlich zu begegnen“. Bund und Länder wollen sich am Dienstag zu einem Corona-Gipfel treffen - auch ein Lockdown steht im Raum.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler verlassen nach einer Pressekonferenz zur Corona-Lage das Haus der Bundespressekonferenz.
RKI-Chef Lothar Wieler (hier mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach) brachte Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten ins Spiel. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Und die Kontaktbeschränkungen sollen dann möglicherweise nicht mehr nur für Ungeimpfte gelten, sondern für alle. „Natürlich ist es weiter wichtig, dass wir die ungeimpften Menschen schützen. Aber bei Omikron sind eben auch die Geimpften an der Verbreitung relevant beteiligt, nach allem, was wir aktuell wissen. Insbesondere dann, wenn sie nicht geboostert sind“, sagte Berit Lange in den Tagesthemen. Und weil noch nicht klar sei, wie gut zweifach geimpfte Menschen vor schweren Verläufen durch die neue Variante geschützt sind, seien eventuell auch Kontaktbeschränkungen für Geimpfte erforderlich. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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