„Dramatische Entspannung“

Virologe gibt Corona-Prognose: „Im Frühjahr ist die Pandemie vorbei“

Während die Politik noch damit beschäftigt ist, die aktuelle Corona-Welle einzudämmen, sagt ein Virologe eine „dramatische Entspannung“ für das Frühjahr voraus.

Hamm - Sorgenvoll blickt Deutschland auf den Winter. Wir stehen an demselben Punkt wie im vergangenen Jahr: Nach dem Sommer kommen die Menschen aus ihrem Urlaub zurück, die Kinder gehen zurück zur Schule, die Corona-Zahlen steigen. Die Infektionswelle im Winter wird hart, sagt Virologe Klaus Stöhr. Aber: Für das Frühjahr 2022 prognostiziert er Erstaunliches. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83.155.031

Virologe gibt Corona-Prognose: „Im Frühjahr ist die Pandemie vorbei“

Der Virologe Klaus Stöhr hat unter anderem als Leiter des Globalen Influenza-Programms für die Weltgesundheitsorganisation WHO und in der Impfstoffentwicklung für Novartis gearbeitet. Heute ist er als freier Konsultant tätig. Im Interview mit Merkur.de* warnt Stöhr vor Problemen im Winter - und macht Hoffnung für das Frühjahr.

Die Corona-Zahlen steigen, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Für Stöhr eine erwartbare Entwicklung. Eine Wellenbewegung sei sowohl im Sommer als auch im Winter absehbar. „Sorgen müsste man sich machen, wenn die Zahl der Fälle bei den über 50-Jährigen und den Geimpften unerwartet stark ansteigen würde. Das ist aber nicht der Fall“, so der Virologe.

Corona-Entwicklung in Deutschland: Virologe sieht Problem bei den Ungeimpften

Kein Grund zur Aufregung also, sagt Stöhr. Aber man müsse sich auf den Herbst vorbereiten. Das Problem seien die mehr als vier Millionen ungeimpften über 60-Jährigen. „Die sind für das Virus noch voll empfänglich. Das reicht im Winter aus für eine dramatische Zunahme von schweren Verläufen und Einweisungen in die Krankenhäuser“, warnt der Virologe im Interview mit Merkur.de*.

Für Stöhr müsse der Impffortschritt verbessert werden und die Auffrischungsimpfungen bei den Älteren Priorität haben. Dies würde den Weg zu Normalität verkürzen. Geimpfte und Genesene würden zwar am Infektionsgeschehen beteiligt bleiben und könnten unter Umständen auch vergleichsweise schwer erkranken – „aber viel, viel seltener als Ungeimpfte“, so Stöhr.

Virologe gibt Corona-Prognose: „Im Frühjahr ist die Pandemie vorbei“

Für den Virologen ist klar: Jeder, der sich nicht impfen lässt, entscheidet sich für eine Infektion. Es sei eine „alternativlose Realität“, dass sich Kinder, die sich nicht impfen lassen können, und Impfunwillige mit dem Coronavirus infizieren werden. Stöhr vermisst vor diesem Hintergrund einen Stufenplan der Bundesregierung, um die vierte Welle im Winter abzuflachen. „Wer die unvermeidbaren Infektionen bis zum Herbst durch Maßnahmen hinauszögert, verstärkt damit die Winterwelle“, prognostiziert der Virologe.

Nach der Winterwelle wird es aber dann zu einer „dramatischen Entspannung der Situation“ kommen, sagt Stöhr. Der Grund: Nach dem Winter werden laut dem Virologen maximal fünf bis zehn Prozent weder geimpft noch genesen sein. „Die Pandemie ist dann vorbei. Im Sommer wird trotz einiger Infektionen wieder absoluter Normalzustand herrschen“, so die Prognose des Virologen im Interview mit Merkur.de*.

Doch in der aktuellen Situation ist nicht jeder so entspannt wie Klaus Stöhr. Ein Immunologe aus Hannover sagte jüngst im WDR-Interview, dass die Durchseuchung der Kinder mit dem Coronavirus begonnen hat - und dies könnten wir uns epidemiologisch nicht leisten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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