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Organschäden bei mildem Corona-Verlauf? Dieses Ergebnis liefert eine Studie

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Von: Daniel Großert

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Die Omikron-Variante verursacht wohl mildere Corona-Verläufe. Aber auch die können Folgen für die Gesundheit haben: Organschäden sind möglich, sagt eine Studie.

Hamm - Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt weltweit für explodierende Fallzahlen. Auch in Nordrhein-Westfalen und Deutschland gibt es immer mehr Neuinfektionen. Experten erwarten, dass die Infektionszahlen durch die Mutation in bisher nie da gewesene Dimensionen steigen. Andererseits deuten Studien darauf hin, dass die Krankheitsverläufe bei Omikron milder sind. Doch auch die können für dauerhafte gesundheitliche Probleme sorgen, wie eine Studie jetzt zeigt.

KrankenhausUniversitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
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Leichte Corona-Verläufe: Studie deutet auf mögliche Organschäden hin

Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben nämlich herausgefunden, dass auch milde Corona-Verläufe Organschäden verursachen können, wie tagesschau.de berichtet. Deren Studie besagt demnach, dass das Virus mittelfristig die Funktionen von Herz, Lunge oder Nieren beeinträchtigen kann. Darüber hinaus seien bei leichten Verläufen gehäuft Beinvenenthrombosen aufgetreten.

Insgesamt 443 ungeimpfte Menschen seien Teil der „Hamburg City Health Study“ gewesen, die nach Angaben des Universitätsklinkums Mitte 2020 begonnen habe. Die Forscher untersuchten dafür Funktion, Struktur und mögliche Folgeschädigungen von Herz-Kreislauf- und Gefäßsystem, Lunge, Nieren und Gehirn. Alle Studienteilnehmer gaben selbst an, keine, milde oder mäßige Symptome im Zuge ihrer Corona-Infektion verspürt zu haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass auch leichte Corona-Verläufe ihre Spuren im Körper hinterlassen können: Demnach sank das Lungenvolumen der Teilnehmer im Durchschnitt um drei Prozent im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Die Filterleistung der Nieren verringerte sich im Schnitt um zwei Prozent, die Pumpkraft des Herzens ging um ein bis zwei Prozent zurück. Der Wert für kardiales Troponin - ein Proteinkomplex, der bei Schädigung des Herzens freigesetzt wird - stieg sogar um 14 Prozent.

Organschäden bei leichten Corona-Verläufen: Beschwerden können erst nach Jahren auftreten

Darüber hinaus entdeckten die Forscher bei den Patienten zwei bis drei Mal häufiger Hinweise auf zurückliegende Beinvenenthrombosen als in der Vergleichsgruppe. Lediglich beim Gehirn habe es keine Auffälligkeiten gegeben, berichtet tagesschau.de. Die Betroffenen sagten aber trotz der Auswirkungen auf ihre Organe, dass es keine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität gebe.

„Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint“, erklärten die Wissenschaftler des UKE. Die Daten ließen sich zwar nicht vollständig auf die Omikron-Variante, bei der Schnelltests offenbar auch zuverlässig sind, übertragen, doch bei Ungeimpften könnte die Corona-Mutation dennoch langfristige Beeinträchtigungen verursachen, wie Stefan Blankenberg, der Leiter des Herz- und Gefäßzentrums am UKE, bei tagesschau24 sagte.

Auf zwei Monitoren sind Computertomographie-Aufnahmen der Lunge eines Corona-Patienten zu sehen.
Auch leichte Corona-Verläufe können Organschäden verursachen, beispielsweise in der Lunge. © Sebastian Gollnow/dpa

Die Beschwerden bei den Organen könnten demnach in sechs bis neun Monaten auftreten, aber auch erst nach zehn oder 20 Jahren. Zwar könnten die Organe sich auch von der Corona-Infektion erholen, wie Stefan Blankenberg erklärte. Jedoch wisse man, dass sich leichte Veränderungen über zehn bis 30 Jahr auch verschlimmern könnten. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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