Covid-19

Corona-Impfung: Wirksamkeit der Impfstoffe im Vergleich - wann bin ich geschützt?

Mittlerweile gibt es einige Impfstoffe gegen das Coronavirus. Doch wann beginnt eigentlich die maximale Wirkungszeit? Wie sehr schützt eine Impfe wirklich gegen das Virus?

Hamm - Immer mehr Menschen sind gegen Covid-19 geimpft. Doch es warten auch immer noch viele auf ihren ersten Impftermin. Denn der Impfstoff ist nicht nur in NRW rar, Erstimpfungen sind derzeit kaum zu bekommen. Doch ist das alles den Aufwand wert? Wie wirksam ist eine Corona-Impfung eigentlich? Und wann ist die maximale Wirkungszeit erreicht? (News zum Coronavirus)

Die Wirksamkeit gibt an, wie gut die Impfstoffe Symptome durch Corona verhindern. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) zeigen die bisher in Deutschland zugelassenen Vakzine allesamt deutliche Immunantworten, die auch bei den neu aufgetretenen Virusvarianten zuverlässig vor einem schweren Verlauf schützen sollen.

Corona-Impfung: So wirksam sind die Impfstoffe von Biontech, Astrazeneca und Moderna

Über die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca gab es immer wieder unterschiedliche Angaben zur Wirksamkeit: Zwischen 60 und 90 Prozent war alles dabei. Der Grund: Laut dem WDR-Magazin Quarks gab es unterschiedliche Studienarme. In einem Teil der Studie wurde einigen Probanden nur die halbe Dosis verabreicht. So kamen am Ende unterschiedliche Ergebnisse heraus, die kombiniert bei etwa 70 Prozent liegen. Die EMA (Europäische Arzneimittelbehörde) bezog in die Zulassung aber nur die Wirksamkeitsdaten ein, die auf demselben Studiendesign basieren. Hier lag die Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs bei 60 Prozent (siehe Tabelle unten).

Gut zu wissen: Ein Impfschutz von 90 Prozent in klinischen Studien bedeutet nicht, dass neun von zehn Personen gegen das Virus geschützt sind. Die Angabe ist eine relative Risikoreduktion und gibt an, wie viel weniger geimpfte Probanden an Covid-19 erkranken im Vergleich zur ungeimpften Placebo-Gruppe.

HerstellerWirksamkeitWirksamkeit (65+)Impfschema Abstand Alter für Impfung
Biontech95 % 95 %2 Dosen, 21 Tageab 12 Jahre
Moderna94 %86 %2 Dosen, 28 Tageab 18 Jahre
Astrazeneca60 %85 %2 Dosen, 28-84 Tageab 18 Jahre
J&J66 %85 %1 Dosisab 18 Jahre

Corona-Impfung: Impfstoff schützt vor schweren Verläufen

Sicher ist, dass alle Corona-Impfstoffe sehr zuverlässig schwere Verläufe und Todesfälle durch Corona verhindern. Der Impfstoff von Johnson&Johnson schützt zu 85 Prozent (28 Tage nach der ersten Impfdosis gemessen - 39.321 Studienteilnehmer) vor schweren Verläufen. Gleichen Schutz bietet der Impfstoff von Biontech/Pfizer (28-34 Tage nach der ersten Impfdosis gemessen - 1,14 Mio. Studienteilnehmer). Schwere Verläufe verhindert der Impfstoff von Astrazeneca zu 94 Prozent (28-34 Tage nach der ersten Impfdosis gemessen - 1,14 Mio. Studienteilnehmer) und der von Moderna sogar zu 100 Prozent (14 Tage nach der 2. Impfdosis gemessen - 30.420 Studienteilnehmer). Letzteres bedeutet, dass durch eine Impfung mit dem Moderna-Vakzin bisher keine Person wegen eines schweren Corona-Verlaufs in ein Krankenhaus musste.

Doch für einen vollständigen Schutz muss bei der Impfung etwas beachtet werden: Entsprechend der Zulassung muss bei Corona-Impfstoffen, bei denen zwei Impfstoffdosen verabreicht werden müssen, auf die Einhaltung eines Mindestabstands zwischen den beiden Impfungen geachtet werden: Beim mRNA-Impfstoff von Moderna sind es laut RKI vier Wochen, beim mRNA-Impfstoff von Biontech drei Wochen und beim Vektor-Impfstoff von Astrazeneca vier Wochen. Hierbei ist zu beachten, dass die STIKO (Ständige Impfkommission) zur besseren Wirksamkeit der Impfstoffe und aus Gründen der Impfstoffknappheit einen Impfabstand von sechs Wochen bei mRNA-Impfstoffen und von bis zu zwölf Wochen bei der Vektor-basierten Impfung von Astrazeneca empfiehlt.

Corona-Impfung: Dann ist der Impf-Schutz vollständig

Einen vollständigen Schutz gegen das Coronavirus besteht laut RKI bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca etwa 14 Tage nach der zweiten Impfung. Beim Vakzin von Johnson&Johnson genügt eine Impfdosis. Nach 14 Tagen soll auch hier der maximale Schutz gegen das Coronavirus eintreten.

Laut EMA soll der Schutz vor dem Virus durch einen Impfstoff nicht so allgemein formuliert werden können. Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer soll der Schutz bereits nach sieben Tagen, bei Moderna-Impfstoff nach 14 Tagen, bei Astrazeneca-Vakzin nach 15 Tagen und bei Impfstoff von Johnson&Johnson nach 28 Tagen nach der letzten Impfung vollständig sein. Wie lange der Impfschutz der einzelnen Hersteller anhält, wird derzeit noch wissenschaftlich untersucht.

Die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe wird in wissenschaftlichen Studien ermittelt.

Corona-Impfung: Nebenwirkungen und Studien-Ergebnisse

Wie bei jeder anderen Impfung können auch bei den Corona-Schutzimpfungen Nebenwirkungen auftreten. Zunächst war vor allem der Impfstoff von Astrazeneca dafür bekannt, dass Geimpfte mit heftigen Nebenwirkungen zu kämpfen haben. Vor allem nach der zweiten Corona-Impfung mit Biontech oder Moderna treten immer häufiger Nebenwirkungen auf. Das hat auch einen Grund, erklärt ein Virologe.

Wer geimpft ist, sollte sich weiterhin an die AHA-Regeln halten und somit sich und die Umgebung schützen. Gründe dafür sind, dass der Schutz nicht sofort nach der Impfung einsetzt und auch nicht bei allen geimpften Personen gleichermaßen vorhanden ist. Zudem lässt sich zurzeit noch nicht mit Sicherheit sagen, ob Personen das Virus (SARS-CoV-2) trotz Impfung weiterverbreiten können.

Am 14. Juni sind einige Apotheken damit gestartet, den digitalen Impfnachweis auszustellen. Für vollständig Geimpfte wird dabei ein QR-Code erstellt, der in Apps mit dem Smartphone verwendet werden kann.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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